Die Einschulung steht bevor: was das für Eltern und Kinder bedeutet

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Für mehr als 100.000 Kinder in NRW steht in den nächsten Tagen die Einschulung bevor. Das bedeutet viele neue Eindrücke, aber auch neue Pflichten: für Eltern und für Kinder.

Ferienzeit: Für viele Kinder in Deutschland steht jetzt die Einschulung bevor. Der Wechsel von der Kita in die Schule ist ein neuer Lebensabschnitt – sowohl für die Kinder als auch für die Eltern. Auf beide Seiten warten neue Pflichten, neue Strukturen und ein neuer Tagesablauf. Dabei gibt es einiges zu beachten, um den Einstieg so leicht wie möglich zu machen.

Wenn es endlich in die Schule geht, freuen sich die meisten Kinder brennend auf die neue Herausforderung. Die Eltern stehen dem manchmal etwas skeptisch gegenüber: Ist mein Kind wirklich bereit für den neuen, strafferen Alltag, die festen Strukturen und den Ernst des Lebens? Auch auf die Eltern kommen mit dem Eintritt des Kindes in die Grundschule neue Aufgaben zu. Hausaufgaben müssen erledigt werden, das Kind muss bei den neuen Aufgaben mit Verständnis aber auch Anleitung geführt werden. Daran müssen sich beide erst gewöhnen, sodass auf Dauer positive Rituale um die neuen Pflichten entstehen und die Schule zu einem Ort wird, an den das Kind gerne geht.

Die erste Pflicht beginnt bereits früh am Morgen: Aufstehen. Für viele Familien bedeutet die Einschulung einen früheren Start in den Tag, als es zu Kita-Zeiten nötig war. Pünktlich in der Schule zu sein, bedeutet spätestens um 8 Uhr am Platz zu sitzen, um den Beginn der ersten Stunde mitzubekommen. In der Kita war das weiter gefasst – in den meisten Einrichtungen können Eltern ihre Sprösslinge noch bis 9 Uhr abgeben. Dabei kann es schwierig sein, das Kind an den neuen Ablauf zu gewöhnen, ohne Hektik aufkommen zu lassen. Um einen zu straffen Zeitplan zu umgehen, ist es deshalb gut, ein wenig früher aufzustehen und auch dem Kind mehr Zeit zu geben, um wach zu werden und alles zu organisieren, was am Abend vorher noch nicht erledigt wurde. Dem Kind dabei ein wenig Vorlaufzeit zu geben und Pläne anzukündigen, wie ein Hinweis auf die baldige Abfahrt, und dass es vorher bitte noch Schultasche und Jacke holen soll, helfen den Morgen zu entzerren und Stress vorzubeugen.

Aber auch das andere Extrem ist durchaus vorhanden: Eltern, die bereits um 7 Uhr auf der Arbeit sein müssen, tun sich schwer die Kinder nun in der Zwischenzeit zu versorgen. Wie kommt das Kind zur Schule? Wie ist dafür gesorgt, dass es alles mitnimmt? Da können Betreuungen helfen. Viele Schulen haben einen benachbarten Kinderhort, in dem die Kinder die Zeit verbringen können, in der keiner zu Hause ist – vor und nach der Schule. Der Vorteil: oftmals ist eine Hausaufgabenbetreuung mit inbegriffen, außerdem lernen die Kinder hier Gleichgesinnte kennen und finden schnell neue Spielkameraden, die sie auch in der Pause treffen können.

Oftmals kommt nämlich nicht die gesamte Kindergartengruppe in die gleiche Schule, so dass die Kinder neue Kontakte knüpfen müssen. Besonders in Gemeinden, die mehrere Schulen zur Auswahl haben, trifft das zu. Dann entscheiden die Eltern entsprechend, auf welche Schule das Kind geht. Für manche bedeutet das zunächst niemanden zu kennen und einem ganz neuen Umfeld gegenüber zu treten. Das kann gerade zu Beginn schwerfallen. Hier können Eltern gezielt unterstützen und mit den Eltern der neuen Schulklasse Kontakt aufnehmen, damit das Kind schneller soziale Kontakte knüpft und Freunde findet. Über nachmittägliche Aktivitäten, wie Spielverabredungen oder der Eingliederung in einen Sportverein kann das gut gelingen.

Neben Schulranzen und dem benötigten Zubehör gehört auch die Schultüte fest zum Schulanfang. Die meisten Stücke sind selbstgebastelt und gefüllt mit Süßigkeiten und Nützlichem für den Abc-Schützen.

Ein weiterer Aspekt, an den sich das Kind gewöhnen muss, ist das selbstständige Verwalten des Pausenbrotes. Das klingt erst einmal seltsam, im Kindergarten oder der Kita gab es jedoch noch feste Essenzeiten. Mit dem Eintritt in die Schule entscheidet das Kind selbst, wann es das zweite Frühstück zu sich nimmt. Eltern sollten dabei darauf achten, dass das Schulbrot sowohl dem Geschmack des Kindes entspricht, als auch gesund ist. Vollkornbrot mit einem gesunden Belag wie Frischkäse und Gemüse sowie frisches Obst ist natürlich das Optimum, sollte jedoch nicht für Unzufriedenheit bei dem Kind sorgen. Gerade deshalb bietet es sich an, das Kind nach seinen Wünschen zu fragen und gemeinsam eine Lösung zu kreieren, die für beide Seiten passt.

Neben dem Schulbrot muss das Schulkind jedoch noch einiges weiteres mit in die Schule nehmen. Turnbeutel, Mäppchen, Mappen in verschiedenen Farben für die verschiedenen Fächer, Bastelutensilien und vieles mehr steht an Erstausstattung ins Haus. Dafür gilt es zunächst, die passende Tasche zu finden. Am beliebtesten sind nach wie vor klassische Schulranzen mit einer sinnvollen Aufteilung, geringem Gewicht und passender Ergonomie. Im Schnitt werden für die Schultasche um die 100€ aufgewendet, wobei Studien zeigen, dass das Budget seit 2012 dafür gestiegen ist. Das Gleiche ist auch bei der Schultüte zu beobachten. Der Inhalt dafür, meistens Süßigkeiten und Schulutensilien, hatte 2012 noch einen durchschnittlichen Wert von 21-50€, während er in 2016 bei 31-100€ liegt. 

In Nordrhein-Westfalen werden im Schnitt die meisten Kinder eingeschult. Im Schuljahr 2015/2016 waren es 153.500 Schulanfänger, auf Platz zwei und drei liegen Bayern mit 109.400 Erstklässlern und Baden-Württemberg mit 99.000. Die Mehrheit der Erstklässler hält am Einschulungstag eine selbst gebastelte Schultüte in der Hand – daran beteiligt waren neben Müttern und Kindern selbst übrigens auch so manche Väter: 13% der selbst gebastelten Schultüten kamen von ihnen. Für Jungs – ganz klassisch – stehen dann Autos, Fußball und Star-Wars hoch im Kurs. Bei Mädchen sind es Einhörner und Pferde sowie nach wie vor Elsa, die Eiskönigin. 

Ein Grund zu feiern ist der Eintritt des Kindes in diesen nächsten Lebensabschnitt in jedem Fall – auch wenn es für beide Seiten viele Neuerungen bedeutet mit neuen Pflichten, ist es am Ende doch ein positives Erlebnis, wenn das Kind langsam an Selbstständigkeit gewinnt und die Kleinkindphase hinter sich lässt. Vor ihm stehen nun mindestens neun Jahre Schule mit Höhen und Tiefen und vielen neuen Erfahrungen – für das Kind ebenso wie für die Eltern.

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