Gefahrenpotenzial nimmt zu

Drohnen: Mit zunehmender Verbreitung wächst Markt für Abwehr

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Ein GPS-Signal-Störer auf dem Dach eines mobilen Detektions-Systems zur Abwehr von Drohnen wird auf der Messe Perimeter Protection in Nürnberg präsentiert. Foto: Daniel Karmann

Nürnberg (dpa) - Der Drohnen-Boom beflügelt auch die Nachfrage nach Schutzmaßnahmen gegen potenziell gefährliche Flugobjekte.

Der Markt für Drohnenerkennung und -abwehr wachse rasant, berichtet Christian Jaeger von der Elektroniksystem- und Logistik-GmbH (ESG) mit Sitz in Fürstenfeldbruck bei München.

Auf rund 600 000 schätzt die Deutsche Flugsicherung (DFS) die Zahl der Drohnen, die im vergangenen Jahr im privaten und kommerziellen Einsatz waren. Bis 2020 dürften es demnach mit etwa 1,2 Millionen doppelt so viele sein.

Damit nimmt auch das Gefahrenpotenzial zu. Dazu gehöre der Schmuggel von Handys, Drogen oder Waffen in Gefängnisse mit ferngesteuerten Drohnen oder Rauschgifttransporte an Landesgrenzen, sagt Jaeger. Ein Problem seien auch Behinderungen durch Drohnen im Luftverkehr. Firmen klagten über Fälle von Industriespionage durch fremde Flugkörper. Am bedrohlichsten sei jedoch die Terrorgefahr durch Drohnen.

Das Erkennen unbemannter Flugobjekte von Piloten mit bösen Absichten ist aus Expertensicht viel einfacher als deren Abwehr. Die Kasseler Firma Dedrone arbeitet mit einem Mix aus verschiedenen Sensoren, um heranfliegende Drohnen zu erspähen. Dagegen ist sogenanntes Jamming - der Einsatz elektronischer Störmaßnahmen etwa zur Blockade von Funksignalen zwischen Pilot und Drohne - nur Behörden vorbehalten.

Die Telekom wirbt dafür, auch Privatfirmen das Jamming zu erlauben, sofern eine Gefahr für Dritte ausgeschlossen werden könne. "Der Schutz von 70 000 Menschen in einem Fußballstadion oder 10 000 Menschen in einer Eventarena darf nicht an Zuständigkeitsproblemen scheitern", sagt Markus Piendl, Sicherheitsexperte bei der Telekom.

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