Ein unverzeihlicher Fehler

Diese TV-Moderatorin ruinierte ihre Karriere, weil sie ein Bier trank

Eine bekannte TV-Moderatorin nippte in ihrem Urlaub an einer Flasche Bier - und bezahlte bitter für diesen Fehler.

Genf - Die letzten Urlaubstage in der fernen Schweiz genießen,  sich‘s in einem idyllischen Genfer Stadtpark bei einem ausgiebigen Familienpicknick gut gehen lassen - und zur Krönung dann noch ein, zwei Schlückchen herrlich kühl-prickelndes Bier genießen: All das sind völlig alltägliche und harmlose Freizeitbeschäftigungen einer 32 Jahre jungen Frau. Möchte man zumindest meinen. 

Doch die iranische TV-Moderatorin Azadeh Namdari setzte mit eben jenem Verhalten ihre Karriere aufs Spiel - denn in ihrem Heimatland ist der Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit verboten. 

Als schließlich ein heimlich aufgenommenes Video enthüllte, dass die beliebte Journalistin sich in ihrem Urlaub nicht nur ohne Schleier zeigte, sondern auch an einer Flasche Schweizer Feldschlösschen nippte, löste sich im Iran eine Welle der Empörung.

Ausgerechnet die konservative Moderatorin leistete sich einen unverzeihlichen Fauxpas

Denn gerade Namdari hatte bislang mit Leib und Seele den islam-konservativen Kleidungsstil verteidigt und immer wieder einen obligatorischen Ganzkörperschleier für Frauen gefordert. „Ich danke Gott, dass ich ihn trage“ erklärte die Moderatorin laut BBC erst kürzlich in einem Interview. 

Zahlreiche Nutzer sozialer Medien werfen der selbsternannten Verfechterin muslimischer Werte nun Scheinheiligkeit und Heuchelei vor. 

Einige liberale Iraner nutzen Namdaris Ausrutscher jedoch auch, um auf die Versäumnisse des von ihnen als veraltet empfundenen Systems aufmerksam zu machen.

„Das Problem ist nicht Azadeh“, heißt es in obigem Tweet. „Das Problem sind die Lügen, die sie uns jeden Tag auftischen.“ 

Als Namdari versucht, die Situation zu retten, droht sie zu eskalieren

Namdaris Versuch, die Situation mit einer öffentlichen Entschuldigung gänzlich zu entschärfen, geht jedoch gründlich nach hinten los.  In einem zweiminütigen Video versuchte sie ihren Followern nämlich weiszumachen, dass ihr Kopftuch genau in dem Moment zu Boden glitt, als die Fotos geschossen wurden. Über ihren Alkoholkonsum verlor sie wiederum kein Wort. 

Für diesen mehr als wackligen Erklärungsversuch erntet sie auf Facebook, Twitter und Co. nun erst recht einen von Spott und Hohn durchsetzten Shitstorm, der einfach nicht abreißen will.

Im Gespräch mit dem Schweizer Nachrichtenmagazin 20 Minuten erklärte ein iranischer Journalist nun bereits voller Überzeugung, dass Namdaris Karriere hiermit beendet sei. „Namdari ist ihren Job beim staatlichen TV los. Ayatollah Ali Chamenei, Irans höchster Geistlicher, will ihr öffentliche Auftritte untersagen. Medien, die ihr Foto drucken, sollen bestraft werden.“ 

sl

Rubriklistenbild: © YouTube Afaryneh Photography/ Instagram Azadeh Namdari 

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