Der ganz normale Wahnsinn

Buntes Treiben: Mainzer Narren starten mit Konfetti und Narhallamarsch

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Wie immer gebührend gefeiert: Die Proklamation des närrischen Grundgesetzes in Mainz. 

Alle Faschingsmuffel in Deckung! Im Rheinland geht der Wahnsinn in die nächste Runde. Bereits am Samstag wurde der Start in die Fastnacht standesgemäß mit einem Paukenschlag eingeläutet.

Mainz - Mit dem Narhallamarsch und goldenem Konfetti haben die Mainzer Narren am Samstag den Start in die Fastnacht gefeiert. Viele bunt kostümierte Menschen versammelten sich bei schlechtem Wetter auf dem prall gefüllten Schillerplatz. Der Präsident des Mainzer Carneval-Verein (MCV), Reinhard Urban, begrüßte die Gäste mit einem „dreifach donnernden Helau“. 

Und dann war es plötzlich da - das heiß ersehnte Narrenfest

Das Motto der Fastnacht unter den vierfach bunten Fahnen in rot, weiß, blau und gelb heißt in diesem Jahr: „So wie der Mond die Nacht erhellt, strahlt Mainzer Fastnacht in die Welt“.

Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) sprach bei seiner Ansprache über die zahlreichen Baustellen in der Mainzer Innenstadt in diesem Jahr. „Mir grabe Straße aus im Nu und schütten sie auch wieder zu. Wenns sein muss, grabe mir sehr schnell. Auch zehnmal an der gleichen Stell“. Ebling nahm auch Bezug auf den Tag der Deutschen Einheit, dessen Gastgeber Mainz am 3. Oktober war. „Selbst Bundeskanzlerin Angela war mit ihrer Raute da.“

Das Regen in Mainz sorgte dafür, dass sich der Notizzettel eines Narren mit dem närrischen Grundgesetz auf dem Balkon in zwei Teile auflöste. Verlesen wurde das Gesetz rund um den zweiten Artikel „Alle Narren sind gleich“ aber trotzdem. Dabei ergänzte der Vorsprecher: Die Menschen „sollen das Jubeln üben und nicht verlernen, weil wir im Juni zum fünften Mal Fußball-Weltmeister werden“.

Auch in anderen deutschen Karnevalshochburgen wurde gefeiert

Tausende Jecke feierten unter anderem auch in Köln und Düsseldorf. Trotz Nieselregens hatten sie sich dort versammelt, um sich auf die Karnevalssession einzustimmen. Da der 11.11. in diesem Jahr auf einen Samstag fiel, waren laut Polizei mehr feierwütige Jecken auf den Beinen als in den vergangenen Jahren.

Die Lage in Köln beurteilte die Polizei kurz nach der Sessionseröffnung als entspannt: „Tausende Narren strömen in die Innenstadt, die friedlich feiern wollen“, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Bis Samstagmittag mussten laut Polizei nur vereinzelt Personen in Gewahrsam genommen werden. „Denn auch beim Pöbeln verstehen wir keinen Spaß.“ 

In Düsseldorf erwachte der Traditionsschelm Hoppeditz und hielt eine bissige Spottrede. Hier heißt der Karnevalsslogan diesmal: „Jeck erst recht“. Der Erzschelm machte sich über Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) und andere Politiker des Düsseldorfer Stadtrats her, die sich seit Monaten über die Kosten des Starts der Tour de France in Düsseldorf streiten.

In Köln empfing Oberbürgermeisterin Henriette Reker das Kölner Dreigestirn, um den Sessionsvertrag zu unterzeichnen. Anschließend wurde gemäß dem diesjährigen Motto „Mer Kölsche danze us der Reih“ („Wir Kölner tanzen aus der Reihe“) ausgelassen in der Kölner Innenstadt gefeiert.

dpa

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