Bewegender Spendenaufruf

Männer feiern Junggesellenabschied in Budapest - doch er nimmt tragisches Ende

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Der Junggesellenabschied einer Gruppe Männern aus Bayern endete tödlich.

Es sollte ein unbeschwerter Junggesellenabschied werden - stattdessen wurde das Wochenende in Ungarn zum Albtraum. Der Bruder des Bräutigams aus Bayern überlebte den Trip nicht.

Münnerstadt - Ein Spendenaufruf auf Betterplace.me bewegt zurzeit die Menschen über die Grenzen Bayerns hinaus. Dort erzählt eine Gruppe junger Männer aus Franken, wie ein fröhlicher Junggesellenabschied zur Tragödie wurde.

Monatelang hatten seine sechs besten Freunde einen Budapest-Trip für Bräutigam Nikolaj S. aus Münnerstadt geplant. Sie überraschten den Unterfranken am Freitag, den 30. August frühmorgens, als er zur Arbeit aufbrechen wollte. Mit dabei: der 24-jährige Bruder des Bräutigams, Alexander S., der von seinen Freunden Sascha genannt wird.

Bayern: Bruder des Bräutigams litt an seltener Krankheit

Sascha litt seit seiner Geburt an der unheilbaren Hautkrankheit Ichthyose, auch Fischschuppenkrankheit genannt. Die Krankheit äußert sich unter anderem durch extrem trockene, raue Haut, und auffällige Hautschuppen. Zahlreiche Therapien hatte er schon versucht, manche halfen mehr, manche weniger. Mit den Blicken der Menschen, die ihn wegen seines veränderten Aussehens ansahen, fand sich Sascha irgendwann ab. Mit seiner Clique konnte er ein fast normales Leben führen - nur ein Mädchen hätte er gerne an seiner Seite gehabt.

Junggesellenabschied: Burschen aus Bayern fliegen nach Budapest - für Sascha wird es der letzte Tag sein

Vom Flughafen Nürnberg flog die fröhliche Gruppe in die ungarische Hauptstadt. Für Sascha war es ein ganz besonderer Moment, er war noch nie zuvor geflogen, weil er Höhenangst hatte. Aber seine guten Freunde sprachen ihm Mut zu und so landeten die Männer in Budapest.

Doch für Sascha wird dieser Tag, an dem die Clique aus Bayern den Bräutigam in ein unvergessliches Wochenende starten wollte, sein letzter Tag werden. Kurz bevor die Männertruppe in Budapest in ihr Apartment einchecken wollte, sagte Sascha, dass er auf die Toilette müsse. Er wollte die Toilette einer Burger-King-Filiale aufsuchen, während ein Teil der Gruppe Getränke kaufte.

Minuten vergingen, Sascha kam nicht mehr zurück. Seine Freunde wurden immer panischer, Sascha war nirgendwo zu finden, er nahm keinen der Anrufe seiner Freunde an. Auch die Polizei hatte keine Spur von ihm. Doch plötzlich ging eine Krankenschwester an Saschas Handy.

Junggesellenabschied aus Bayern wird zum Drama: Sascha stirbt im Krankenhaus

Sie erklärte den besorgten Freunden: Sascha war auf der Straße auf dem Weg zum Burger King zusammengebrochen. Offenbar hatte er wenige Minuten in der Sonne gelegen und hatte Fieber bekommen, bevor er ins Krankenhaus gebracht wurde. Durch das Fieber haben offenbar seine Organe nach und nach ausgesetzt. In der Nacht verstarb er im Krankenhaus in Budapest. Die Freunde aus Bayern und Bräutigam Nikolaj mussten sich von Sascha für immer verabschieden.

Video: Junggesellenabschied wird zur Tragödie: Bruder stirbt im Ausland

Spendenaufruf: Freunde aus Bayern sammeln für Überführung der Leiche

Auf Betterplace.me sammeln Saschas Freunde unter dem Titel „Bringen wir Sascha gemeinsam heim“ Spenden. Denn die Überführung des Leichnams aus Budapest nach Deutschland kostet viel Geld. Auch hatte Sascha keine Auslandskrankenversicherung. Zusammen mit den Kosten für die Beerdigung werden wohl Kosten im fünfstelligen Bereich entstehen. 

Die Hilfsbereitschaft der Menschen, die den bewegenden Spendenaufruf gelesen haben, ist beeindruckend: Bereits 13.000 Euro sind zusammengekommen, als Ziel hatten die Freunde 10.000 Euro angegeben. Einer der Freunde, Daniel Horbacz, äußerte sich gegenüber Infranken überwältigt: "Es war Wahnsinn. Innerhalb von zwei Tagen wurde die Summe erreicht", sagte er dem Portal. Demnach konnte Sascha dank der Spender inzwischen nach Münnerstadt überführt werden. Nikolajs Hochzeit, die für Samstag geplant war, wurde abgesagt. Stattdessen stehen die Freunde Nikolaj am Donnerstag bei der Beerdigung seines geliebten Bruders bei.

Ebenso bewegend wie die große Spendenbereitschaft für Sascha, ist die Hilfe für einen Mann aus Bad Reichenhall. Ehrenamtliche erfüllten dem Schwerkrankem seinen größten Wunsch. Ungewöhnlich reagiert hat ein Metzger aus Bayern auf ein Problem in seinem Betrieb, berichtet Merkur.de*.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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