Leichen in brennendem Haus gefunden

Brutaler Vierfach-Mord von Rupperswil: Ex-Fußballtrainer vor Gericht

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Ein Ex-Fußballjugendtrainer steht in der Schweiz vor Gericht. Ihm wird vierfacher Mord vorgeworfen. 

Ein Ex-Fußballjugendtrainer steht in der Schweiz vor Gericht, weil er einen Jungen missbraucht und anschließend ihn sowie Mitglieder seiner Familie und eine Bekannte umgebracht haben soll. 

Schafisheim - In der Schweiz hat der Aufsehen erregende Prozess gegen den Ex-Fußballjugendtrainer Thomas N. begonnen, der einen Jungen missbraucht und ihn und drei weitere Menschen ermordet haben soll. Richter Daniel Aeschbach betonte am Dienstag beim Prozessauftakt in Schafisheim vor einem vollgepackten Saal, dass bei dem 34-Jährigen Angeklagten trotz seines Geständnisses die Unschuldsvermutung gelte.

Der Angeklagte hat nach Angaben der Polizei gestanden, drei Tage vor Weihnachten 2015 in seiner Nachbarschaft in Rupperswil

eine Frau (48) sowie deren Söhne (13 und 19) und die Freundin des älteren Sohnes (21) mit einem Messer umgebracht

zu haben.

Der Angeklagte bedrohte den Vorwürfen zufolge die 48-Jährige und ihre Söhne sowie die Freundin. Dann soll er die Mutter gezwungen haben, Geld von der Bank zu holen. Nach ihrer Rückkehr brachte er laut Anklage alle vier um, indem er ihnen die Kehle durchschnitt. Vorher soll er sich an dem 13-Jährigen sexuell vergangen haben und seine Taten mit dem Handy gefilmt haben.

Das Haus soll er nach der Mordtat dann in Brand gesteckt haben. Die Polizei war damals zu einem brennenden Haus gerufen worden und fand die Leichen, die Stichwunden aufwiesen. Der Mann wurde fünf Monate später gefasst.

Psychologen beschreiben Angeklagten als „gefährlichen Narzissten“

Zwei Psychiater haben versucht, hinter die Fassade des Angeklagten zu blicken, der in Rupperswil zwischen Basel und Zürich junge Fußballspieler trainierte und sich als Student ausgab. Die Gutachter beschreiben einen gefährlichen Narzissten, einen Pädophilen mit schwerer psychischer Störung. Einen, der sich aus Versagensangst in ein Lügengespinst verrennt.

Die Mutter soll nicht erfahren, dass er sein Studium geschmissen hat. Bekannten gaukelt er vor, er werde Arzt. Die Angst aufzufliegen, sei allumfassend gewesen, sagt ein Psychiater. Hinzu komme seine pädophile Neigung. In der Anklageschrift steht, dass der Mann die Grausamkeiten an dem 13-Jährigen mit dem Handy filmte und sich das Video monatelang immer wieder auf dem Laptop anschaute.

Tat versetzte Ruppertswil in Aufruhr

Die Rupperswiler lebten damals 146 Tage in Angst und Schrecken. Es gab erst keine Hinweise auf den Täter. Spekulationen machten die Runde: Eine Beziehungstat? Der Ex-Mann vielleicht? Ein Raubmord? Ein Triebtäter? Die Ermittlungsbehörden schlossen nichts aus. Derweil soll der heutige Angeklagte das von Carla S. erpresste Geld verprasst haben: Am Abend nach der Tat ging er mit Fußballfreunden ins Steakhaus, in einem Spielcasino zockte er, und seine Mutter lud er zu deren 60. Geburtstag nach Paris ein.

Weil der heute 34-Jährige nicht vorbestraft war und seine Fingerabdrücke oder DNA nirgends gespeichert waren, waren die Ermittlungen schwierig. Schließlich führte ein akkurates Täterprofil von Psychologen zum Erfolg. Im Mai 2016 wurde der Angeklagte festgenommen. Die am Tatort genommenen Fingerabdrücke stimmten mit seinen überein.

Angeklagter Thomas N. soll weitere Verbrechen geplant haben 

Erst am Tag vor dem Prozess hatte die Staatsanwaltschaft bekanntgemacht, wie konkret der Angeklagte schon nächste Taten geplant haben soll. Einen Tag vor seiner Festnahme soll er die Wohngegend eines Jungen ausgespäht haben, zu einem anderen hatte er akribisch Notizen gemacht. Das Urteil wird für Freitag erwartet.

dpa

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