Reisende in anderem Zug weitergefahren

Bombenalarm: Zug am Bahnhof Treysa  evakuiert 

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Der Bahnhof in Treysa: Hier wurde am Donnerstagabend ein Zug evakuiert.

Am Bahnhof Treysa mussten am Donnerstagabend alle Fahrgäste eines Regionalexpresses den Zug verlassen. Grund war offenbar ein herrenloses Gepäckstück.

Update vom 11.10.2019, 14.30 Uhr - 

Rund 200 Reisende mussten am Donnerstag gegen 20 Uhr in Treysa (Schwalm-Eder-Kreis) den Regionalexpress RE 98 verlassen. Der Zugbegleiter hatte sich dazu entschlossen, den Zug zu räumen, weil ein Gepäckstück in einem Waggonbereich herrenlos zu sein schien. 

Bei der Räumung in Treysa stellte sich dann heraus, dass ein Mann in der benachbarten Zweiten Klasse der rechtmäßige und unverdächtige Eigentümer war. Als er bemerkte, dass alle Passagiere ausstiegen, nahm der das fragliche Gepäck an sich und verließ den Zug nach Anweisung. 

Wie Bundespolizeisprecher Klaus Arend (Kassel) der HNA weiter berichtete, hatte der Reisende, ein 51-jähriger Syrer, bei seinem Platz keinen Platz für sein Gepäck finden können. Deshalb habe der Mann es in Sichtweite in dem Erste-Klasse-Bereich deponiert. Die beiden Durchsagen des Zugbegleiters, dass es ein verdächtiges Gepäckstücks gebe, hatte der 51-Jährige offenbar nicht gehört. 

Wie der Bundespolizeisprecher erklärte, gab der Bielefelder später an, dass er in Bayern als Montagearbeiter beschäftigt sei und geschlafen habe. Es sei aber auch denkbar, dass der Mann die Durchsage akustisch oder inhaltlich nicht verstehen konnte. Letztlich sei dem Reisenden nichts zur Last zu legen, sondern „die ganze Sache sei unglücklich abgelaufen“. 

Zum Hergang erklärte Arend, dass die Zugevakuierung der Bundespolizei in Kassel über die Notfallleitstelle mitgeteilt worden war. Das war gegen 20.05 Uhr, nur wenige Minuten, bevor der Zug der Hessischen Landesbahn in Treysa einlief. Deshalb sei die Polizei der Wache im benachbarten Ziegenhain rasch um Hilfe gebeten worden.

Weiterreise mit ICE möglich

 Alle Reisenden waren vom Zugbegleiter aufgefordert worden, vom Gleis durch die Unterführung in die Bahnhofshalle zu kommen. Dort teilte der Zugbegleiter den Reisenden mit, dass sie den in Kürze eintreffenden ICE Richtung Kassel nehmen sollten, da nicht sicher sei, ob und welche Nachfolgezüge noch fahren könnten. Die meisten nahmen diese Gelegenheit wahr und fuhren so mit nur kurzer Verzögerung weiter.

Es bestand vermutlich der Verdacht, dass damit ein bevorstehender Sprengstoffanschlag verbunden sein könnte. Ein Beamter der Polizeistation Ziegenhain bestätigte uns am Abend, dass die Evakuierung stattfand, innerhalb der folgenden halben Stunde ist nach unseren Informationen Entwarnung gegeben worden. 

Der Beamte sagte der HNA* gegen 20.30 Uhr, die Zugehörigkeit des Gepäckstücks sei geklärt worden, es sei keine Gefahr davon ausgegangen. Die Polizei sei von der zuständigen Bundespolizei hinzugezogen worden. Er bestätigte die Information der HNA, dass die Reisenden, die Richtung Kassel unterwegs waren, in einem anderen Zug weitergefahren waren. Wie viele Reisende betroffen waren sowie weitere nähere Informationen liegen noch nicht vor.

Erst am Freitag wurde ein ICE auf der Strecke zwischen Borken und Treysa evakuiert - hier war der Zug in eine herabhängende Oberleitung gefahren und nicht mehr fahrbereit. Die Reisenden wurden mit Ersatzbussen weitertransportiert und nachfolgende Züge über Fulda umgeleitet.

Von Anne Quehl

*hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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