Konsequenzen gefordert

Bildungsexperte: Mobbing gegen Lehrer in Statistik erfassen

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Eine Lehrerin steht in einem Klassenraum an einer Tafel und schreibt. Foto: Mohssen Assanimoghaddam

Berlin (dpa) - Experten fordern Konsequenzen aus den neuen Zahlen über die Gewalt gegen Lehrer an deutschen Schulen. Der Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Bildung und Forschung, Ernst Dieter Rossmann, sprach sich für eine Mobbing-Statistik aus. So könne Gewalt gegen Lehrkräfte besser erfasst werden.

Dies sei "notwendig, um die Realität vorurteilsfrei zu diskutieren", sagte der SPD-Politiker der "Heilbronner Stimme" (Donnerstag). "Die "Unkultur des Schweigens" muss durch ein Klima der Transparenz, die offene Diskussion an den Schulen und das konsequente Handeln abgelöst werden."

Laut einer Studie des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) sind an etwa jeder dritten Grundschule in Deutschland Lehrerinnen und Lehrer binnen fünf Jahren körperlich angegriffen worden. Sogar fast die Hälfte der Schulleitungen (48 Prozent) gab an, dass es an ihrer Schule in den vorigen fünf Jahren Fälle von "psychischer Gewalt" gab.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) geht davon aus, dass Schulen soziale Probleme künftig stärker ausgleichen müssen: "Es nützt nichts, zu sagen: Die Eltern sind schuld. Viele Familien sind überfordert. Und die Schülerinnen und Schüler kommen so wie sie sind. Die Schulen werden zunehmend eine ausgleichende Leistung erbringen müssen", sagte Ilka Hoffmann, Mitglied des geschäftsführenden GEW-Vorstandes, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag).

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Hans-Peter Meidinger, beobachtet an Schulen vor allem einen deutlichen Anstieg psychischer Gewalt. "Kinder aus bestimmten Kulturkreisen wie etwa Nordafrika akzeptieren Frauen teilweise nicht. Das ist ein großes Problem", sagte Meidinger der "Passauer Neuen Presse". Er wies darauf hin, dass 70 Prozent der Lehrkräfte weiblich seien, an Grundschulen 90 Prozent.

VBE-Mitteilung

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