Timothy und Lydia warten fast 30 Jahre

Eingefroren als Embryonen: 30 Jahre alte Zwillinge kommen jetzt erst zur Welt

Lydia und Timothy sind wohl die ältesten Babys der Welt. Sie wurden vor 30 Jahren als Embryonen eingefroren und jetzt geboren.
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Lydia und Timothy sind wohl die ältesten Babys der Welt. Sie wurden vor 30 Jahren als Embryonen eingefroren und jetzt geboren.

Eine Frau aus den USA hat Zwillinge geboren, die vor vor Jahrzehnten als Embryonen eingefroren waren. Es ist wohl ein Rekord.

Portland – Vor mehr als 30 Jahren wurden Timothy und Lydia gezeugt und als Embryonen eingefroren – im April 1992. Vor drei Wochen wurden beiden Zwillinge am 31. Oktober 2022 geboren. Noch nie kamen Babys auf die Welt, die so lange eingefroren waren, teilte das National Embryo Donation Center (NEDC) mit. Die beiden Eltern Rachel und Philip Ridgeway hatten allerdings nie das Ziel, einen Rekord aufzustellen.

„Wir wollten einfach nur die haben, die am längsten gewartet haben“

„Wir wollten nicht die Embryonen bekommen, die weltweit am längsten eingefroren waren“, sagte Philipp Ridgeway im Interview. „Wir wollten einfach nur die haben, die am längsten gewartet haben.“ Das Paar hat bereits vier Kinder, die ohne Spender oder IVF-Verfahren gezeugt wurden. „Wir haben uns nie auf eine bestimmte Anzahl von Kindern festgelegt, die wir haben möchten“, so Philipp. „Wir haben immer gedacht, dass wir so viele haben werden, wie Gott uns schenken will, und als wir von der Embryonenadoption hörten, dachten wir, dass das etwas ist, was wir gerne tun würden.“

Timothy und Lydia warten fast 30 Jahre – Genetische Eltern spenden Embryonen 2007

Die Geschichte der Zwillinge sei für ihre Mutter Rachel „größtenteils ein Mysterium“. Sie war gerade drei Jahre alt, als die Babys gezeugt wurden. Philip Ridgeway war fünf „als Gott Lydia und Timothy das Leben schenkte und seitdem dieses Leben bewahrt“. Die leibliche Mutter von Timothy und Lydia war eine 34-jährige Eizellspenderin. Der Vater zum Zeitpunkt der Zeugung in den Fünfzigern. Er starb dann an einer Krankheit. Vermutlich wurden ihre Geschwister irgendwann seiner Frau eingepflanzt.

Timothy und Lydia warteten 15 Jahre in einer Fruchtbarkeitsklinik an der Westküste. Die Embryonen wurden 2007 dem National Embryo Donation Center gespendet. Die private christliche Organisation gilt als sehr konservativ und überprüft vor einer sogenannten „Embryonenspende“, ob die Paare ein genetischer Mann und eine genetische Frau sind, die seit mindestens einem Jahr verheiratet sind. Über 1.260 Kinder seien NEDC zufolge auf diese Weise auf die Welt gekommen.

Embryonen von Zwilling bei minus 200 Grad eingefroren

Fast dreißig Jahre lagerten die Embryonen bei fast 200 Grad minus in flüssigem Stickstoff. Experten zufolge können Embryonen fast unbegrenzte Zeit eingefroren werden. „Wenn Embryonen bei fast 200 Grad unter null eingefroren sind, meine ich, verlangsamen sich die biologischen Prozesse im Wesentlichen auf fast nichts. Der Unterschied zwischen einer Woche, einem Monat, einem Jahr, einem Jahrzehnt oder zwei Jahrzehnten eingefroren ist also nicht wirklich wichtig“, sagt der Arzt der Ridgeways, John Gordon.

Die Ridgeways machten sich nach eigenen Angaben ausdrücklich in der Spenderdatenbank auf die Suche nach Embryonen, für die es aus irgendeinem Grund schwierig war, Empfänger zu finden. Nun sind Lydia und Timothy nach dreißig Jahren auf der Welt. Lydia wog bei der Geburt 2.318 Gramm und Timothy 3.039 Gramm. Die beiden Babys seien nun in gewisser Weise die ältesten Kinder von Rachel und Philipp Ridgeway, auch wenn sie noch die kleinsten seien.

In Deutschland ist die Embryonenspende oder auch „Embryonenadoption“ eine rechtliche Grauzone. In einem wegweisenden Urteil hat das Bayerische Oberste Landesgericht 2020 entschieden, dass die Spenden von überzähligen Embryonen in Deutschland illegal ist. Der Deutsche Ethikrat hat in einer Stellungnahme zur Embryonenspende festgestellt, dass die Weitergabe von überzähligen Embryonen aus einer Kinderwunschbehandlung im Embryonenschutzgesetz (ESchG) zwar nicht geregelt, aber auch nicht verboten ist, wenn kein Geld fließt. (ml)

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