Ein Einjähriger musste reanimiert werden

„Mir egal, wer hier reanimiert wird!“ Autofahrer wird bestraft, der Rettern den Weg versperrte

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Notärzte

Retter sind ständigen Bedrohungen ausgesetzt. Es gibt einen erschütternden Fall von November 2017: Sanitäter in Berlin versuchten, das Leben eines Einjährigen zu retten, als sich ihnen ein Autofahrer in den Weg stellte. Der muss jetzt Strafe zahlen.  

Update vom 28. August 2018: Weil er Rettungskräfte behindert hatte, die einen 18 Monate alten Jungen wiederbeleben wollten, ist der 23 Jahre alte Autofahrer zu einer Geldstrafe von 1800 Euro verurteilt worden.  Aus Egoismus habe er von Beamten der Feuerwehr verlangt, den Rettungswagen wegzufahren und dann gegen einen Seitenspiegel geschlagen, begründete das Amtsgericht Tiergarten am Dienstag sein Urteil.

Der Angeklagte hatte zuvor gestanden. Er erkenne sich in seinem damaligen Verhalten nicht wieder, erklärte der 23-Jährige. Vor Ort habe er „nicht wahrgenommen, worum es geht“ und seine Wut an dem Einsatzwagen ausgelassen. Er sei froh, dass der kleine Junge gerettet werden konnte. Der Verteidiger sagte, sein Mandant habe bereits im Vorfeld des Prozesses 2000 Euro an die Eltern des Kindes gezahlt.

Wegen Behinderung hilfeleistender Personen und gemeinschädlicher Sachbeschädigung verhängte das Gericht eine Strafe von 90 Tagessätzen zu je 20 Euro. Unter Einbeziehung von zwei früheren Verurteilungen bildete das Gericht allerdings eine Gesamtstrafe von 18 Monaten Haft auf Bewährung.

Lesen Sie Originalmeldung vom 5. November 2017: Autofahrer versperrt Rettern eines Babys den Weg

Berlin - Jedes Mal, wenn es eine Meldung über (verbale oder körperliche) Gewalt gegen Retter gibt, kommentieren Menschen: So etwas darf nie wieder passieren. Das ist abstoßend. Doch es gibt einen neuen erschütternden Fall, der Anfang November 2017 passiert ist: In Berlin im Ortsteil Moabit soll ein Autofahrer Sanitäter verbal angegriffen haben, die gerade versuchten, das Leben des kleinen Leonard (18 Monate) zu retten. Der Junge war nach Informationen der Bild am Sonntag in der Kindertagesstätte zusammengebrochen. Später soll sich herausgestellt haben, dass Leonard Kammerflimmen hatte. Als die Retter die Kita erreichten, soll ein ungeduldiger Autofahrer ausgerastet sein. Er habe geschrieen, er müsse zur Arbeit, soll gegen den Krankenwagen geschlagen und den Außenspiegel zerstört haben – und das nur, weil er nicht aus der Parklücke fahren konnte. 

Leonards Vater sagte der Zeitung: „Das Verhalten des Mannes ist unfassbar und unmenschlich. Es ging um das Leben meines Sohnes, und er dachte nur an sich.“ Als einer der Retter den Notfallkoffer mit dem Beatmungsmaske holen wollte, soll ihm der 23-Jährige den Weg versperrt und gebrüllt haben: „Verpisst euch, ich muss zur Arbeit!“ Und als er erfuhr, dass ein Kind jetzt schnelle Rettung bräuchte, hab er „sich drohend vor mir aufgebaut, als ob er gleich zuschlagen will“, schildert ein Sanitäter nachher. Der Mann habe geschrien: „Mir egal, wer hier gerade reanimiert wird!“

Die Sanitäter hätten die Polizei alarmiert, der Autofahrer habe sogar noch dann weitergepöbelt, als die Beamten da waren. 

Leonards Familie will dem Bericht zufolge Anzeige erstatten, sobald es Leonard besser geht. Noch soll er in einem künstlichen Koma sein. 

Video: Schwerer Unfall in Thüringen – Polizisten brüllen sich den Weg frei

sah mit Material von dpa

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