Reporter Adil Demirci offenbar festgenommen

Auswärtiges Amt bestätigt Inhaftierung von deutsch-türkischem Journalisten

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Zwei Monate nach Yücel ist nun offenbar ein weiter deutsch-türkischer Journalist festgenommen worden.

Zwei Monate nach der Freilassung von Deniz Yücel ist wieder ist ein deutsch-türkischer Journalist festgenommen worden. Er sitzt in einem türkischen Gefängnis. 

Berlin - Das Auswärtige Amt hat die Inhaftierung des Journalisten Adil Demirci in der Türkei offiziell bestätigt. Die Bundesregierung habe "seit gestern Kenntnis von der Verhängung der Untersuchungshaft", erklärte eine Sprecherin des Außenministeriums am Mittwoch in Berlin. Eine konkrete Bestätigung seitens der türkischen Regierung stehe allerdings noch aus.

Lesen Sie dazu auch: Offenbar wieder ein Deutscher in der Türkei festgenommen

Zuvor hatte die linke Nachrichtenagentur Etha, für die Demirci als freier Mitarbeiter arbeitet, von der Inhaftierung des Reporters berichtet. Er sei in der Nacht zum vergangenen Freitag zusammen mit zwei anderen Etha-Reportern festgenommen worden. Ein Gericht in Istanbul habe am Dienstag U-Haft für Demirci wegen des Verdachts auf Mitgliedschaft in und Propaganda für eine "Terrororganisation" angeordnet, berichtete die Agentur.

Deutsches Konsulat versucht Kontakt zu Demirci aufzunehmen

Das deutsche Generalkonsulat in Istanbul versuche derzeit, in Kontakt mit Demirci zu treten, um ihn konsularisch betreuen zu können, erklärte die Außenamtssprecherin. "Wir haben eine Besuchserlaubnis beantragt". Nach Angaben des Außenministeriums sitzen derzeit fünf deutsche Staatsangehörige in türkischen Gefängnissen, bei denen man von politischen Gründen für die Haft ausgehen müsse.

Die Festnahme Demircis erfolgt zwei Monate nach der Freilassung des Welt-Korrespondenten Deniz Yücel, der unter ähnlichen Terrorvorwürfen ein Jahr in Istanbul in Haft gesessen hatte. Die Inhaftierung Yücels hatte die deutsch-türkischen Beziehungen massiv belastet, bevor die türkische Justiz nach intensiven Gesprächen der Bundesregierung mit der Regierung in Ankara schließlich seine Freilassung verfügte.

afp

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