In der Elfenbeinküste

100.000 Giftmüll-Opfer fordern Schadenersatz

Elf Jahre nach dem folgenschweren Giftmüll-Transport des Ölkonzern Trafigura in die Elfenbeinküste haben die Opferanwälte einen neuen Anlauf für Schadenersatz genommen.

Amsterdam - Vor einem Gericht in Amsterdam plädierten sie am Mittwoch dafür, die Sammelklage von mehr als 100.000 Opfern zuzulassen. Der Ölmulti Trafigura habe sich schuldig gemacht, indem er seinen Müll in dem westafrikanischen Land entsorgt habe, sagte der Anwalt Bojan Dekker. Trafigura "muss bezahlen".

Dekker und seine Kollegen vertreten nach eigenen Angaben 107.000 Opfer der Giftmüllkatastrophe. Vor Gericht geht es zunächst darum, ob die Sammelklage gegen Trafigura nach niederländischem Recht zugelassen werden kann.

Der Konzern hatte 2006 das Schiff "Probo Koala" für den Transport von 500 Tonnen Giftmüll gechartert. Der Müll wurde im August 2006 auf offenen Halden der Stadt Abidjan entsorgt, mindestens 17 Menschen kamen nach ivorischen Angaben ums Leben, tausende weitere erlitten Vergiftungen.

Trafigura hat eine Verbindung zwischen dem Abfall und den Todesfällen stets zurückgewiesen. Dennoch einigte der Konzern sich 2007 mit der ivorischen Regierung auf eine Entschädigung von 152 Millionen Euro, die jedoch nur bei geschätzt 60 Prozent der registrierten Opfer ankam.

afp

Rubriklistenbild: © afp (Symbolbild)

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