Von Schnur bis Klopapierrolle

Aldi- und Lidl-Mitarbeiter verraten raffinierteste Tricks der Pfandbetrüger

Pfandbetrug ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat, die jedes Jahr Millionenschäden verursacht. Nun haben Supermarktmitarbeiter die dreistesten Tricks verraten.

Pfandautomaten gehören zu jedem Supermarkt. Meist riecht man sie, bevor man sie sieht, sind sie doch, gerade im Sommer, meist umgeben von einem intensiven Geruch nach Bier. Was nicht jeder weiß: Sie sind ein beliebtes Ziel von Betrügern.

Mitarbeiter packen aus

Gegenüber dem Magazin CHIP haben Mitarbeiter von Aldi und Lidl ausgepackt, was die dreistesten Maschen von Pfandflaschen-Betrügern sind. 

Der beliebteste Trick ist eher einfach. Eine Angelschnur an der Flasche verhindert, dass diese tiefer in den Automaten gezogen wird. Inzwischen haben aber viele Läden nachgerüstet und die Geräte schlagen Alarm, wenn eine Flasche wieder aus dem Schacht gezogen wird.

Falsche Aufkleber ebenfalls beliebt

Eine nicht minder beliebte Masche seien falsche Pfandaufkleber. Diese würden auf Nicht-Pfandflaschen gepappt, erzählen die Mitarbeiter dem Magazin. In einem Fall hätten sogar schon Klopapierrollen gereicht. Die Reaktion darauf war, dass viele Automaten nun auch den Barcode der Flaschen scannt. Doch die Betrüger rüsteten rasch nach. Insgesamt lässt sich der durch solche Tricks verursachte Schaden zwar nicht genau ermitteln, laut Experten soll er jedoch in die Millionen gehen.

Immer wieder Fälle von Pfandbetrug

Erst Ende Mai sorgte ein skurriler Gerichtsprozess in München für Schlagzeilen. Ein Renter und seine Frau standen vor Gericht, weil sie 18 Pfandflaschen aus einem Glascontainer fischten. Wegen 1,44 Euro mussten sie durch zwei Instanzen. Bereits im November 2016 dagegen war ein Kölner, der mit einer einzigen Pfandflasche 45.000 Euro erschummelt hatte zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Ihm wurde dann aber noch eine große Ehre zuteil.

hs

Rubriklistenbild: © Götzfried

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