„Hut ab“

Abiturient übergibt sich im Streifenwagen - und überrascht die Polizei

Beim Frühlingsfest Anfang Mai hatte die Stuttgarter Polizei einiges zu tun. Während der Fahrt auf die Wache musste sich ein sturzbetrunkener jungen Mann übergeben. Doch dann gab es eine Überraschung.

Stuttgart - Für das „Entleeren meines Mageninhalts in ihr Fahrzeug“ hat sich ein Abiturient schriftlich bei der Stuttgarter Polizei entschuldigt. Die Beamten hatten den jungen Mann Anfang Mai beim Frühlingsfest stark alkoholisiert vor einem Festzelt liegend aufgesammelt und im Polizeiwagen zur Wache gebracht. Dabei übergab er sich im Fahrzeug. Die Polizei veröffentlichte das Schreiben am Samstag auf ihrer Facebook-Seite mit dem Kommentar: „Hut ab“.

„Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie unangenehm das für Sie sein muss und hoffe“, schrieb der Abiturient, „dass es keine all zu großen Umstände, abseits der Reinigung, bereitet“. Er bedankte sich für die „fürsorgliche Art“, in der die Polizisten mit ihm umgegangen seien.

Ohne Polizei sei es für Feierlustige deutlich gefährlicher, Feste zu besuchen, so der Abiturient weiter. „Dass Sie dabei einen solch tollen, aber leider vermutlich sehr undankbaren, teilweise unschönen und gefährlichen Job leisten, ist mehr als bewundernswert und ich hoffe, dass ich ihnen durch diesen Brief, meinen größten Respekt für das, was sie leisten, aussprechen kann.“ Zum Schluss wünschte er den Beamten noch ein möglichst ruhiges Fest - „aber vor allem weniger Menschen wie mich“.

Die Polizei Stuttgart veröffentlichte die Mail auf ihrem Facebook-Account:

„Sehr geehrte diensthabende Polizisten der Wasenwache zwischen 20.15 und 20.45 Uhr Anfang Mai, zuerst einmal möchte ich mich zutiefst bei Ihnen für das Entleeren meines Mageninhalts in ihr Polizeifahrzeug entschuldigen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie unangenehm das für Sie sein muss und hoffe, dass es keine all zu großen Umstände, abseits der Reinigung, bereitet. Ich war der deutlich alkoholisierte Abiturient, der vor dem Festzelt lag und von Ihnen mit ihrem Dienstwagen auf die Wache gebracht worden ist, bevor er von (…) abgeholt wurde. Zudem möchte ich mich bei Ihnen vielmals für die freundliche, fürsorgliche und hilfsbereite Art, in der sie mit mir umgegangen sind, bedanken. Ohne Menschen wie sie wäre es für Feierlustige wie mich deutlich gefährlicher und damit allgemein deutlich ungenießbarer, derartige Festivitäten zu besuchen. Dass Sie dabei einen solch tollen, aber leider vermutlich sehr undankbaren, teilweise unschönen und gefährlichen Job leisten, ist mehr als bewundernswert und ich hoffe, dass ich ihnen durch diesen Brief, meinen größten Respekt für das, was sie leisten, aussprechen kann. Ich wünsche ihnen noch ein möglichst ruhiges und komplikationsfreies Fest, aber vor allem weniger Menschen wie mich.

Hoffentlich nicht bis bald!

Mit dankbarsten Grüßen“

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dpa/ml

Rubriklistenbild: © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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