Schlechtes Timing sorgt für Wirbel

Abi-Aufgabe erinnert an Germanwings-Unglück

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Die Flugbahn-Aufgabe wurde schon vor dem Unglück gedruckt.

Berlin - Zerschellt das Flugzeug? Eine Mathematik-Abituraufgabe hat in Berlin schlimme Erinnerungen an die Germanwings-Katastrophe hervorgerufen und so Kritik ausgelöst.

Wie der "Tagesspiegel" berichtet, sollten Schüler der Mathe-Grundkurse unter anderem den Kurs eines Flugzeugs berechnen, das in Richtung eines Berges fliegt. Die Schüler sollten dem Bericht zufolge nachweisen, dass die Bergspitze nicht auf der Flugbahn liegt.

Ein Mathematiklehrer wirft der Senatsbildungsverwaltung nun fehlendes Fingerspitzengefühl vor. "In der aktuellen Situation, wenige Wochen nach dem Germanwings-Unglück, ist eine solche Aufgabenstellung denkbar peinlich", sagte Hans Jürgen Kleist, der am Canisius-Kolleg in Berlin Mathematik, Psychologie und Religion unterrichtet, dem "Tagesspiegel".

Bei der Senatsbildungsverwaltung sei man sich des Problems bewusst, sagte Sprecherin Beate Stoffers. Wenn es möglich gewesen wäre, hätte man die Aufgaben sicher getauscht: "Leider ist eine so kurzfristige Änderung der Aufgaben organisatorisch kaum leistbar: Der Druck der Abituraufgaben erfolgte im Februar."

Bei dem Germanwings-Absturz starben am 24. März alle 150 Menschen an Bord der Maschine.

Dobrindt: Verdacht gegen Copiloten erhärtet sich

Die detaillierte Auswertung der beiden Flugschreiber der Germanwings-Maschine erhärtet den Verdacht, dass der Copilot den Airbus mit voller Absicht gegen einen Berg gesteuert hat. Es sei nun abschließend klar, dass der Copilot mehrfach bewusst eingegriffen habe, um die Maschine zum Absturz zu bringen, sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am Mittwoch nach einer Sitzung des Bundestags-Verkehrsausschusses in Berlin.

Der 27-Jährige habe sowohl die Höhe als auch die Geschwindigkeit nachgesteuert und zudem aktiv das Steuer betätigt. Damit sei durch die Aufzeichnungen von Stimmenrekorder und Flugdatenschreiber die Handlungsfähigkeit des Mannes „voll nachgewiesen“.

Dobrindt kündigte für Mai einen Testflug auf der Route von Unglücksflug 4U9525 an, um letzte noch offene Fragen zu klären. Das soll etwa helfen, aufgezeichnete Geräusche besser einzuordnen, zu denen sich nichts auf dem Datenrekorder wiederfindet. Ein Zwischenbericht soll nach Dobrindts Worten „relativ bald“ veröffentlicht werden. Es werde noch einige Wochen dauern, aber bei weitem nicht das vom Gesetzgeber maximal vorgesehene Jahr.

dpa

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