In sechs Bundesländern

73.000 Fipronil-Eier in den Verkauf gelangt

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Belastete Eier sollen in Niedersachsen, Baden-Württemberg, Hessen, Bayern, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen verkauft worden sein. Foto: Armin Weigel

Wieder ist das Insektengift Fipronil in Eiern aus den Niederlanden nachgewiesen worden. In sechs Bundesländer müssen Eier aus den Regalen genommen werden. Wie konnte das Gift nach dem Skandal im vergangenen Jahr erneut in die Nahrungskette gelangen?

Hannover (dpa) - Erneut sind mit dem Insektengift Fipronil belastete Eier aus den Niederlanden im deutschen Einzelhandel gelandet. Betroffen sind sechs Bundesländer, wie das niedersächsische Landwirtschaftsministerium in Hannover am Montagabend der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Update vom Mittwoch, 13. Juni: Diese Eier sind betroffen

Die betroffenen Eier haben die Printnummer 0-NL-4031002 (Pressemitteilung des Landwirtschaftsministeriums Niedersachsen). Rund 73.000 Eier seien in Niedersachsen, Baden-Württemberg, Hessen, Bayern, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen in den Verkauf gelangt. Die Rücknahme der Eier wurde demnach vom Lebensmittelunternehmer veranlasst.

Eine Gesundheitsgefahr für die Verbraucher gibt es nach Einschätzung der Behörden derzeit nicht. Welche Supermärkte betroffen sind, war noch unklar. Die Überwachungsbehörden kontrollierten die Rücknahme, erklärte eine Ministeriumssprecherin.

Über 97.000 Eier wurden ausgeliefert

97.200 Eier seien insgesamt vom 17. Mai bis zum 4. Juni aus den Niederlanden an eine Packstelle im niedersächsischen Landkreis Vechta geliefert worden. Ein Teil der Eier gelangte bereits in den Handel.

Das Ministerium in Hannover hatte am Freitag erstmals über die erneute Feststellung von Fipronil in Eiern aus den Niederlanden informiert. Der Umfang des Problems war da noch nicht deutlich. Die Eier stammen von einem niederländischen Bio-Legehennenbetrieb. Der Grund für die Belastung ist noch nicht bekannt. Eine entsprechende Anfrage wurde an die Niederlande gerichtet.

Großer Fipronil-Skandal im vergangenen Jahr

Im vergangenen Jahr waren massenhaft Eier mit Fipronil im Handel aufgetaucht, erst in den Niederlanden, dann auch in Deutschland und vielen weiteren Ländern. Es gab erhebliche Rückrufe von Eiern und Eierprodukten. Seitdem wird gezielt auf Fipronil getestet, im Zuge dieser Untersuchungen wurde nun die Überschreitung der Höchstwerte festgestellt.

In den Niederlanden selber waren belastete Eier nach niederländischen Medienberichten bereits in der vorletzten Maiwoche bei einer Stichprobe in einem Supermarkt entdeckt worden. Der schon im vergangenen Jahr vom Fipronil-Skandal betroffene Landwirt vermutet, dass sich Reste des Insektengifts möglicherweise noch im Boden der Wiese befunden haben, auf der die Hühner Auslauf haben. Das könnte die vergleichsweise geringe Belastung der Eier erklären, die nun in Niedersachsen entdeckt wurde.

Das Insektizid Fipronil, das bei der Lebensmittelerzeugung dienenden Tieren nicht verwendet werden darf, war 2017 einem Reinigungsmittel beigemischt und über eine niederländische Firma an Hühnerhalter verkauft worden.

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