News-Ticker zur Räumung

Lützerath geräumt: Ausgerechnet CDU-Innenminister Reul lobt die Grünen – „habe hohen Respekt“

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  • Christoph Gschoßmann
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    Fabian Müller

Bei den Protesten in Lützerath kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Aktivisten und der Polizei. Alle Häuser sind laut der Polizei geräumt. CDU-Innenminister Reul lobt die Grünen. Der News-Ticker.

Update vom 13. Januar, 20.36 Uhr: Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) lobte die Grünen. „Der positive Einfluss, den die Grünen auf die Szene der Klimaschützer haben, macht den Einsatz sicherlich leichter“, wie er dem Kölner Stadt-Anzeiger (Samstag) sagte. Dass viele Demonstranten aus dem bürgerlichen Lager friedlich abgezogen seien, „hängt sicher auch mit der Regierungsbeteiligung der Grünen zusammen, die im Vorfeld gewalttätige Proteste verurteilt hatten“, sagte der CDU-Politiker.

Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU).

„Wenn Gewalttäter nicht in der Schutzkulisse friedlicher Demonstranten abtauchen können, sind sie einfacher zu isolieren.“ Es sei für die Grünen sicher nicht leicht, die Räumung als Regierungspartei in Nordrhein-Westfalen mitzuverantworten. „Aber die ducken sich nicht weg. Stattdessen kommen Spitzen-Grüne aus Düsseldorf nach Lützerath und stellen sich der Diskussion mit den Demonstranten. Davor habe ich hohen Respekt“, sagte Reul weiter.

Aachener Polizeisprecher kritisiert Aussagen von Thunberg: „erstaunliche Beurteilung“

Update vom 13. Januar, 19.17 Uhr: Der Präsident der Aachener Polizei, Dirk Weinspach, kritisiert die Aussagen von Greta Thunberg über die Zustände und die Polizeigewalt in Lützerath. Thunberg habe sich für kurze Zeit „in einer absolut friedlichen Atmosphäre in Lützerath blicken lassen“, sagte er einem Reporter von Spiegel. „Den größten Teil ihres Aufenthaltes hat sie genutzt, um mit der Presse zu sprechen und Statements zu geben. Während fast neben ihr sehr behutsam daran gearbeitet wurde, Aktivisten zu befreien“, so Weinspach weiter.

Er kritisierte, dass Thunberg sich zu keiner Zeit bei den Einsatzkräften über die Situation der letzten Tage informiert habe. „Es ist mir unverständlich, wie sie zu ihrer erstaunlichen Beurteilung kommt“, sagte der Polizeisprecher. Weinspach erklärte, dass er seit Tagen in Lützerath sei und ein „differenziertes und gänzlich anderes Bild“ habe. „Das, was ich hier erlebt habe, ist ein hochprofessionelles und deeskalierendes Vorgehen der Einsatzkräfte“ verteidigte er die Räumungen.

Bundeskanzler Olaf Scholz kritisiert „gewalttätigen Protest“ und verteidigt Klimapolitik

Update vom 13. Januar, 18.10 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz hat Teile der Proteste gegen die Räumung des Braunkohledorfes Lützerath kritisiert. „Auch ich habe früher häufiger demonstriert. Allerdings gibt es für mich eine Grenze, die genau da verläuft, wo Protest gewalttätig wird“, sagte der SPD-Politiker der wochentaz, der Wochenzeitung der taz. Kritik, mit der Erschließung der Braunkohlevorkommen unter Lützerath seien die Klimaziele in Gefahren, lässt Scholz nicht gelten. „Dieser Vorwurf trifft nicht zu. Es ist genau umgekehrt: Wir machen Politik, damit wir unsere Klimaziele erreichen.“

„Vielleicht sollte sich der Protest eher dagegen richten, dass es sechs Jahre braucht, bis eine Windkraftanlage genehmigt wird. Wenn wir die Energiewende schaffen wollen, brauchen wir mehr Tempo“, sagte der Kanzler. Scholz stellt schnellere Genehmigungsverfahren und mehr Tempo beim Ausbau der erneuerbaren Energien in Aussicht. „Das Ziel muss sein, bald jeden Tag drei bis vier große Windkraftanlagen in Deutschland aufzustellen.“ Es sei das unbedingte Ziel seiner Regierung, dafür zu sorgen, dass Deutschland bis 2045 klimaneutral werde. Währenddessen hat der Abriss eines früheren Hofes von Bauer Eckardt Heukamp begonnen.

Alle Häuser sind in Lützerath geräumt - Aktivisten nur noch im Tunnel und in Baumhäusern

Update vom 13. Januar, 17.27 Uhr: Nach Angaben der Polizei sind in den Häusern in Lützerath und auf den Dächern der Gebäude keine Aktivisten mehr. Das sagte ein Sprecher am Freitagnachmittag einem dpa-Reporter. Die Räumung des Ortsteils von Erkelenz im rheinischen Braunkohlerevier schreitet damit weiter voran. Nur noch ein Tunnel, in dem sich zwei Klimaaktivisten verschanzt hatten und mehrere Baumhäuser müssen noch geräumt werden.

Greta Thunberg sieht „schockierende“ Zustände in Lützerath und klagt Polizei an: „Die Gewalt ist empörend“

Update vom 13. Januar, 15.32 Uhr: Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg ist bereits am Freitag in Lützerath eingetroffen. Vor Ort kritisierte sie das Vorgehen der Polizei bei der Räumung scharf: „Es ist empörend, wie die Polizeigewalt ist.“ Die 20-Jährige besichtigte auch den Krater des Braunkohletagebaus und hielt dabei ein Schild mit der Aufschrift „Keep it in the ground“ (Lasst es im Boden) hoch.

Greta-Thunberg bereits bei Lützerath-Räumung eingetroffen: „Schockierend“, was geschehe

Was in Lützerath geschehe, sei „schockierend“, sagte Thunberg. Leider geschähen ähnliche Dinge überall auf der Welt. „Es ist entsetzlich zu sehen, was hier passiert.“ Viele Menschen hätten seit Jahren versucht, dies zu verhindern. Am Samstag werde sie an der geplanten Kundgebung für die Erhaltung von Lützerath teilnehmen, kündigte sie an. „Wir wollen zeigen, wie People Power aussieht, wie Demokratie aussieht.“ Wie lange sie in Deutschland bleibe, wisse sie noch nicht.

Greta Thunberg (3.v.r.) hat sich den Klimaaktivisten um Luisa Neubauer in Lützerath angeschlossen.

Update vom 13. Januar, 15.08 Uhr: Greta Thunberg hatte bereits am Mittwoch ihren Besuch zur Großdemonstration in Lützerath am morgigen Samstag angekündigt. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) rief die Klimaaktivistin zur Deeskalation der Porteste bei der Lützerath-Räumung auf. „In NRW darf jeder demonstrieren, auch die aus der Ferne anreisende Frau Thunberg“, sagte er der Bild laut Mitteilung vom Freitag. „Ich hoffe, sie sorgt dafür, dass ihre Mitstreiter friedlich bleiben und sich an die Regeln halten.“

Lützerath-Räumung: Offener Brief an Habeck – „Grüne Grundwerte nicht verraten: Lützerath muss bleiben“

Update vom 13. Januar, 14.15 Uhr:  Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) hat von den Grünen ein eindeutiges Bekenntnis zum Polizeieinsatz in Lützerath gefordert. „Es kann nicht sein, dass hohe Funktionäre der Partei und Abgeordnete zu Widerstand und Protesten in Lützerath aufrufen“, sagte der Bundesvorsitzende Rainer Wendt im Zuge der Lützerath-Räumung. „Die Grünen müssen sich entscheiden, ob sie Regierung oder Opposition sein wollen.“ Es sei skandalös, kriminelle Machenschaften in Lützerath mit der legitimen Anwendung unmittelbaren Zwangs durch die Polizei gleichzusetzen.

Bis Freitagvormittag hatten mehr als 2000 Grünen-Mitglieder einen offenen Protest-Brief unterzeichnet. Darin werden Wirtschaftsminister Robert Habeck und seine NRW-Amtskollegin Mona Neubaur (beide Grüne) aufgefordert, die Räumung sofort zu stoppen. „Grüne Grundwerte nicht verraten: Lützerath muss bleiben“ ist der Brief überschrieben. Der „ausgehandelte Deal mit dem Energiekonzern RWE droht mit den Grundsätzen unserer Partei zu brechen“, heißt es darin. Als Grünen-Mitglieder könne man die Räumung des Dorfes Lützerath weder verstehen noch hinnehmen.

Lützerath-Räumung: „Einfach schlimm, welche Gefahren diese Menschen auf sich nehmen“

Update vom 13. Januar, 13.14 Uhr: Lützerath beschäftigt das Land, und auch die Hauptstadt: In Berlin haben mehr als 200 Menschen ihren Protest gegen die Räumung des NRW-Dorfes ausgedrückt, indem sie Schaufenster demolierten.

Update vom 13. Januar, 12.38 Uhr: Nach wie vor harren in Lützerath zwei Klimaaktivisten in einem Tunnel aus - um sie dort herauszuholen, sind nach Polizei-Angaben Spezialkräfte von Feuerwehr und THW nötig. „Ich finde es einfach schlimm, welche Gefahren diese Menschen auf sich nehmen, für sich“, sagte der Aachener Polizeipräsident Dirk Weinspach am Freitag, nachdem er ein Stück weit in den Tunnelschacht hineingestiegen war. Die Konstruktion sei nicht sicher, die Sauerstoffversorgung sei auf Dauer nicht sichergestellt, sagte Weinspach. Er gehe allerdings davon aus, dass derzeit keine akute Gefahr für die beiden Personen bestehe. Ob sie festgekettet seien, wisse er nicht. „Kontaktbeamte versuchen gerade, Kontakt aufzunehmen und mit den Betreffenden zu sprechen“, sagte er. Deren Kommunikation mit Telefon funktioniere nicht mehr, man versuche es jetzt mit Funkgeräten.

Lützerath: Letzte Gebäude geräumt - Aktivisten in Tunnel

Zwei Lützerath-Aktivisten harren in einem unterirdischen Tunnel aus.

Update vom 13. Januar, 11 Uhr: Die Polizei hat laut dpa-Angaben am Freitagvormittag mit der Räumung des letzten Gebäudes in Lützerath begonnen. Inzwischen hielten sich nur noch wenige von den ursprünglich mehreren Hundert Klimaaktivisten in dem Ort auf, um sich der Räumung zu widersetzen.

Zwei der Aktivisten befinden sich weiterhin in einem unterirdischen Tunnel. Auf Twitter teilten die Aktivisten ein Bild von Einsatzkräften, die nach dem genauen Standort suchten. „Dieser Tunnel wird sie noch lange beschäftigen“, schrieben sie dazu.

Proteste vor RWE-Zentrale: Aktivisten ketten sich fest

Update vom 13. Januar, 10.50 Uhr: Aus Protest gegen die Lützerath-Räumung haben am Freitag etwa 25 bis 30 Klimaaktivisten die Einfahrt der RWE-Zentrale in Essen besetzt. Nach Angaben eines Aktivistensprechers ketteten sich drei von ihnen mit Fahrradschlössern an einem Rolltor fest. Sie trugen Schilder mit Aufschriften wie „Lützi bleibt“ und „Moratorium Lützerath“.

Lützerath wird derzeit von der Polizei geräumt und abgerissen, damit RWE die darunter liegende Kohle abbaggern kann. Die Aktion in Essen soll fortgesetzt werden, bis die Räumung abgebrochen werde, sagte der Aktivistensprecher. Er gehört nach eigenen Angaben der Gruppe „Letzte Generation“ an.

Lützerath-Aktivisten verschanzen sich in Tunneln: Polizei will Räumung „noch heute“ abschließen

Update vom 13. Januar, 9.45 Uhr: Die Polizei will nach eigenen Angaben die Räumung in Lützerath an diesem Freitag weitgehend abschließen. „Wir wollen möglichst schnell sämtliche Strukturen räumen, möglichst noch heute“, sagte ein Polizeisprecher der dpa. Zwei Aktivisten harren nach wie vor in einem der unterirdischen Tunnel aus. Es sei unklar, ob deren Räumung auch heute gelinge. Der Eingang zum Tunnel war am Freitagmorgen weiträumig abgesperrt. Neben Polizisten waren auch Feuerwehrleute vor Ort.

Habeck kritisiert Proteste: „Lützerath ist schlicht das falsche Symbol“

Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) kritisierte unterdessen die Aktivisten. Er habe wenig Verständnis für die massiven Proteste. „Es gibt viele gute Anlässe, für mehr Klimaschutz zu demonstrieren, meinetwegen auch gegen die Grünen. Aber Lützerath ist schlicht das falsche Symbol“, sagte er dem Spiegel.

Lützerath sei nicht das Symbol für ein Weiter-so beim Braunkohletagebau Garzweiler im Rheinland, sondern „es ist der Schlussstrich“, sagte Habeck. Man ziehe den Kohleausstieg im dortigen Kohlerevier um acht Jahre auf 2030 vor, was immer auch Ziel der Klimabewegung gewesen sei. „Die Vereinbarung gibt uns Planungssicherheit“, erklärte der Klimaschutzminister.

Klimaschutzminister Robert Habeck rügte die Proteste in Lützerath. (Archivbild)

Polizei entdeckt Tunnel in Lützerath: Zwei Aktivisten sollen sich unter der Erde befinden

Update vom 13. Januar, 7.40 Uhr: In der von Klimaaktivisten besetzten Siedlung Lützerath ist die Nacht nach Polizeiangaben ruhig verlaufen. Nach wie vor harrten Aktivisten in einem unterirdischen Tunnel aus, sagte ein Polizeisprecher am Freitag.

Nach Aktivistenangaben sollen sich zwei Menschen in dem Tunnel befinden. Die beiden seien entschlossen, sich anzuketten, sobald versucht werde, sie herauszuholen, sagte eine Sprecherin der Initiative „Lützerath lebt“ am Freitagmorgen. Die Polizei hatte am Donnerstag nach eigenen Angaben unterirdische Gänge in Lützerath entdeckt. In einem seien Menschen, hieß es. Ein Sprecher erklärte, man habe keinen Blickkontakt zu den Personen, könne aber mit ihnen sprechen.

Das Technische Hilfswerk hatte in der Nacht versucht, die Aktivisten herauszuholen, den Einsatz aber später beendet. Wann ein neuer Versuch unternommen wird, blieb zunächst unklar. Nach Angaben von „Lützerath lebt“ sind die Personen in gut vier Metern Tiefe. Es gebe ein „Belüftungssystem“.

Währenddessen protestierten am Freitagmorgen Aktivisten vor der RWE-Konzernzentrale in Essen. Nach deren Angaben ketteten sich mehrere von ihnen an das Eingangstor. Ein Polizeisprecher sagte, der RWE-Sicherheitsdienst habe ihnen einen entsprechenden Vorfall gemeldet. „Wir sind auf der Anfahrt“, hieß es.

Lützerath-Räumung: Unterirdische Tunnel bereiten Probleme

Update vom 13. Januar, 6.30 Uhr: Am dritten Tag der Räumung von Lützerath für den Braunkohle-Abbau legt die Polizei an diesem Freitag einen Fokus auf Aktivisten, die sich in unterirdischen Gängen verschanzt haben. „Wir wissen nicht, wie stabil diese unterirdischen Bodenstrukturen sind. Wir wissen auch nicht, wie die Luftzufuhr dort ist“, sagte der Aachener Polizeipräsident Dirk Weinspach am Donnerstagabend im WDR. Entsprechend gefährlich sei die Situation. In der Nacht zu Freitag beendete das Technische Hilfswerk seinen Einsatz, ohne die Aktivisten aus dem Tunnel zu holen. Außerdem will die Polizei am Freitag ein letztes besetzt gehaltenes Haus räumen.

In der Nacht harrten die Klimaaktivisten bei starkem Regen, kräftigem Wind und Temperaturen unter zehn Grad aus. Weiter geräumt wurde von der Polizei zunächst nicht. Zwar waren nach wie vor zahlreiche Polizisten vor Ort. Laut einem Polizeisprecher wollte man in der Nacht aber nur aktiv werden, wenn Aktivisten aus potenziell gefährlichen Lagen befreit werden müssten.

Die Besetzer des Ortes, der dem Braunkohle-Abbau weichen soll, hatten am Donnerstag in den sozialen Netzwerken über einen Tunnel berichtet und die Polizei gewarnt, mit schwerem Gerät in den Bereich zu fahren. Die Polizei bestätigte, dass es mindestens zwei Tunnel gebe. Allerdings seien nur in einem auch Aktivisten drin. An sie komme die Polizei bislang nicht heran. Spezialkräfte von RWE und Technischem Hilfswerk müssten sich nun darum kümmern, „wie die Rettung in geeigneter Weise vorgenommen werden kann“, sagte Weinspach. „Da wird es auch darauf ankommen, ganz vorsichtig vorzugehen und keine Risiken einzugehen.“ Wie stark sich die Räumung des Geländes dadurch verzögern könne, sei nicht abzusehen.

In der Nacht zum Freitag ging die Räumung in der Dunkelheit zunächst noch weiter. „Objekte, die angegangen worden sind, arbeiten wir noch fertig ab“, sagte ein Polizeisprecher. Auch Aktivisten, die sich einbetoniert oder festgekettet hätten, würden trotz der Dunkelheit befreit. „In solchen Fällen müssen wir Hilfe leisten“, sagte der Sprecher.

Update vom 12. Januar, 20.44 Uhr: Die Räumung des Braunkohleorts Lützerath ist nach Angaben von Aachens Polizeipräsident Dirk Weinspach weit fortgeschritten. „Die Räumung der überirdischen Strukturen ist weitgehend abgeschlossen“, sagte er am Donnerstagabend im WDR. „Wir haben fast alle Häuser geräumt, bis auf eins. Es ist die Wiese geräumt, ein Großteil der Baumhäuser ist geräumt. Insofern bleibt gar nicht mehr so viel über“, sagte er zum aktuellen Stand der Lützerath-Räumung.

Räumung in Lützerath: Aktivisten verschanzen sich in Tunneln

Wie lange der Einsatz der Lützerath-Räumung, bei dem Luisa Neubauer von Polizisten während einer Sitzblockade weggertagen wurde, nun noch dauern werde, könne man trotzdem nicht sagen. Verzögert werden könnte die Räumung durch unterirdische Gänge, die am Donnerstag entdeckt wurden. Dort halten sich nach Erkenntnissen der Polizei noch Aktivisten auf. „Wie lange jetzt die Räumung aus den unterirdischen Bodenstrukturen dauern wird, das ist nicht abzusehen. Da wird es auch darauf ankommen, ganz vorsichtig vorzugehen und keine Risiken einzugehen“, sagte der Polizeipräsident über die Aktivisten, die sich in Tunneln verschanzen und die weitere Lützerath-Räumung verzögern.

Lützerath-Räumung: Einsatzfahrzeug der Polizei in Flammen

Update vom 12. Januar, 20.09 Uhr: Am Rande der Lützerath-Räumung und des Polizei-Einsatzes im Braunkohleort ist ein ziviles Einsatzfahrzeug in Flammen aufgegangen. „Wir gehen definitiv von einer Brandstiftung aus“, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Das zivile Einsatzfahrzeug habe in der Nähe des Protestcamps im Nachbarort Keyenberg gestanden und sei durch ein Blaulicht auf dem Dach eindeutig als Polizeiauto zu erkennen gewesen. Man gehe davon aus, dass die Täter die Scheibe eingeschlagen und eine brennbare Flüssigkeit in das Auto geschüttet hätten. Ob Tatverdächtige ermittelt werden konnten, war zunächst unklar.

Lützerath-Besetzung: Polizei-Einsatz geht im Dunkeln weiter

Update vom 12. Januar, 19.52 Uhr: Im Braunkohleort Lützerath geht die Räumung am Donnerstagabend auch in der Dunkelheit teilweise weiter. „Objekte, die angegangen worden sind, arbeiten wir noch fertig ab“, sagte ein Polizeisprecher. Auch Aktivisten, die sich einbetoniert oder festgekettet hätten, würden trotz der Dunkelheit befreit. „In solchen Fällen müssen wir Hilfe leisten“, sagte der Sprecher zur fortlaufenden Lützerath-Räumung und erklärte weiter zur aktuellen Lage während des Einsatzes gegen die Proteste. Es sei aber nicht geplant, in der Nacht die Räumung weiterer Gebäude anzugehen.

Teile von Lützerath wurden durch Scheinwerfer hell erleuchtet. Bäume wurden gefällt und Sträucher entfernt, wie eine dpa-Reporterin berichtete. Auch Holzhäuser seien in der Dunkelheit noch abgerissen worden.

Lützerath-News: Klimaaktivistin Neubauer wird von Polizei weggetragen - Polizistin verletzt

Erstmeldung: Lützerath - Klima-Aktivistin Luisa Neubauer ist im Verlauf der Lützerath-Räumung von Polizisten vom Zufahrtsweg des Braunkohleorts Lützerath weggetragen worden. Neubauer hatte sich dort am Donnerstag (12. Januar) mit rund 100 Aktivisten zu einer Sitzblockade eingefunden. Die Teilnehmer der Lützerath-Besetzung wurden von der Polizei eingekreist und nach und nach weggetragen oder abgeführt. Drei Beamte trugen schließlich auch Fridays-for-Future-Aktivistin Neubauer mithilfe ihrer Mehrzweck-Stöcke davon.

Umweltaktivistin Luisa Neubauer wird von Polizisten während einer Sitzblockade in Lützerath weggetragen.

Lützerath-Räumung: Aktivistin Luisa Neubauer wird von Polizisten weggetragen

„Wir wollen hier sitzenbleiben, bis wir weggetragen werden“, hatte Neubauer zuvor der Nachrichtenagentur dpa im Verlauf der Räumung in Lützerath gesagt. Ein Polizeisprecher erklärte zur aktuellen Entwicklung der Lützerath-Besetzung, die Teilnehmer seien auf dem Weg zur Tagebauabbruchkante gewesen. Dies sei gefährlich und habe durch die Polizei verhindert werden müssen.

Nach Neubauers Angaben setzte die Polizei vereinzelt auch Pfefferspray gegen Aktivisten im Verlauf der Protestaktion in Lützerath ein. Dazu äußerte sich der Sprecher, er könne dies weder bestätigen noch ausschließen. Insgesamt hatten mehrere Hundert Menschen an einem Demonstrationszug von der Ortschaft Keyenberg in Richtung des etwa vier Kilometer entfernten Lützerath teilgenommen.

Räumung in Lützerath: Polizistin bei Demo-Einsatz von Feuerwerkskörper verletzt

Währenddessen wurde am Donnerstag eine Polizistin durch einen Feuerwerkskörper leicht verletzt. Die Beamtin sei am Bein getroffen worden, habe aber im Einsatz bleiben können, sagte ein Polizeisprecher zu den Geschehnissen infolge der Räumung in Lützerath. „Unterlassen Sie jeglichen Bewurf von Einsatzkräften – das ist kein friedlicher Protest! Jeden Angriff werden wir konsequent zur Anzeige bringen!“, schrieb die Polizei, die für die Räumung in Lützerath wohl RWE-Laster nutzt, bei Twitter zum Einsatz gegen die Proteste in Lützerath, bei denen sich Klimaaktivisten sogar selbst einbetonieren.

Warum soll Lützerath geräumt werden?

Unter dem Dorf Lützerath, das zur nordrhein-westfälischen Stadt Erkelenz gehört, befinden sich große Braunkohlevorkommen. Im Jahr 1995 wurde die Region als Abbaufeld genehmigt. Ursprünglich lebten rund 100 Einwohnerinnen und Einwohner in dem Dorf, die ihre Häuser und Grundstücke meist schon vor vielen Jahren verkauft haben oder entschädigt wurden. Die Grundstücke gehören nun dem Energieversorger RWE. Der Konzern hat das Gebiet für den Tagebau Garzweiler vorgesehen. Seit dem Jahr 2006 werden die Bewohner von Lützerath umgesiedelt, seit 2020 laufen die Abrissarbeiten in dem Ort.

Am Freitag sollen bei der Räumung des rheinischen Braunkohleorts Lützerath die symbolträchtigen Häuser der einstigen Bewohner weiter in den Fokus rücken. Bislang haben Bagger nur Holzhütten und Barrikaden der Aktivisten dem Erdboden gleichgemacht. Die Häuser von Lützerath wurden aber noch nicht abgerissen.

Video: Räumung in Lützerath geht weiter: Sturm macht Aktivisten zu schaffen

Lützerath aktuell: Aktivisten müssen Besetzung von symbolträchtigem Duisserner Hof aufgeben

Am Donnerstagmorgen mussten die Besetzer bereits den symbolträchtigen Duisserner Hof infolge der Lützrath-Räumung aufgeben. Das Gebäude war zu einem bildstarken Symbol des Widerstands gegen den Braunkohle-Tagebau Garzweiler geworden: Der Besitzer hatte sich bis zuletzt gegen die Enteignung gewehrt und war als „letzter Bauer von Lützerath“ bekannt geworden. Auch in einem zweiten Gebäude, dem sogenannten Paulahof mit einer aufgemalten Regenbogen-Flagge auf der Fassade, begann die Räumung.

Die einstiegen Bewohner haben den Ort schon vor Jahren verlassen. Die Gebäude von Lützerath gehören jetzt dem Energieunternehmen RWE, das die Braunkohle unter dem Ort zur Stromerzeugung abbauen will. (dpa/fmü)

Rubriklistenbild: © Remko de Waal/IMAGO

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