Keine Autos erlaubt

Dortmund: Einen Tag lang eine Autos am Wall – aus besonderem Grund

  • VonLisa Krispin
    schließen

Über den Wall in Dortmund fahren täglich massenhaft Autos. Der Verkehr soll bald jedoch eine Pause machen. Denn die Stadt plant einen autofreien Tag.

Dortmund – Die Raserszene mischt den Wallring in Dortmund* nahezu jedes Wochenende auf und sorgt für Ärger. Die Polizei hat es ständig mit unerlaubten Geschwindigkeiten und riskanten Überholmanövern zu tun. Aber auch sonst ist viel los auf dem Wall. Auf drei Spuren sorgen überwiegend Autos und Kleintransporter für viel Verkehr. Der soll in Zukunft reduziert werden. Die Stadt möchte erreichen, dass bei den Dortmundern ein Umdenken stattfindet, wie *RUHR24 weiß.

StadtDortmund, NRW
Einwohner603.609 (2020)
Fläche280,7 km²

Autoverkehr in Dortmund: Wall in der Innenstadt soll zum „Radwall“ werden

Dem Wall in Dortmund* geht es seit einigen Monaten so richtig an den Kragen. Der Straßen-Ring, der einmal um die Dortmunder Innenstadt herumführt, soll grundlegend umgestaltet* werden. Der Grund: Der Platz für den Autoverkehr soll deutlich abgespeckt werden. Dafür sollen Fuß- und Radverkehr endlich mehr Raum bekommen.

Mehrere Baustellen, unter anderem am Ostwall und Schwanenwall*, werden laut Stadt nötig sein, um den „Umbau im Sinne der Verkehrswende und damit zur Reduzierung von CO2-Emissionen im Verkehr“ in Dortmund möglich zu machen.

Bauarbeiten am Wall in Dortmund: Menschen sollen öfter mit dem Rad fahren

Durch die Entstehung des „Radwalls“ sollen in Zukunft nicht nur Fahrräder, sondern auch Pedelecs oder Lastenfahrräder einfacher durch die Stadt kommen. Dortmund möchte aber nicht nur städtebaulich mehr für den Radverkehr tun. Mit einigen Aktionen will sie außerdem dazu anregen, das Auto öfter mal stehen zu lassen und mit dem Fahrrad zu fahren.

Zuletzt waren in der Dortmunder City plötzlich überall blaue und gelbe Ballons aufgetaucht*. Diese sind Teil der „Europäischen Mobilitätswoche“ und sollen auf die neuen Plätze in Dortmund hinweisen, wo ab sofort Fahrräder abgestellt werden können. Der Plan: Innerhalb der nächsten drei Jahre soll es knapp 1000 neue Abstellmöglichkeiten in der ganzen Stadt geben.

Blaue und gelbe Luftballons machen auf neue Fahrradbügel in Dortmund aufmerksam.

Dortmund plant 2022 besondere Aktion: Wall wird autofrei

Im kommenden Jahr will Dortmund noch einen Schritt weiter gehen. Autofahrern könnte die Aktion, die für den 12. Juni 2022 (Sonntag) geplant ist, gehörig gegen den Strich gehen. Wie die Stadt ankündigt, soll der Wall dann für einen Tag komplett für den „motorisierten Verkehr“ gesperrt werden. Heißt im Klartext: Der Ring um Dortmund wird autofrei (weitere Nachrichten aus Dortmund* bei RUHR24 lesen).

Hintergrund sei auch hier das Thema „Emissionsfreie Innenstadt“ – mehr Menschen sollen aufs Rad umsteigen, statt Wege mit dem Auto zurückzulegen. Die Veranstaltung soll an das Stillleben Ruhrschnellweg auf der A40 angelehnt sein, teilt die Stadt mit. Die Aktion fand im Kulturhauptstadt-Jahr 2010 statt. Damals eroberten Tausende Besucher die sonst viel befahrende Autobahn auf dem Abschnitt zwischen Duisburg und Dortmund zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

„FestiWall“ 2022 in Dortmund: Wall wird einen Tag für den Autoverkehr gesperrt

Ähnlich soll es an dem Sonntag im Juni nächsten Jahres ablaufen. Geplant sei es, überwiegend die Fläche im Bereich des Radwalls vom Schwanen- bis zum Ostwall zu bespielen. Beim „FestiWall“ 2022 sollen dort also keine Autos fahren, stattdessen sind auf diesem Abschnitt Bestuhlungen für Fußgänger und Radfahrer geplant.

Wie beim Stillleben auf der A40 soll die Fahrbahn des Walls in der einen Richtung als Mobilitätsspur für Fahrradfahrer und in der anderen Richtung als Aufenthaltsfläche genutzt werden, so die aktuellen Pläne der Stadt.

Für die Anreise zum autofreien Sonntag in Dortmund haben sich die Planenden außerdem eine Aktion überlegt, die viele Interessierte in die Innenstadt locken soll. So soll es am Veranstaltungstag ein kostenloses ÖPNV-Angebot im Netz der DSW21 auf dem Dortmunder Stadtgebiet geben. Besucher könnten so „mit klimafreundlichen Verkehrsmitteln“ zum „FestiWall“ kommen. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Lisa Krispin; Collage: RUHR24

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

RS-Virus-Alarm in Dortmund: Krankheit breitet sich unter Kindern rasant aus
RS-Virus-Alarm in Dortmund: Krankheit breitet sich unter Kindern rasant aus
RS-Virus-Alarm in Dortmund: Krankheit breitet sich unter Kindern rasant aus
NRW versteigert erstmals beschlagnahmte Bitcoins aus Straftaten
NRW versteigert erstmals beschlagnahmte Bitcoins aus Straftaten
NRW versteigert erstmals beschlagnahmte Bitcoins aus Straftaten

Kommentare