Grund zur Freude für viele Dortmunder

Dortmund krempelt Verkehr komplett um und stellt eine Gruppe in den Fokus

  • VonKathrin Ostroga
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Wer in Dortmund zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs ist, hat es häufig nicht leicht. Die Stadt will den Verkehr für sie jetzt sicherer machen.

Dortmund – Seit mehr als sechs Jahren arbeitet die Stadt daran, attraktiver für Fußgänger und Radfahrer zu werden, bisher hat sich gefühlt nicht besonders viel getan. Das soll sich mit verschiedenen Konzepten der Stadt ändern. Ein Ziel ist es, dass Menschen zu Fuß und mit dem Fahrrad sicherer von A nach B kommen.

StadtDortmund
Bundesland Nordrhein-Westfalen
ThemaVerkehrsplan für Fußgänger und Radfahrer

Neue Verkehrsstrategie für Dortmund stellt Menschen ohne Auto in den Fokus

Mehr Fußgänger, weniger Barrieren, mehr Sicherheit für alle und dabei auch noch ein größerer Wohlfühlfaktor im Straßenverkehr: Was sich nach einer ziemlich langen Wunschliste anhört, sind die ziemlich ambitionierten Ziele der Stadt Dortmund für die nächsten Jahre.

Um herauszufinden, was sich die Dortmunderinnen und Dortmunder auf den Straßen ihrer Stadt wünschen, hat sich die Stadtverwaltung mit ihnen ausgetauscht und die Wünsche der Bürger in die Planung einfließen lassen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Mehr Verkehrssicherheit und Klimaschutz auf Dortmunds Straßen

Die Stadt Dortmund möchte allerdings nicht nur sicherer für Fußgänger und Radfahrer werden, der Verkehr soll auch nicht mehr so laut und klimaschädlich sein, so zumindest der Plan. Damit die Fahrzeuge weniger klimaschädliches CO2 ausstoßen, plant die Stadt zum Beispiel weitere Tempo-30-Zonen. Denn je langsamer ein Auto fährt, desto weniger Treibstoff verbraucht es meistens und die Luft bleibt sauberer.

Dortmund will fußgängerfreundlicher werden – das ist geplant

Damit Dortmund fußgängerfreundlicher wird, müssen sich einige Dinge verändern. Das ist auch der Stadt Dortmund selbst klar. Eine erste Challenge lag deshalb darin, sich bewusst zu machen, warum es wichtig ist, Fußgänger zu unterstützen. Die Stadt ist zu dem Ergebnis gekommen, dass das Laufen als Basis der Mobilität die Lebensqualität fördert, sofern die richtigen Rahmenbedingungen gegeben sind (mehr News aus Dortmund bei RUHR24).

Aus diesem Grund will die Stadt mit einem Maßnahmenkatalog der schwächsten Verkehrsgruppe unter die Arme greifen. Als Erstes findet dafür ein Fußgänger- und Nahverkehrs-Check statt. So wollen die Planer feststellen, wo es hakt und wie die Situation verbessert werden kann.

Fußgänger sollen es in Zukunft in Dortmund leichter haben.

Konkrete Maßnahmen, die schon jetzt feststehen, nennt die Stadt Dortmund in einem Schreiben auch: Zum Beispiel sollen mehr Tunnel eine neue Beleuchtung bekommen. Viele Ampeln sollen fußgängerfreundlichere Schaltzeiten bekommen. Ziel sei es auch, dass mehr neue Zebrastreifen eingerichtet werden, genauso wie Bänke. Wichtig ist der Stadt auch, dass Bürger Mängel in Zukunft digital melden können.

Stadt Dortmund möchte auch für Menschen mit Behinderung und Radfahrer mehr tun

Wer mit dem Rad in Dortmund unterwegs ist, soll vor allem in Zukunft sicherer an Baustellen vorbeigeführt werden. Auch von einem besseren Parkmanagement profitieren nicht nur Autofahrer. Staut sich der Verkehr in der Stadt weniger, kommen auch Radfahrer sicherer an ihr Ziel.

Als Sofortmaßnahme für mehr Barrierefreiheit möchte die Stadt Dortmund Poller mit einer Reflektorfolie einkleiden, um so die Unfälle zu reduzieren. Dasselbe Ziel hat auch die Aktion „Führerschein gegen Ticket“. Hierbei sollen unsichere Rentner ihren Führerschein abgeben könne und im Gegenzug ein Ticket für den öffentlichen Nahverkehr bekommen.

Stadt Dortmund möchte sicherer für Fußgänger und Fahrradfahrer werden – nur viel Gerede?

Viele Ziele und Impulse aus einem Schreiben der Stadt Dortmund klingen wunderschön, doch lassen die Frage aufkommen: Wann ist es denn so weit? Und was genau soll geschehen, damit Fußgänger und Radfahrer gut an ihrem Ziel ankommen? Redet die Stadt nur viel? Eine Anfrage bei der Stadt Dortmund bringt ein bisschen mehr Klarheit.

„Bei den nun vorliegenden fünf Strategien zum Masterplan Mobilität 2030 handelt es sich um langfristig angelegte Konzepte beziehungsweise Leitlinien und nicht um konkrete Baubeschlüsse. In der Ratsvorlage und den Strategien sind aber bereits Maßnahmenprogramme und Handlungsansätze genannt, die in den nächsten Jahren in Abhängigkeit der finanziellen und personellen Möglichkeiten umgesetzt werden sollen“, schreibt Christian Schön, Pressesprecher der Stadt Dortmund, auf Anfrage von RUHR24.

Radfahrer werden in Dortmund in Zukunft besser unterstützt, plant die Stadt.

In allen genannten Bereichen seien bereits Maßnahmen realisiert: „Gerade für Fußgänger sind diese manchmal nicht so auffällig. Hier ein Beispiel: im vergangenen Jahr wurden an der Ampel Burgtor/Burgwall die Grünzeiten für Fußgänger umgestellt, sodass dort nun ohne störenden Halt auf der Mittelinsel der Wallring gequert werden kann“, sagt Schön. Auch die Hellwegachse in Dortmund soll verkehrssicherer werden.

„Beim Radverkehr setzt die Stadt Dortmund in den nächsten 10 Jahren vor allem auf die sogenannten Velorouten. Ein Teil dieser Velorouten wird auch der Abschnitt des Radwalls am Ost- und Schwanenwalls sein, der in Kürze fertiggestellt wird.“ Eine Veloroute ist ein gut ausgeschildertes Wegenetz, bei dem Radfahrer („Velo“: Schweizerdeutsch für Fahrrad) im Mittelpunkt stehen und Vorrang haben.

Dabei wird auch der Radschnellweg RS1 in Dortmund eine zentrale Rolle spielen. Ein erstes Teilstück ist mittlerweile fertig.

Rubriklistenbild: © RHR-FOTO/Dennis Ewert/Imago

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