Covid-19-Aktion verhindert

DJ aus Essen (31) ist sauer: Er darf kein Balkon-Konzert geben - OB Kufen schreibt persönlichen Brief

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DJ Sebastian Schäfer aus Essen darf kein Balkon-Konzert geben.

Ein DJ aus Essen (31) darf keinen Auftritt auf seinem Balkon geben. Die Absage kam in einem persönlichen Brief von Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU).

  • In Essen hat ein DJ in Zeiten des Coronavirus* für gute Stimmung sorgen wollen.
  • Dazu plante er einen Auftritt auf seinem Balkon.
  • Der Oberbürgermeister von Essen, Thomas Kufen, machte ihm nun einen Strich durch die Rechnung.

Essen - Sebastian Schäfer (31) wollte den Menschen in Essen-Katernberg ein Lächeln auf die Lippen zaubern, in diesen verflixten Coronavirus-Zeiten. Aber er darf es nicht. Sein DJ-Pult bleibt am Samstag (11. April) unberührt, die Straße Schonnebeckhöfe im Norden von Essen totenstill - wie so viele Straßen derzeit aufgrund der Covid-19-Maßnahmen.

Coronavirus: DJ aus Essen hatte früh die Idee für ein Konzert vom Balkon

Schäfer, der sich selbst DJ Sebo nennt, hatte die Idee schon vor geraumer Zeit. Eigentlich, so erzählt er gegenüber RUHR24.de*, noch bevor ein DJ im Kreuzviertel von Dortmund ein ganzes Quartier vom Balkon* aus in Wallung brachte - und die Polizei mit ihrem Blaulicht für das nötige Ambiente lieferte.

"Ich wollte die Aktion offiziell anmelden und habe mich zunächst an die Polizei gerichtet", sagt Schäfer, der in Essen bei der Ruhrbahn als Straßenbahnfahrer arbeitet. Bei den Ordnungshütern, so Schäfer, habe man keine Bedenken gehabt - und die Anfrage an das Ordnungsamt weitergeleitet. Um ganz sicherzugehen, schrieb Schäfer auch an die Stadt Essen - und zwar direkt an Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU).

Thomas Kufen (CDU), Oberbürgermeister von Essen, möchte keine DJ-Auftritte von Balkonen in Zeiten des Coronavirus

Und siehe da: Der OB antwortete. Doch erfreulich war das nicht, was in der Facebook-Nachricht für DJ Sebo zu lesen war. Zwar habe er, also Kufen, "sehr viel Sympathie für die Idee". Aber als Oberbürgermeister, "der auch für die Durchsetzung der Gesetze und Regelungen verantwortlich ist", müsse er aus zwei Gründen abraten.

Oberbürgermeister von Essen sagt DJ ab - kein Coronavirus-Konzert auf Balkon

Zum einen, so führt Essens Oberbürgermeister aus, sei zu befürchten, dass sich vor des DJs Balkon quasi im Schatten der Zeche Zollverein Menschen ansammeln würden, sollte von dort aus die Siedlung mit Musik beschallt werden. Das sei in Zeiten der Kontaktsperre weniger sinnvoll. Teilnehmern und DJ würden dann Ordnungswidrigkeitsanzeigen drohen.

Außerdem, so der CDU-Politiker, seien Polizei und Ordnungsamt in Essen derzeit voll ausgelastet - auch wegen des Coronavirus. Kufen: "Vor dem Hintergrund dieser Situation ist es kaum begründbar, ein bis zwei Streifenwagen oder Fahrzeuge des k ommunalen Ordnungsdienstes zum Absichern einer privaten Veranstaltung abzustellen.

Video: Da klatscht selbst die Polizei: Balkon-Party in Barcelona

Obwohl DJ Sebo die Antwort seines Oberbürgermeisters "ganz nett" findet, ist er dennoch enttäuscht. Immerhin hätten ähnliche Aktionen anderer DJs, etwa in Dortmund, ohne Zwischenfälle funktioniert.

Sebastian Schäfer hatte seine Aktion sogar bereits groß vorbereitet und in der Nachbarschaft in alle umliegenden Briefkästen Handzettel verteilt. Außerdem machte er sein Vorhaben auch in den sozialen Netzwerken publik. Am Ende aber vergebens.

Sebastian Schäfer aus Essen ist DJ und wollte eigentlich seine Nachbarschaft in Zeiten von Coronavirus und Wirtschaftsflaute positiv stimmen.

"Ich habe die Menschen auch darauf hingewiesen, dass sie nicht nach draußen gehen und möglichst auf ihrem Grundstück bleiben sollen", sagt Schäfer. 

DJ aus Essen wollte trotz Sorgen vor Coronavirus für gute Stimmung sorgen

Weil das Coronavirus derzeit viele Menschen deprimiere, habe der DJ für gute Stimmung sorgen wollen. "Ich wollte den Leuten auch ein Stück weit danken, dass sie sich an die Auflagen halten und die Zeit durchstehen", sagt der 31-Jährige.

"Man ist zu Hause eingepfercht, da wollte ich nur für eine Stunde am Wochenende laut sein, sodass die Leute jubeln und springen können, ihr Ventil geöffnet und ein bisschen Druck abgelassen wird", argumentiert der DJ. Am Ende sind seine Bemühungen aber vergebens: Trash-Music, Pop, Oldies, und aktuelle Hits - so wie von Sebastian Schäfer geplant - müssen die Menschen in Essen-Katernberg (hier mehr Texte aus dem Ruhrgebiet lesen*) am Samstag wohl in den eigenen vier Wänden hören - und zwar leise.

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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