Mietrechte in Zeiten von Covid-19

Kurzarbeit und Coronavirus: Welche Rechte Mieter aus Dortmund jetzt haben - und welche neu sind

Wer aufgrund des Coronavirus schon in Kurzarbeit steckt, wird schnell von laufenden Kosten überrannt. Diese Rechte haben Mieter in Dortmund. 

  • Die Corona-Krise ist gerade finanziell für viele eine Zerreißprobe.
  • Gerade Leute in Mietverhältnissen sind verunsichert und kennen ihre Rechte nicht.
  • Der Bundestag hat beschlossen, Mieter mindestens drei Monate zu schützen.

Dortmund - Wer schon von der Kurzarbeit während der Coronavirus-Krise* betroffen ist, erhält im April nur etwa 60 bis 65 Prozent seines eigentlichen Monatsgehalts und Selbstständigen brechen im schlimmsten Fall alle Einnahmequellen weg, während es bei laufenden Kosten kaum Möglichkeiten gibt, diese zu verringern, wie RUHR24.de* berichtet. Der Mieterverein Dortmund bekommt gehäuft Anfragen von Mietern.

Dortmund: Das sollten Mieter während der Coronavirus-Krise wissen

Während der Krise im Zusammenhang mit dem Coronavirus hat der Bundestag beschlossen, Mieter befristet für drei Monate vor Kündigungen zu schützen, wenn diese in Zahlungsverzug geraten. Allerdings ist der offene Betrag am Ende dieser Frist oder einem Zeitaufschub von maximal 24 Monaten dennoch in voller Summe zu entrichten. Die Linke in Dortmund fordert hingegen wegen des Coronavirus finanzielle Soforthilfen für Mieter.*

Das sollten Mieter während der Coronavirus-Krise wissen.

"Viele Mieter sind stark verunsichert, wissen auch nicht, ob man einfach weniger zahlen darf oder wie man sich richtig verhält", so Rainer Stücker vom Mieterverein Dortmund in einer Mitteilung. In den vergangenen Tagen habe er zahlreiche Telefonate zu den Anliegen verschiedener Mieter geführt.

Coronavirus in NRW: Mieter sollten Kontakt mit ihrem Vermieter aufnehmen

Rein rechtlich gesehen könnten Mieter nämlich sogar erst einmal weniger zahlen und darauf warten, bis der Vermieter nachhakt. Wesentlich besser sei es aber, Eigeninitiative zu ergreifen und den Vermieter über die aktuelle Situation aufzuklären. Verdienstbescheinigungen oder Bestätigungen des Arbeitgebers über den Verdienstausfall können dabei hilfreich sein, so der Mieterverein Dortmund.

Diese Vorgehensweise kommt beiden Seiten zugute: Der Vermieter weiß Bescheid, ab wann und in welcher Höhe die ersten Rückzahlungen erfolgen.

Um den Einzelhandel in der Stadt Dortmund in der Coronavirus-Krise zu stärken, wurde übrigens jetzt das Portal "Deine Stadt bringt's" - in speziellen Fall "Dortmund bringt's" ins Leben gerufen. 

Da es eine feste Vereinbarung gibt, muss der Mieter nicht mit weiteren Zahlungsaufforderungen oder gar Mahnungen rechnen. Weil das Kündigungsverbot des Bundestags den Mieter zunächst schützt, ist außerdem eine Verhandlung besser auf Augenhöhe möglich.

Nicht alle Mieter in Dortmund sind während der Coronavirus-Krise geschützt

Der Mieterverein Dortmund weist aber auch darauf hin, dass nicht alle Mieter von dem neuen Gesetz betroffen, beziehungsweise durch das Verbot geschützt sind. Betroffen sind alle, die durch das Coronavirus deutlich weniger Geld zur Verfügung haben und die bei Wohnungsamt Wohngeld oder vorübergehend Arbeitslosengeld II beim Jobcenter beantragen. Das Kurzarbeitergeld berechnet das Amt übrigens wegen des Coronavirus von Fall zu Fall unterschiedlich.*

Generell seien derzeit aber erst wenige Mieter betroffen. "Einkommensverluste treffen aktuell noch eine Minderheit von Mietern", so Rainer Strücker. "Dramatisch ist aktuell die Lage gewerblicher Mieter. Wenn alle Einnahmen wegbrechen und kaum Rücklagen vorhanden sind, dann kann die Krise auch die Vermieter treffen."

lezs

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Jens Kalaene/dpa

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