Strenge Corona-Maßnahmen

Zweiter Ramadan während Corona: Für Muslime in NRW gelten Beschränkungen

DITIB-Zentralmoschee Köln
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Der Ramadan in diesem Jahr ist der zweite unter Corona-Auflagen. Predigten und Lesungen sollen daher virtuell stattfinden.

NRW – Am Dienstag (13. April) beginnt der Ramadan, die heilige Fastenzeit der Muslime. In dieser Zeit dürfen die Gläubigen zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang weder essen noch trinken. Wie bereits beim Ramadan 2020* wird die tägliche Feier des gemeinsamen Fastenbrechens aber auch in diesem Jahr nicht wie gewohnt stattfinden können, berichtet RUHR24*.

RamadanFastenmonat der Muslime, 9. Monat des islamischen Mondkalenders
Datum in diesem Jahr13. April bis 12. Mai 2021
Anzahl der Tage 30

Corona-Pandemie: Zweiter Ramadan in NRW findet unter Auflagen statt

Für die rund 1,9 Milliarden Muslime weltweit beginnt am Dienstag (13. April) der Ramadan. Ebenso wie zuvor das christliche Osterfest findet auch der islamische Fastenmonat zum zweiten Mal in Folge unter Pandemiebedingungen statt (mehr Infos zum Coronavirus in NRW* auf RUHR24.de).

Der genaue Zeitpunkt des Ramadans wird vom Mondverlauf bestimmt. Daher verschiebt er sich jährlich um rund zehn Tage. Neben dem Beten, dem Pilgern nach Mekka, der Almosengabe und dem Glaubensbekenntnis ist das Fasten eine der fünf Säulen des Islam.

Video: Saudische Ramadan-Mahnung – Pilgerfahrt nach Mekka nur nach Impfung

Ramadan in der Pandemiezeit: An Corona erkrankte Muslime vom Fastenangebot ausgeschlossen

Wie der Kreis Unna berichtet, werden alleine in Deutschland rund fünf Millionen Muslime fasten. Von den strengen Vorschriften nicht betroffen sind Kranke, alte Menschen, Kinder und Schwangere.

Wie die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) aktuell mitteilt, haben der Zentralrat der Muslime in Deutschland und der Münsteraner Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide betont, dass Corona-Kranke ebenso wie andere Kranke auch vom Fastenangebot ausgeschlossen seien. Laut Koran bestünde dabei die Möglichkeit, in solchen Fällen das Fasten durch eine Art Spende zu ersetzen.

Corona: Zentralratsvorsitzender ruft Muslime zur Einhaltung der Regeln auf

Weiter berichtet die KNA, der Zentralratsvorsitzende der Muslime, Aiman Mazyek, habe die Gläubigen dazu aufgerufen, die vorgegebenen Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten. Die Muslime müssten sich auf Einschränkungen einstellen, betont auch Islamwissenschaftler Khorchide. Das gelte etwa für die im Ramadan üblichen Nachtgebete in den Moscheen sowie die gemeinschaftlichen Abendessen nach Sonnenuntergang (Iftar) in den Gotteshäusern oder mit Bekannten.

Denn nach Einbruch der Dunkelheit findet normalerweise in geselliger Runde das Iftar-Fastenbrechen im privaten Kreis oder in der Moscheegemeinde statt. Wie schon im vergangenen Jahr wird das auch dieses Mal wegen der coronabedingten Einschränkungen kaum möglich sein.

Berliner Muslime beim Ramadan 2016. In diesem Jahr können die Feste nicht wie gewohnt stattfinden. (Symbolbild)

So berichtet beispielsweise der Kreis Unna, dass alle Moscheevereine, Religions- und Glaubensgemeinschaften auf Zusammenkünfte verzichten werden. Ebenso werde das gemeinsame Fastenbrechen innerhalb des Fastenmonats Ramadan auf die häusliche Umgebung im Kreis der Kernfamilie begrenzt (mehr Nachrichten aus NRW auf RUHR24).

Ramadan findet trotz Corona statt – vielfach virtuell

Eine allgemeine Verschiebung des Fastenmonats stünde aber auf keinen Fall zur Diskussion, heißt es vonseiten des Zentralrats der Muslime in Deutschland. Laut Bericht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sollen stattdessen in diesem Jahr wegen der Coronavirus-Pandemie viele der geplanten Veranstaltungen in den Moscheegemeinden virtuell ablaufen.

Auch Kazım Türkmen, Bundesvorsitzende der Türkisch-Islamische Union Ditib, dem größten Islamverbands in Deutschland, kündigt am Feitag (9. April) an, dass aufgrund der Pandemie die Tarawih-Gebete mit acht Einheiten (Rak‘a) verrichtet werden. Die Predigten würden online durchgeführt. Ebenso werde die Gegenlesetradition des Korans (Muqabala) während des ganzen Ramadans online fortgeführt.

Corona-Maßnahmen: Fest des Fastenbrechens soll im Familienkreis stattfinden

Betroffen von den Beschränkungen ist ebenfalls das dreitägige Fest des Fastenbrechens am Ende des Ramadan („Id al-Fitr“). Der Ramadan endet in diesem Jahr am 12. Mai – darauf folgt dann das Fest des Fastenbrechens. Viele muslimische Kinder freuen sich besonders auf das Fest.

Denn ebenso wie beim christlichen Weihnachtsfest bekommen sie dann Geschenke und Süßigkeiten. Das Kommunale Integrationszentrum Unna betont mit Blick auf die Corona-Maßnahmen, das dreitägige Fest des Fastenbrechens stehe in diesem Jahr ganz im Zeichen der Familie.

Muhammed Sönmez von der Ditib Zentralmoschee Wuppertal (r.) belädt zusammen mit Helfern ein Auto mit Mahlzeitenpaketen für Bedürftige.

Ramadan in der Corona-Zeit: Wuppertaler Muslime setzen Zeichen der Solidarität

Der Ramadan sei immer ein Monat besonderer Solidarität, betont die Türkisch-Islamische Union Ditib. Ein bemerkenswertes Zeichen der Solidarität setzen Muslime in Wuppertal. Mitglieder von Wuppertaler Moscheegemeinden wollen erneut einen besonderen Service anbieten, sagte der Sprecher der Ditib Zentralmoschee Wuppertal, Muhammed Sönmez, laut dpa-Bericht.

Täglich sollen frisch gekochte Mahlzeiten an verschiedenen Standorten in der Stadt an Bedürftige – Muslime wie Nicht-Muslime – ausgeteilt werden. Unter dem Motto „Iftar Delivery“ wollten die ehrenamtlichen Helfer im Ramadan bis zum 12. Mai rund 15.000 Pakete mit Mahlzeiten liefern.*RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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