Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalen

Abellio-Nachfolge steht – so geht es für Fahrgäste in NRW jetzt weiter

  • Daniele Giustolisi
    VonDaniele Giustolisi
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Nach dem Aus für Abellio in NRW übernehmen offenbar gleich drei neue Betreiber die Bahn-Linien des finanziell angeschlagenen Unternehmens.

Update, Dienstag (14. Dezember), 17.30 Uhr: Dortmund – Es hat sich bereits abgezeichnet und nun kam die offizielle Bestätigung: DB Regio, National Express und das Dürer Unternehmen Vias werden alle Bahnlinien von Abellio übernehmen. Das erklärten der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und Nahverkehr Rheinland (NVR) am Dienstag (14. Dezember) in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

UnternehmenAbellio
CEOMichiel Noy
HauptsitzBerlin

Abellio-Strecken in NRW werden übernommen: Drei Unternehmen teilen sich die Linien auf

DB Regio wird demnach die Netze S-Bahn Rhein-Ruhr (unter anderem S2, S3, S9) und Ruhr-Sieg (RB91, RB46 und RE16) übernehmen. National Express wird die Linien des Rhein-Ruhr-Express (RRX), RE1 (Aachen - Hamm) und RE11 (Düsseldorf - Kassel), betreiben. Vias Rail soll das Niederrheinnetz mit dem RE19 (Düsseldorf – Arnheim/Bocholt) und der RB35 (Gelsenkirchen – Mönchengladbach) sowie die Linie S7 (Wuppertal - Solingen) übernehmen.

Damit der Übergang so störungsfrei wie möglich abläuft, sollen alle Mitarbeiter von Abellio übernommen werden. Die drei Eisenbahnverkehrsunternehmen sollen die bestehenden Verträge übernehmen, inklusive einer Anrechnung von Überstunden- und Urlaubsansprüchen. Mitarbeiter sollen keine neuen Prüfungen absolvieren müssen. Das Angebot gilt auch für Angestellte in der Probezeit.

Abellio-Pleite in NRW: Nachfolger sollen feststehen – so werden die Strecken aufgeteilt

Update, Freitag (9. Dezember), 8.30 Uhr: Die DB Regio, National Express und das Dürener Unternehmen Vias sollen laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur (DPA) ab Februar 2022 alle Bahnlinien des ausgeschiedenen Betreibers Abellio in NRW übernehmen. Die DPA beruft sich auf Informationen aus Teilnehmerkreisen einer Konferenz vom Donnerstag (8. Dezember).

Abellio-Pleite in NRW: DB Regio, National Express und Vias sollen übernehmen

Die drei neuen Bahnunternehmen, die in NRW bereits andere Bahnlinien betreiben, sollen die alten Abellio-Routen (unter anderem den RE1) zunächst für zwei Jahre bedienen. Danach sollen die Verbindungen langfristig ausgeschrieben werden. So wollen die drei neuen Bahnbetreiber das Abellio-Netz unter sich aufteilen:

  • DB Regio: Netze an Rhein-Ruhr (unter anderem S2, S3, S9) und Ruhr-Sieg (RB91, RB46 und RE16),
  • National Express: Rhein-Ruhr-Express (RRX) mit RE1 (Aachen-Hamm) und RE11 (Düsseldorf-Kassel),
  • Vias Rail: Niederrheinbahn (RE19, Düsseldorf-Arnheim), S7 (Wuppertal-Solingen).

Noch ist die Vergabe der Routen nicht offiziell. Eine entsprechende Mitteilung der drei Verkehrsverbünde in NRW (VRR, NWL und NVR) wird für die kommende Woche erwartet.

Abellio-Aus in NRW: Übergabe der Routen in 2022 könnte für Zugausfälle sorgen

Der Wechsel der Linien von Abellio zu den drei neuen Betreibern soll laut Experten nicht ohne Behinderungen und möglichen Zugausfällen in der Übergangszeit Ende Januar, Anfang Februar einhergehen. VRR-Chef Ronald Lünser sprach jüngst im Verkehrsausschuss des NRW-Landtags von „Ruckeleien“. Den ehemaligen Abellio-Mitarbeitern, von denen viele zu den drei neuen Betreibern wechseln werden, wurde die Übernahme von Überstunden und Urlaubstagen zugesichert.

Update, Dienstag (1. Dezember), 10 Uhr: Dortmund – Das Aus des finanziell angeschlagenen Bahnbetreibers Abellio in NRW ist endgültig besiegelt. Ab dem 1. Februar 2022 werden die Linien – darunter RE1 von Aachen nach Hamm, RE11 von Düsseldorf nach Kassel und S2 von Dortmund nach Essen – an einen Konkurrenten vergeben.

Abellio in NRW: Aus könnte für Fahrgäste problematisch werden

Die rund 1000 Abellio-Mitarbeiter in NRW sollen ihre Jobs behalten, dann allerdings bei einem anderen Betreiber. Zur Debatte stehen etwa die DB Regio oder National Express. Aber auch andere Bahnbetreiber könnten die Strecken übernehmen. Für Kunden von Abellio könnte der Wechsel des Betreibers zu Problemen führen, warnen bereits erste Experten (siehe Erstmeldung unten).

Erstmeldung, Donnerstag (11. November), 13 Uhr: Das finanziell angeschlagene Bahnunternehmen Abellio steht vor dem Verlust seiner Aufträge durch die Verkehrsverbünde in NRW*. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) und der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) wollen ihr Aufträge noch in 2021 an Mitbewerber vergeben.

Abellio in NRW vor dem Aus: Wer übernimmt RE 1, RE 11 und Co?

Der insolventen Abellio sei es nicht gelungen, eine Einigung über die Fortführung der Verträge mit den NRW-Verkehrsverbünden zu finden, so NRW-Verkehrsministerin Ina Brandes (CDU). Bis Freitag (12. November) hat das Unternehmen Zeit, doch noch zu einer Einigung zu kommen – die aber unwahrscheinlich erscheint.

Als wahrscheinlichste Lösung gilt, dass die bislang von Abellio betrieben Linien in NRW ab dem 1. Februar 2022 an andere Betreiber vergeben werden. In NRW* betreibt das Unternehmen mit Sitz in Berlin bislang diese Linien:

  • RE 49 (Wesel - Wuppertal Hbf)
  • RE 19 (Düsseldorf - Arnheim)
  • RE 16 (Iserlohn - Essen Hbf),
  • RE 11 (Düsseldorf - Kassel)
  • RE 1 (RRX, Aachen Hbf - Hamm Hbf),
  • RB 91 (Iserlohn - Hagen Hbf)
  • RB 49 (Wuppertal - Wesel)
  • RB 46 (Bochum - Gelsenkirchen)
  • RB 40 (Essen - Hagen)
  • RB 35 (Mönchengladbach - Gelsenkirchen)
  • RB 32 (Dortmund - Duisburg)
  • S 9 (Recklinghauen Hbf - Hagen Hbf)
  • S 7 (Wuppertal - Solingen)
  • S 3 (Oberhausen - Hattingen (Ruhr))
  • S 2 (Dortmund - Essen/Recklinghausen)

Welche Unternehmen diese Strecken quer durch NRW übernehmen könnten, wird aktuell bereits in einer sogenannten Ex-Ante-Ausschreibung zur Direktvergabe ermittelt. Es gäbe aber bereits Interessenten, heißt es vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR).

Abellio-Strecken in NRW sollen zuverlässig weiterbetrieben werden

Der VRR wolle durch die Neuvergabe die „Zuverlässigkeit und Qualität auf den derzeit von Abellio betriebenen Linien“ absichern, heißt in einer Mitteilung von Mittwoch (10. November). Bis die vielen Linien in NRW an Mitbewerber vergeben sind, hat sich Abellio vertraglich dazu verpflichtet, die Züge bis zum 1. Februar 2022 zuverlässig weiterzubetreiben.

Steigen werden die Preise durch die Übernahme der Abellio-Linien durch Konkurrenzbetriebe nicht. Schließlich legen die Verkehrsverbünde die Preise für die Tickets fest*. Im Falle einer Übernahme der Abellio-Strecken durch ein anderes Unternehmen behalten Tickets deshalb auch ihre Gültigkeit.

Abellio-Aus in NRW könnte für Bahnkunden zu Problemen führen

Laut Rheinischer Post (RP) würden Experten allerdings befürchten, dass es bei der Übergabe der Linien von Abellio an die übernehmenden Betriebe im Februar 2022 zu Verspätungen und Zugausfällen kommen könnte.

Der angeschlagene Bahnbetreiber Abellio gibt viele Strecken in NRW auf.

Diese Befürchtung teilt VRR-Vorstandssprecher Ronald Lünser laut RP nur in Teilen: Er halte eine Einstellung des Zugverkehrs für ausgeschlossen, aber es könne ruckeln.

Abellio verspricht Kunden, Züge weiterhin in NRW zu betreiben

Abellio, das sich aktuell in einem Schutzschirmverfahren befindet, versichert seinen Kunden indes, dass es aufgrund der aktuellen Lage kurzfristig zu keinen Zugausfällen kommen werde. „Diese Gefahr besteht aktuell nicht. Wir werden auch weiterhin auf allen 51 Linien in neun Bundesländern mit unseren 286 Zügen unterwegs sein.“ *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Daniele Giustolisi/RUHR24

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