Fußball

Zwei Wochen sind in Sekunden vergessen

In dieser Szene scheiterte Aleksandar Stanojevic an Mintard-Keeper Dominic Haas. Elf Minuten zuvor hatte er ihn überwunden. Foto: Michael Sieber
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In dieser Szene scheiterte Aleksandar Stanojevic an Mintard-Keeper Dominic Haas. Elf Minuten zuvor hatte er ihn überwunden.

Landesliga: Der SV 09/35 gewinnt nach Coronapause – FCR-Spektakel in Rellinghausen endet 3:3.

Von Fabian Herzog und Peter Kuhlendahl

SV 09/35 Wermelskirchen – DJK BW Mintard 1:0 (0:0). Die Mülheimer gehörten in der Vergangenheit sicherlich nicht zu den Lieblingsgegnern der Wermelskirchener. Auch diesmal war´s wahrlich kein Zuckerschlecken, sich mit diesem kampfstarken, bissigen und flinken Kontrahenten auseinanderzusetzen. „Das ist, glaube ich, der unangenehmste Gegner, gegen den ich je gespielt habe“, mutmaßte Umut Demir, der seit dem Derby beim FCR Anfang Oktober mit einem Bänderriss ausgefallen war und etwas überraschend sein Startelf-Comeback feierte.

Zu den spielentscheidenden Figuren avancierten andere. Allen voran Aleksandar Stanojevic und Ferhat Sari, die in der 52. Minute eingewechselt wurden und direkt funktionierten. Nur 60 Sekunden später spielte Sari den Ball zu Stanojevic, der zwei Gegenspieler wie Slalomstangen stehen ließ und trocken ins lange Eck vollstreckte. „Ein schönes Tor“, sagte der Angreifer mit einem schelmischen Lächeln.

Zu den Matchwinnern gehörte ganz sicher aber auch Keeper Sebastian Weber, der zu Beginn zwar Schwächen beim Herauslaufen offenbarte, dann aber stark hielt und ein Garant für den sechsten Saisonsieg im zehnten Spiel war. Er hatte schon im ersten Durchgang gegen Shogo Tabatta pariert (34.) und später einen Schuss von Niklas Nett abgewehrt (72.), als es immer hektischer wurde. Mintard drückte, Wermelskirchen verteidigte leidenschaftlich. „Wir hatten das Glück des Tüchtigen“, konstatierte Abteilungsleiter Kalle Fleischer. Dies gestand auch Trainer Sebastian Pichura ein, der zudem mächtig stolz war: „Es macht einfach unheimlich Spaß, diese Mannschaft zu trainieren.“

ESC Rellinghausen – FC Remscheid 3:3 (1:1). Was für ein Spiel. Sechs Tore. Eine rote Karte. Weitere klare Chancen auf beiden Seiten. Dazu ein Drehbuch, das man nicht besser hätte schreiben können. „Ich bin unglaublich stolz auf diese Mannschaft“, sagte FCR-Präsident Ralf Niemeyer und dürfte allen Verantwortlichen aus der Seele gesprochen haben. „Vor dem Spiel wären wir mit einem Punkt zufrieden gewesen. Aber jetzt?“, sagte FCR-Trainer Marcel Heinemann, der ob des Spielverlaufs hin- und hergerissen war.

Obwohl die Remscheider fast eine halbe Stunde in Unterzahl agieren mussten – Armen Shavershyan sah eine umstrittene rote Karte – gelang dem eingewechselten Patrick Posavec nach einem tollen Konter in der 89. Minute die 3:2-Führung. Weit in der Nachspielzeit sorgte Julian Gaulke mit einem Sonntagsschuss aus mehr als 20 Metern für das 3:3.

Für die Remscheider begann der Sonntag alles andere als optimal. Nach Abwehrspieler Antonio Angelov musste Adis Babic kurzfristig verletzungsbedingt passen. Heinemann musste seine Innenverteidigung umbauen. Dazu winkte auch noch Daniel Saibert beim Aufwärmen ab.

Nach fünf Minuten war die FCR-Abwehr im Anschluss an die erste Ecke auch bereits nicht im Bilde, und Niklas Nadolny köpfte ein. Die Gäste wirkten angezählt, und es dauerte bis zur 32. Minute, ehe nach Vorarbeit von Ahmed Al Khalil Michele Buscemi ausglich. Mit dem Pausenpfiff vergab Al Khalil eine Riesenchance. Besser machte es Tristan Maresch, der Sekunden nach Wiederanpfiff das 2:1 erzielte. Doch nach einer Freistoß-Flanke pennte die FCR-Abwehr erneut, und die Gastgeber glichen zum 2:2 aus (53.). Und dann nahm das Spektakel noch einmal richtig Fahrt auf.

Aufstellungen

FCR: Horn, Blum, Kacmaz, Sato, Lüttenberg (57. Busch), Buscemi (81. Noguchi), Köseoglu, Shavershyan, Ichimura, Maresch (72. Posavec), Al Khalil.

SV 09/35: Weber, Kücüktireli, N. Postic, Streit, Kelm (82. Legat), Soares (90.+2 Eryürük), Wylezol, L. Postic, Mittmann (52. Stanojevic), Demir (80. Aikawa), Türksoy (52. Sari).

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