Judo

Die zwei Holländer machen den Deckel drauf

So sehen Sieger aus: Das Judoteam des Remscheider TV feierte den Aufstieg in die 2. Bundesliga ausgelassen und fröhlich. Foto: Andreas Dach
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So sehen Sieger aus: Das Judoteam des Remscheider TV feierte den Aufstieg in die 2. Bundesliga ausgelassen und fröhlich.
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Das RTV-Judoteam schafft den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Gegen Düsseldorf gelingt ein 6:1, gegen Walheim II ein 4:3.

Von Andreas Dach

Der Emporkömmling hat den nächsten Schritt nach oben getan, und die 2. Bundesliga sollte sich auf einen unverändert hungrigen Neuling gefasst machen. Durch einen 6:1-Erfolg gegen den Post SV Düsseldorf und ein hart umkämpftes 4:3 gegen Gastgeber TSV Hertha Walheim II ist dem RTV-Judoteam der sechste Aufstieg in sieben Jahren gelungen. Zudem ein Durchmarsch durch die NRW-Liga – aus acht Kämpfen holte man acht Siege. Eine irre Bilanz.

Welche im südlichen Teil Aachens ausgiebig gefeiert wurde. Mit eilig hervorgekramten Aufstiegs-T-Shirts, mit Schampus und mit Konfettibomben. Ach, was war das schön, die ausgelassene Freude bei erwachsenen Männern und ihrem Anhang zu erleben. Bestens, dass sich an den Hintereingang des Judosportzentrums eine „Spielwiese“ anschloss. Da konnte man mit dem Sekt herumspritzen und dabei nichts versauen. Außer die eigenen Haare, die Shirts und die Hosen.

Geheimhaltung ist das oberste Gebot

Doch was macht das schon nach einer solch beeindruckenden Saison? Die Mannschaft war bereits nach dem 6:1 gegen die Landeshauptstädter aufgestiegen. „Das durften wir ihr aber auf gar keinen Fall sagen“, stellte Trainer Benjamin Klöckner heraus, nachdem die Kunde von der überraschenden 2:5-Niederlage des Verfolgers BTW Bünde gegen den JC Hennef zu den Verantwortlichen durchgedrungen war.

Obenauf: Der RTV legte eine perfekte Saison hin. Wie in dieser Szene Acland Wendt gegen die Düsseldorfer.

„Wir ziehen das jetzt durch“, forderte Finanzboss René Endres. Vorweg: Es war gut, dass man die Kämpfer im Ungewissen ließ. Sie sollten an ihre Grenzen gehen müssen, um sich dem starken TSV zu erwehren, der sogar mit 3:1 in Führung (nur Rodell Arnolds punktete bis dahin für den RTV) ging. Doch dann ging es Schlag auf Schlag. Tjado Ganders siegte, ohne einen Schweißtropfen zu vergießen. Walheim konnte in der Gewichtsklasse bis 60 Kilogramm keinen Athleten stellen. Dann machten die beiden Holländer im RTV-Team den Deckel drauf. Erst siegte Pascal Scherrenberg im Koloss-Duell (+100 kg), schließlich machte Junior Degen (-81 kg) kurzen Prozess mit seinem Gegner. Großartig, wie der RTV den Kopf aus der Schlinge zog, die in Wirklichkeit ja gar keine mehr war. „Alles eine reine Kopfsache“, sagte Junior Degen. „Aber ich will ohnehin jeden Kampf gewinnen.“

Der RTV möchte seinen Kader weiter aufpeppen

Das wird in der kommenden Saison vergleichsweise deutlich schwieriger, wenn die Gegner Braunschweig, Mönchengladbach und möglicherweise auch Leverkusen heißen. Der RTV will gerüstet sein für die 2. Bundesliga und wird deshalb personell nachlegen. „Wir brauchen eine größere Kaderbreite“, sagte Teammanager Cedric Pick. Nicht ausgeschlossen, dass bis zu acht neue Kämpfer sich dem RTV anschließen werden. Künftig hat man pro Kampftag nur noch einen Gegner, gegen den man dann aber zweimal hintereinander antritt. In modifizierter Aufstellung. Bedeutet: Gegenüber dem ersten Duell muss man drei Veränderungen vornehmen. Das ist Pflicht.

Angenehme Pflicht ist es beim RTV auch, Aufstiege zu feiern. Als der Sekt verspritzt war und die Athleten geduscht waren, ging es weiter in die Aachener Innenstadt. In einem Brauhaus wurde zünftig auf den Erfolg angestoßen.

STATISTIK

POST SV DÜSSELDORF Im ersten Kampf hatte der RTV mit dem Gegner kurzen Prozess gemacht. Fabian Karau (-90 kg), Rodell Arnolds (-73 kg), Michael Schmidt (-100 kg), Acland Wendt (-66 kg), Pascal Scherrenberg (+100 kg) und Junior Degen (-81 kg) siegten. Alleine Tjado Ganders (-60 kg) musste seinen Kampf nach viel Gegenwehr verloren geben.

Da tat dann auch Acland Wendt sein Fußgelenk gar nicht mehr so weh, welches er gegen Walheim ein wenig geschädigt hatte. Er hatte seinen Kampf (-66 kg) nach Verlängerung verloren. Philip Mähler (-90 kg) und Fabian Karau (-100 kg) nach normaler Kampfzeit. Aber auch das war kein Thema mehr, als die ersten Bierchen serviert wurden.

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