Fußball

Zuwachs tröstet über S04-Frust hinweg

Einmal Schalker, immer Schalker: Ralf Grimberg geht mit Königsblau durch dick und dünn. Foto: RG
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Einmal Schalker, immer Schalker: Ralf Grimberg geht mit Königsblau durch dick und dünn.
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Der Remscheider Ralf Grimberg hat mit seinem Schwiegersohn in spe viel zu quatschen

Von Fabian Herzog

Der Fußball lässt ihn nicht los. Sein Leben lang hat Ralf Grimberg selbst gespielt. „Seit nunmehr 58 Jahren“, erzählt der Remscheider, der noch immer aktiv und so oft es geht bei den Alten Herren am Ball ist. Auch als Fan ist er mit Leib und Seele dem Fußball verfallen, hat diesbezüglich allerdings schon angenehmere Zeiten erlebt. Grimberg ist Anhänger des FC Schalke 04 und leidet sehr darunter, dass die Königsblauen derart abgeschmiert und derzeit Schlusslicht der Bundesliga sind. „Mein Herz blutet“, sagt der 64-Jährige.

Da freut es ihn um so mehr, besonderen Familienzuwachs erhalten zu haben. Tochter Janine ist seit anderthalb Jahren mit Florian Fulland zusammen – und der ist Trainer der U19 des VfL Osnabrück in der Junioren-Bundesliga und macht gerade unter anderem zusammen mit Miroslav Klose in Hennef die höchstmögliche Lizenz. „Mit ihm habe ich natürlich immer etwas zu quatschen“, berichtet Ralf Grimberg von seinem Traum-Schwiegersohn in spe.

Ralf Grimberg über sein Tor zum Kreispokalsieg in der D-Jugend

Thema Nummer eins ist und bleibt der Fußball, der im Leben des Remscheiders keinen so ganz geringen Stellenwert genießt. Vor allem an seine aktive Zeit denkt Grimberg gerne zurück. Am Kremenholl aufgewachsen, schloss er sich als kleiner Junge der Spielvereinigung an. „Damals war das ja noch eine sehr gute Adresse“, sagt er mit Blick auf die 1960er- und 1970er-Jahre. Was aus den Honsbergern mittlerweile geworden ist, bezeichnet er dagegen als „Trauerspiel“.

Auf seine eigene Zeit als Fußballer angesprochen, sprudelt es förmlich nur so aus ihm heraus. „In der D-Jugend sind wir Kreismeister geworden. Durch ein 2:1 gegen Marathon. Ich habe damals das Siegtor geschossen und war der König.“ Einmal angefangen, kommen Grimberg immer mehr Details in Erinnerung. „Das war ein langer Ball, den ich mit der Hacke verlängert habe. Da träume ich heute noch von.“

Noch als B-Jugendlicher wurde der Angreifer in der A-Jugend eingesetzt und erlebte Unvergessliches. Wie das Duell mit dem Nachwuchs Fortuna Düsseldorfs, zu dem niemand geringeres als Klaus Allofs gehörte. „Wir haben 0:2 verloren“, weiß Grimberg, als wäre es gestern gewesen. Im Tor der Spielvereinigung machte Roland Spott „ein Riesenspiel“ und Werbung in eigener Sache. Mit weitreichenden Folgen. Grimberg: „Schon in der Halbzeit haben die Düsseldorfer ihn wegen eines Wechsels angesprochen.“ Dazu kam es später dann auch.

Nach dem Abstieg mit den Honsbergern schloss sich Grimberg dem VfB Marathon an, um weiter in der Niederrheinliga zu spielen. „Wir hatten eine super Mannschaft.“ Unter Trainer Kurt Carell und Betreuer Sigi Reinhartz wurde 1975 im zweiten Jahr dann auch ungeschlagen der A-Jugend-Kreismeistertitel geholt. Mit Spielern wie Uwe Fröhlich, Frank Packheiser, Norbert Proske, Frank Pinnow, Frank Thias, Gigi Cara, Reiner Wolter, Tübi Schmilewski oder Michael Grimberg.

Nach dem Übergang in den Seniorenbereich kam der Remscheider in der VfB-Ersten, die damals der höchsten Amateurklasse angehörte, kaum zum Zug. Also ging er in die 2. Mannschaft, die immerhin auch noch in der Bezirksliga spielte. Später folgte die Rückkehr zur Spielvereinigung, bei der er auch in den Alten Herren kickte. Im Betriebssport war Grimberg ebenfalls aktiv – bei Keiper Recaro, wo er im Einkauf gearbeitet hat.

Sportliche Familie: Der Sohn läuft, die Töchter turnen und tanzen

Das private Glück haben seine Kinder perfekt gemacht. Sohn Maik (34) war ein ausgezeichneter Leichtathlet bei der LG Remscheid und später bei Bayer Leverkusen, die jüngere Tochter Jill (26) nahm mit den Artistic Jumpers an den World Games teil. Und da ist eben noch Janine (33), die gerne reist und tanzt. Sie hat der Lehrerberuf nach Osnabrück verschlagen, wo sie Florian Fulland (36) kennenlernte.

Der gebürtige Detmolder wiederum hat es als Spieler bis in die NRW-Liga geschafft und strebt jetzt eine (noch) erfolgreichere Trainerkarriere an. Nach dem Aufstieg mit der A-Jugend des VfL in die Bundesliga bekam er die Zulassung zur Fußball-Lehrer-Lizenz, die er in Hennef beziehungsweise derzeit coronabedingt von zu Hause aus noch bis zum Sommer absolviert. Auf seiner Vita stehen auch schon zwei Drittligaspiele mit dem SC Paderborn, weil er als Co-Trainer in der Saison 2016/17 die Rolle des Interimscoaches übernahm. „Er ist ein sehr aufgeschlossener und netter Typ“, schwärmt Grimberg, der sich als leidenschaftlicher Fußballer wohl kaum einen passenderen Schwiegersohn wünschen könnte.

Alte Herren

Noch immer spielt Ralf Grimberg leidenschaftlich gerne selber. Deshalb schließt er sich nach Stationen bei der 1. Spvg., dem WSV und dem FCR nun wohl der SG Hackenberg an. „Denn die nimmt noch am Spielbetrieb teil und trainiert nicht nur“, begründet er.

Ein Team wie gemalt: Die A-Jugend des VfB Marathon 1975. Mit der wurde Ralf Grimberg (hinten, 3.v.r.) als Kapitän Kreismeister.
Ein Herz und eine Seele: Janine Grimberg und Florian Fulland sind seit anderthalb Jahren zusammen.

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