Die Woche in Remscheid im Sport

Zuschauerschwund? Wir haben alles selbst in der Hand

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Der Rückgang der Zuschauerzahlen macht nachdenklich. Hat der Fußball an Reiz verloren? Oder sind es die Coronanachwirkungen mit der Folge, dass die Menschen bequemer geworden sind? Das fragt sich aus aktuellem Anlass RGA-Sportredakteur Andreas Dach.

Remscheid. Ein Mittwochabend im Eifgen. Es ist kalt, gewiss. Darf es im Oktober auch. Ansonsten sind die Bedingungen für einen schönen Fußballabend perfekt. Es ist trocken, im Fernsehen wird keine Champions League übertragen, im Angebot ist eine Partie des Niederrheinpokals, die Spannung verspricht. Nichts wie hin also! Oder eher doch nicht? Hmmmh, wie wir inzwischen wissen, haben sich genau 83 zahlende Zuschauer die Begegnung zwischen dem SV 09/35 Wermelskirchen und der DJK Teutonia St. Tönis angeschaut. Damit niemand glaubt, dass es sich um einen Schreibfehler handelt, wählen wir noch eine andere Schreibweise: DREIUNDACHTZIG.

Eine erschütternde Zahl, die arg nachdenklich macht. Liegt es am SV 09/35? Liegt es am Gegner? Will so spät niemand mehr raus? Hat der Fußball an Reiz verloren? Oder sind es die Coronanachwirkungen mit der Folge, dass die Menschen bequemer geworden sind? Es gibt genügend Ansätze, dieser bedauerlichen Zuschauerzahl auf die Schliche zu kommen. Wahrscheinlich hat jeder für sich einen guten Grund, sich solch ein tolles Fußballspiel – ja, das war es – entgehen zu lassen. Und doch sind wir an einem Punkt angekommen, über eine grundsätzliche Problematik nachdenken zu müssen. Eben über nachlassende Zuschauerzahlen. Beim SV 09/35 ist es am Mittwochabend besonders aufgefallen, aber der Trend zieht sich durch alle Bereiche. In der Kultur kämpfen Theater und Bühnen ums Publikum, sind teilweise mächtig frustriert, weil viele Plätze frei bleiben. Im Sport ist es nicht anders. Man denke alleine an die Fußball-Bundesliga, in der trotz zunehmender Pandemie-Lockerungen auch längst nicht alle möglichen Steh- und Sitzgelegenheiten genutzt werden. Das zieht sich weiter runter durch fast alle Ligen.

Vielleicht ist es ein Trost für den SV 09/35 und seine Ehrenamtler, die alles für einen gelungenen Fußballabend getan haben, mit dieser Enttäuschung nicht alleine zu stehen. Bestenfalls aber ein kleiner. Was haben wir alle in Coronazeiten nach Lockerungen geschrien und uns nach Normalität gesehnt. Jetzt kehrt sie zunehmend zurück, und wir nutzen die Möglichkeiten nicht? Das soll verstehen, wer will. Es liegt alleine an uns allen, Sportvereinen und Kulturinstitutionen das Überleben zu sichern. Indem wir Angebote nutzen und den Allerwertesten vom Sofa heben. Und so ganz nebenbei: Für Geist und Seele sind solche Sportplatz-, Hallen- und Theaterbesuche auch noch gut.

TOP Hochzeitsboom bei bergischen Sportlerinnen und Sportlern im Herbst.

FLOP Flutlicht und Mikrofonanlage im Dönges-Eifgen-Stadion.

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