Interview der Woche

Zimmermann holt Medaillen für Deutschland und hakt To-Do-Liste ab

Beim „kleinen Bruder der Paralympics“, wie Andreas Zimmermann die Spiele in Oxford bezeichnet, sammelte der Remscheider Erinnerungen für die Ewigkeit.
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Beim „kleinen Bruder der Paralympics“, wie Andreas Zimmermann die Spiele in Oxford bezeichnet, sammelte der Remscheider Erinnerungen für die Ewigkeit.
  • Fabian Herzog
    VonFabian Herzog
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Der Remscheider Badmintonspieler berichtet von der Europameisterschaft für Transplantierte und Dialysepatienten.

Bei den „European Transplant & Dialysis Games“, der Europameisterschaft für Transplantierte und Dialysepatienten im englischen Oxford haben Sie sich in der vergangenen Woche einen großen Traum erfüllt und gleich mehrere Punkte Ihrer sportlichen To-Do-Liste abhaken können. Erzählen Sie doch mal, welche das waren.

Andreas Zimmermann:Es war immer schon ein Kindheitstraum von mir, mal bei einem internationalen Turnier für Deutschland zu starten, auf dem Siegerpodest zu stehen und einen Titel zu holen. All das habe ich nun geschafft. In der Badminton-Konkurrenz der Ü50 konnte ich im Einzel Silber und im Doppel mit meinem Teamkollegen aus Leipzig Gold gewinnen.

Wie muss man sich diese Veranstaltung vorstellen?

Zimmermann: Im Prinzip war das wie eine Klassenfahrt für Erwachsene. Manche sagen auch: der kleine Bruder der Paralympics. Wir waren in einem Eliteinternat von 1700 untergebracht, das wie ein deutsches Haus war. Dort waren alle 40 Sportlerinnen und Sportler sämtlicher Disziplinen. Es war ein super Erlebnis und mit Abstand das Größte, was ich als Sportler gesehen habe. Ich habe alles aufgesaugt, mir in jeder freien Minute andere Sportarten von Tischtennis über Schwimmen bis Boule und Leichtathletik angeschaut, die deutschen Teilnehmer angefeuert und muss sagen: Ich grinse immer noch.

Teilnahmeberechtigt, auch wenn das in dem Zusammenhang unpassend klingt, waren Sie wegen einer Leukämieerkrankung vor einigen Jahren und der anschließenden Stammzellenspende an sich selbst.

Zimmermann: Genau. Ich habe dreimal Leukämie gekriegt und nach dem dritten Mal vor fünf Jahren eigene Stammzellen transplantiert bekommen.

Zurück zur EM: Wie groß war die sportliche Herausforderung?

Zimmermann: Ich bin mit meinen knackigen 57 in die Ü50 eingeteilt worden, wodurch ich nicht der Jüngste, aber auch nicht der Älteste war. Gespielt wurde im Einzel in zwei Gruppen à vier Spielern, die danach in Halbfinale und Finale den Sieger ermittelt haben. Ich bin bis ins Finale gekommen, habe da aber gegen den amtierenden Europameister und Vize-Weltmeister aus Tschechien mit 13:15 im Entscheidungssatz verloren. Ich war also knapp dran. Aber die Atmosphäre in der Halle war schon richtig geil. Es fanden keine anderen Matches parallel statt, so dass alle auf uns auf den Centercourt geguckt haben. Da hatte ich schon eine Gänsehaut, als wir Spieler vorgestellt wurden.

Und wie lief es im Doppel?

Zimmermann: Da waren altersbedingt nicht so viele Mannschaften dabei. Übers Halbfinale sind wir ins Endspiel gegen zwei Engländer eingezogen, die wir in zwei Sätzen geschlagen haben. Auch das war vom Erlebnis her super. Ich habe sogar ein Tränchen verdrückt. Aber nur ein ganz kleines.

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