Interview

Zeit mit Detlef Pirsig vergisst er nicht

Dieses Bild ist kürzlich beim Testspiel des WSV beim SV 09/35 entstanden: Stephan Küsters im Eifgen-Stadion. Foto: Günter Hiege
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Dieses Bild ist kürzlich beim Testspiel des WSV beim SV 09/35 entstanden: Stephan Küsters im Eifgen-Stadion.
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Ehemaliger FCR-Spieler Stephan Küsters ist zurück im Bergischen Fußball-Land.

Von Andreas Dach

Seit Ihrer Trennung von Viktoria Köln im Januar 2018 war es ruhiger geworden um Sie. Jetzt sind Sie der neue Sportliche Leiter des Wuppertaler SV. Was haben Sie in der Zwischenzeit gemacht?

Stephan Küsters: Ich bin die gesamte Zeit über in Sachen Fußball unterwegs gewesen und habe mir viele Spiele angeschaut. Es war immer mein Ziel, irgendwann wieder in das Fußballgeschäft zurückzukehren.

Jetzt ist es der WSV in der Regionalliga geworden.

Küsters: Für mich ist der Wuppertaler SV ein schlafender Riese, der gerade nicht so schöne Zeiten hinter sich hat. Mit dem Stadion, den Fans, dem großen Potenzial, guten Netzwerken und einem guten Team drumherum wollen wir ihn wieder erwecken.

Hat es viel Überredungskunst seitens Friedhelm Runges bedurft, Sie von der Aufgabe im Stadion am Zoo zu überzeugen?

Küsters: Wir sind schnell übereingekommen. Das Gros der Mannschaft war ja schon hingestellt worden, jetzt müssen wir die Feinarbeit leisten. Ich bin niemand, der zurückblickt, sondern die Aufgabe positiv angeht. Wir wollen die starken Fans auf unserem Weg mitnehmen und fangen bei Null an. Vor allem ich.

Wie sind Sie eigentlich vom Spieler in den Funktionärsbereich gerutscht?

Küsters: Das war bei Preußen Münster. Dort hatte man mich noch in guter Erinnerung, weil ich von 1998 bis 2006 dort gespielt habe. Als die 2. Mannschaft in der Westfalenliga in Abstiegsgefahr geraten war, hat mich der Präsident angerufen und gefragt, ob ich als Trainer aushelfen kann. Ich habe mit dem Team die Klasse gehalten. Danach bin ich bei Preußen Münster Teammanager geworden, habe aber eigentlich schon die Aufgaben eines Sportlichen Leiters erfüllt.

Sie kennen demnach beide Seiten. Hat sich der Fußball sehr verändert? Sind die Typen andere geworden?

Küsters: Es hat sich schon einiges verändert. Es gibt nicht mehr so viel wirkliche Typen in der Szene. Wichtig ist, dass man ehrlich ist. Als Sportlicher Leiter ticke ich noch immer ein wenig wie ein Spieler. Bei mir ist die Tür offen. Ich glaube nicht, dass man sich Respekt mit Abstand erarbeitet. Man kann ruhig auch mal mit den Jungs ein Bierchen trinken. Allerdings werden sie auch merken, wenn ich in die Kabine komme und sauer bin.

Lassen Sie uns auch über den FC Remscheid sprechen, für den Sie zwischen 1996 und 1998 als offensiver Mittelfeldspieler in der Regionalliga, damals der dritthöchsten Liga, aufgelaufen sind.

Küsters: Gerne.

Gibt es noch Kontakt zu einzelnen Spielern von damals?

Küsters: Nein, den längsten Kontakt hatte ich zu Co-Trainer Friedhelm Vos. Eine Zeit lang auch zu Trainer Detlef Pirsig. Leider sind beide schon gestorben. Es war eine schöne Zeit in Remscheid. Unvergessen sind die Trainingslager auf Gran Canaria. Wir hatten dort noch nicht einmal einen Trainingsplatz. Zuerst habe ich gedacht, irgendwo lauert eine versteckte Kamera. Morgens haben wir am Strand Dünenläufe gemacht, nachmittags kleiner Spielchen. Den MSV Duisburg haben wir in einem Freundschaftsspiel geschlagen. Der damalige Zweitligist war mit Blick auf unsere Trainingsbedingungen fassungslos.

Es hat funktioniert mit Pirsig und Vos.

Küsters: Man sieht, dass man auch mal mit unkonventionellen Mitteln erfolgreich sein kann. Auch bezüglich unseres abendlichen Ausgangs haben die beiden nicht so genau hingeschaut. Wichtig war, dass wir morgens pünktlich beim Training waren. Und Leistung gebracht haben.

Mit Ihrem damaligen Mitspieler Ingmar Putz hatten Sie später zusammen ein Sportgeschäft.

Küsters: Vor elf Jahren haben wir uns getrennt, sind keine Geschäftspartner mehr.

Zurück zum WSV. Für welchen Zeitraum haben Sie sich gebunden?

Küsters: Über Vertragsdetails spreche ich grundsätzlich nicht. Ich hoffe, einen guten Job zu machen und ziemlich lange zu bleiben.

Sie sind seit 30 Jahren zuckerkrank. Wie leben Sie mittlerweile damit?

Küsters: Ich bin Typ-1-Diabetiker. Der Zucker wurde entdeckt, als ich gerade Profi in Uerdingen geworden war. Ich spritze Insulin, bin gut eingestellt und trage einen Sensor am Körper, der mir alle wichtigen Daten aufs Handy überspielt und mich jederzeit reagieren lässt.

Zur Person

Stephan Küsters wurde am 6. Oktober 1971 in Dinslaken geboren. Seit wenigen Tagen ist der ehemalige Regionalliga-Fußballer des FC Remscheid (1996 bis 1998) neuer Sportlicher Leiter beim Regionalligisten Wuppertaler SV. Er lebt getrennt von seiner Frau und hat sein Zuhause in Pulheim.

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