Schwimmen

Yannis Willims Tapetenwechsel fürs bessere Gefühl

Yannis Willim erhofft sich einen Leistungsschub. Foto: T. Wilsdorf
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Yannis Willim erhofft sich einen Leistungsschub.
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Wermelskirchener Spitzenschwimmer schließt sich Brust-Stützpunkt in Bochum an.

Von Fabian Herzog

Wermelskirchen. Einigermaßen turbulent geht´s derzeit zu an der Spitze des Deutschen Schwimmsports. Plötzlich werden, um nur ein Beispiel zu nennen, Nominierungsfristen für große Wettkämpfe verlängert, was bei manch einem Athleten durchaus zu Irritationen führt. Auch hinter Yannis Willim liegen turbulente Tage. Der Wermelskirchener Leistungssportler ist relativ spontan nach Bochum gewechselt und hat sich einer dort neu ins Leben gerufenen Stützpunktgruppe angeschlossen. „Es bot sich einfach an“, sagt der 22-Jährige über die Rückkehr nach Nordrhein-Westfalen.

Im Herbst 2019 war Willim nach Leipzig gegangen, wo er sich prima eingelebt und bei der dortigen Schwimm-Startgemeinschaft einen ordentlichen Karrieresprung hingelegt hat. Entsprechend schwer fiel ihm nun der Wechsel, der sich vorerst aber aufs Geografische beschränkt. Heißt: Er schwimmt weiter für die SSG. Der Umzug ins Bochumer Internat als Übergangslösung ist aber schon vollzogen. „Mir blutet ein bisschen das Herz“, gibt der Wermelskirchener zu.

Viele Gründe sprechen für einen Wechsel in den Ruhrpott

Gründe, in den Ruhrpott zu wechseln, habe es aber mehrere gegeben. Zum Beispiel sein Industriedesign-Studium, das Willim weiter in Wuppertal absolviert und nach fast zwei Jahren per Video wieder auf Präsenz umgestellt wird. Außerdem erfuhr er von dem Leistungsstützpunkt in Bochum, der speziell auf die Brust-Strecken und damit genau Willims Disziplinen abzielt. „Da entwickelt sich etwas“, sagt er. Mit Mark Jayasundara stieß auch ein Top-Trainer dazu, der beispielsweise Brust-Schwimmer Lucas Matzerath vergangenes Jahr unter die Top Ten bei Olympia geführt hatte. Zudem wechselte mit Max Pilger einer von Willims Mitstreitern an der nationalen Spitze von Essen nach Bochum.

Und dann ist da noch die sportliche Situation des 22-Jährigen. Nach dem starken Vorjahr mit zwei Deutschen Meistertiteln und der Teilnahme am Weltcup in Berlin läuft es in dieser Saison noch nicht wie erhofft. Bei den Quali-Wettbewerben schwamm Willim wahrlich keine schlechten Zeiten, schaffte aber weder die erhofften Normen noch kam er an die 2021er-Leistungen heran. Geschweige denn, dass er sich steigern konnte. „Es hat sich letztes Jahr irgendwie besser angefühlt und für meine eigenen Ansprüche nicht gereicht“, sagt der Wermelskirchener, der sich deshalb ganz bewusst für den Tapetenwechsel entschieden hat.

In Bochum will er jetzt noch einmal angreifen. Denn: „Die Saison ist ja noch nicht vorbei.“ Als neues Ziel hat er die Junioren-EM in Italien Anfang Juli mit der U23-Nationalmannschaft ins Auge gefasst. Die Normen dafür ist er schon geschwommen. Was fehlt, sind klare Nominierungsrichtlinien beziehungsweise Informationen des Verbandes. Willim: „Wir hängen da ein bisschen in der Luft.“

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