Handball

Witte erfüllt sich einen Herzenswunsch

René Witte war am Freitag, allerdings wenig erfolgreich, in der 2. Handball-Bundesliga in Gummersbach zu Gast. Foto: Peter Kuhlendahl
+
René Witte war am Freitag, allerdings wenig erfolgreich, in der 2. Handball-Bundesliga in Gummersbach zu Gast.
  • Peter Kuhlendahl
    VonPeter Kuhlendahl
    schließen

Ex-TuS-Coach in Eisenach.

Von Peter Kuhlendahl

Er zeigte keine Regung und verzog während des gesamten Spiels auf der Bank des ThSV Eisenach keine Miene. Doch innerlich dürfte es in René Witte, dem Geschäftsführer und Manager des Zweitligisten aus Thüringen, gebrodelt haben. Denn die 24:33 (8:18)-Niederlage, die sein Team am Freitagabend beim VfL Gummersbach kassierte, war schon gesalzen. „Das war ein Abend zum Wegwerfen“, redete auch ThSV-Trainer Markus Krauthoff-Murfuni nicht lange um den heißen Brei herum.

Statements zum Spiel ersparte sich derweil Witte, der sich aus dem Oberbergischen auf den Weg nach Haan machte. Dort ist einer der beiden Lebensmittelpunkte des früheren Trainers und Sportlichen Leiters des TuS Wermelskirchen, für den er viele Jahre im Einsatz war. „Ansonsten pendle ich zwischen Eisenach und Haan, wo auch meine beiden Söhne leben“, erzählt der 43-Jährige.

Witte geht vor drei Jahren ein großes Risiko ein

Vor drei Jahren hatte Witte seinem Leben eine ganz andere Richtung gegeben. Sein Heimatverein aus Thüringen, der nach der Wende zehn Jahre in der 1. und 15 Jahre in der 2. Bundesliga gespielt hatte, musste den bitteren Gang in die 3. Liga antreten. René Witte, der nach seiner Zeit in Wermelskirchen den Neusser HV und die daraus entstandenen Rhein Vikings in die 2. Bundesliga geführt hatte, war zu diesem Zeitpunkt bereits bei den Rheinländern ausgestiegen. Und mit dem Engagement in Eisenach erfüllte sich dann sein Herzenswunsch. „Da stamme ich her. Die Stadt ist unglaublich handballverrückt, und der Vorgängerverein des ThSV hat bereits zu DDR-Zeiten zu den Spitzenteams gehört“, erzählt Witte, der persönlich aber ein großes Risiko ging. Er kündigte nach 20 Jahren seinen Dienst beim Zoll.

Bereits in seinem ersten Jahr in Eisenach gelang der sofortige Wiederaufstieg in die 2. Liga im Jahr 2019. Die vergangene Saison schlossen die Thüringer mit dem elften Platz ab. Und die Ziele für die aktuelle Meisterschaftsrunde? „Da geht es einzig und alleine darum, die Liga zu halten. Und dies wird in diesen unsäglichen Pandemiezeiten schwierig genug“, sagt Witte, der dabei nicht nur den sportlichen Aspekt im Auge hat. „Eisenach ist von der Automobilindustrie geprägt. Dort gab es vor der Pandemie fast Vollbeschäftigung. Mittlerweile sind die Arbeitslosenzahlen nach oben geschnellt. Wichtig ist, dass uns die Mittelstandsbetriebe als Sponsoren weiter die Treue halten.“

Dadurch können auch die nun fehlenden Zuschauereinnahmen kompensiert werden. Witte: „Wir hatten im Schnitt fast 2200 Fans, die unsere in die Jahre gekommene Halle zu einem Hexenkessel gemacht haben.“ Apropos Halle: Da haben die Thüringer Großes vor. In der Stadt wird eine neue Arena gebaut, die 2024 in Betrieb genommen werden kann. „Das ist im Profi-Handball überlebenswichtig“, betont Witte, der sich übrigens mit den Entscheidungsträgern aus Eisenach auch die Schwalbe-Arena in Gummersbach als Beispiel angeschaut hatte.

Den Handball im Bergischen Land bekommt Witte derweil nur noch am Rande mit. „Für den Bergischen HC hoffe ich, dass er auch bald eine neue Arena bekommt. Die Leistung der Bergischen Panther in der 3. Liga ist bewundernswert. Ein Sprung in die 2. Liga werden sie wie auch die HG Remscheid oder der Leichlinger TV alleine nicht schaffen. Früher war oft von einem gemeinsamen Club an der Bundesstraße 51 die Rede“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Die Auftaktbilanz lässt sich einordnen
Die Auftaktbilanz lässt sich einordnen
Die Auftaktbilanz lässt sich einordnen
Robin Rambau erlebt einen goldenen Tag
Robin Rambau erlebt einen goldenen Tag
Robin Rambau erlebt einen goldenen Tag
Fußball: Lopez Aragon wird zum Verfolger
Fußball: Lopez Aragon wird zum Verfolger
Fußball: Lopez Aragon wird zum Verfolger
Fußball: Stratemeyer schon bei 18 Toren
Fußball: Stratemeyer schon bei 18 Toren

Kommentare