Interview

„Wir wollen beste Perspektiven bieten“

Jörn Abrahams ist als Aktiver und als Trainer seit Jahren eine feste Größe bei der LG Remscheid.
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Jörn Abrahams ist als Aktiver und als Trainer seit Jahren eine feste Größe bei der LG Remscheid.
  • Andreas Dach
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Gespräch: Trainer Jörn Abrahams ist bei der LG Remscheid für einen leistungsstarken Jahrgang verantwortlich.

Von Andreas Dach

Die Saison mit der LG Remscheid hat vielversprechend begonnen. Wie bewerten Sie die Erfolge der U14 und U16 unlängst bei den Regionsmeisterschaften, die Sie als Trainer miterleben durften?

Jörn Abrahams: Das war ein fast perfekter Wettkampf. Er ist für uns super gelaufen. 13 persönliche Bestmarken, die aufgestellt worden sind, sind ein bombastischer Wert. Ich finde, dass wir eine gute Entwicklung nehmen und beobachte bei vielen eine kontinuierliche Steigerung.

Sie wirken gerade ein wenig aus der Puste, Herr Abrahams. Verraten Sie uns den Grund?

Abrahams: Ihr Anruf hat mich bei meinem eigenen Training erwischt. Das ist der Grund. Kleinen Moment, ich mache mal ein paar Minuten Pause.

Das bedeutet, dass Sie sich nicht ausschließlich auf die Trainertätigkeit konzentrieren.

Abrahams: Auf die Arbeit mit der U14 und der U16 lege ich meinen Fokus. Unabhängig davon würde ich aber gerne noch einmal selbst die Einzel-Qualifikation für eine Deutsche Meisterschaft schaffen. Ich konzentriere mich auf die 400 Meter Hürden.

Eigentlich sind Sie aber Zehnkämpfer und waren schon einmal bei einer DM dabei.

Abrahams: Das war 2018. Da bin ich in Wesel Zwölfter gewesen. Das war schon ein tolles Erlebnis. Noch mehr ist bei mir aber hängen geblieben, dass ich die Quali dafür überhaupt geschafft habe. Mein Trainer – das bin ich selbst gewesen.

Auch jetzt wieder, da Sie die 400 Meter Hürden für sich auserkoren haben?

Abrahams: Ja, ich coache mich selbst.

Fehlt es der LG also an guten Trainern? Die Frage ist nicht wirklich ernst gemeint.

Abrahams: Ich finde, wir sind gut aufgestellt in dem Bereich. Ramona Bothe ist für die U10 und die noch Jüngeren verantwortlich, Thomas Velten kümmert sich um die U12 und Ina Garweg um die U18 und die noch Älteren. Die U14 und die U16 sind, wie schon erwähnt, unter meiner Regie. Weitere Trainer sind aber trotzdem sehr willkommen bei uns.

Wo steht die LG Remscheid, ist sie ein Ausbildungsverein?

Abrahams: Wir versuchen, unseren Athleten, egal welchen Alters, die bestmöglichen Perspektiven zu bieten. Dass uns immer wieder mal jemand verlässt und er oder sie woanders das Glück sucht, ist absolut legitim und vollkommen gegönnt. Man denke beispielsweise an Amelie Klug und Nino Zirkel, die sich beim TSV Bayer Leverkusen weiterentwickeln. Oder an Torben Könemund. Was er derzeit macht, weiß ich allerdings nicht. Wenn ein hochtalentierter Athlet oder eine Athletin im Stadion seine Tempoläufe alleine machen muss und nur der Trainer mit dem Rad dabei ist, macht das keinen Sinn. Wir versuchen aber, mit unseren Leistungsträgern möglichst lange zusammenzuarbeiten und sie immer wieder neu zu motivieren, weiter bei uns Leichtathletik zu betreiben.

Sie sprechen von Leistungsträgern. Würden Sie namentlich benennen wollen, welches die möglicherweise gerade größten Hoffnungsträger sind?

Abrahams: Das ist schwierig, weil viele in den unterschiedlichsten Altersklassen auf einem sehr guten Weg sind. Sicher gehört das Quintett dazu, das gerade bei den Regio-Meisterschaften für viel Freude gesorgt hat. Dies sind Nelly Schröder, Lenya Schwedt, Zoe Klawonn, Jan Edelmeier und Max Otto Biesenbach, alle aus der U14. Genauso muss man auch Cecilia Klug und Mika Ajder aus der U16 nennen.

Werden einige der Genannten in diesem Sommer schon bei großen Ereignissen dabei sein?

Abrahams: Die NRW-Meisterschaften gibt es ja erst ab der U16. Ich sehe da Potenzial bei uns, das gilt auch für Ältere. Mit der Qualifikation für die DM könnte es eng werden, ausgeschlossen ist sie aber nicht. Spätestens im kommenden Jahr ist die Wahrscheinlichkeit, bei der DM dabei zu sein, aber auf jeden Fall gegeben.

Wie hat es in 2022 eigentlich mit Trainingslagern ausgesehen, oder wie sieht es aus?

Abrahams: Ich war mit der U14 und U16 über Ostern in Meppen. Für den Herbst sind auch noch fünf Tage in der Nähe vorgesehen. Vielleicht in Wipperfürth.

Im September wird die LG Remscheid wieder ihr großes Sportfest ausrichten.

Abrahams: Das werden bestimmt wieder zwei tolle Tage. Samstags mit der Kinder-Leichtathletik und dem Stabhochsprung, sonntags dann mit dem großen Schülersportfest. Da werden viele unserer Aktiven den Heimvorteil nutzen wollen.

Zur Person

Jörn Abrahams wurde am 30. Januar 1995 in Lennep geboren. Der gelernte Biologielaborant hat nach seiner Ausbildung vier Jahre bei Bayer gearbeitet. 2021 hat er ein Lehramtsstudium (Bio und Sport) in Köln begonnen. Er ist Leichtathlet bei der LG RS und trainiert den Nachwuchs.

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