Interview

Serdar Üyüklüer: „Wir werden auch Lehrgeld bezahlen“

Serdat Üyüklüer blickt sehr zufrieden auf die fast beendete Saison zurück. Foto: Andreas Dach
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Serdar Üyüklüer blickt sehr zufrieden auf die fast beendete Saison zurück.
  • Peter Kuhlendahl
    VonPeter Kuhlendahl
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In seinem ersten Trainerjahr ist Serdar Üyüklüer mit dem FC Remscheid II in die Fußball-Kreisliga A aufgestiegen.

Dass der Aufstieg bereits am Dienstag vergangener Woche feststand, kam schon ein wenig überraschend, oder?
Serdar Üyüklüer: Im Grunde ja. Wir haben bei der 2. Mannschaft des RSV Hückeswagen mit 15:0 gewonnen. Eine Viertelstunde später begann an diesem Abend das Spiel unseres Konkurrenten TuRa Süd II gegen den SSV Bergisch Born III. Wir haben mitbekommen, dass die Borner zur Pause mit 2:1 führten. Wir mussten nach unserem Spiel dann warten. Schließlich kam die Nachricht, dass die Süder am Ende 2:5 verloren hatten, und wir aufgestiegen waren.
Und was passierte dann?
Üyüklüer: Dann sind wir alle zusammen in Hückeswagen noch Essen gegangen.
Wann wird denn richtig gefeiert?
Üyüklüer: Zunächst sind wir ja schon vom Verein vor dem Spiel unserer Landesliga-Mannschaft am Sonntag im Röntgen-Stadion geehrt worden. Am 13. Mai soll am Jahnplatz in Lüttringhausen eine kleine Feier steigen. Außerdem planen wir auch noch eine Mannschaftstour über ein langes Wochenende.
Sie sind mit Ihrer Mannschaft relativ locker durch die Meisterschaftsrunde marschiert. War es so einfach, wie es scheint?
Üyüklüer: Das war es eben nicht. Das fing schon mit unserem Kader an. Als wir in die Saison gestartet sind, hatten wir fast 30 Spieler. Zuletzt in Hückeswagen waren 13 vor Ort. Ich hatte auch ein Trikot dabei.
Was waren die Gründe für diesen Exodus?
Üyüklüer: Es ist in erster Linie ein Generationenproblem. Wir haben eine sehr große Anzahl von A-Jugendlichen im Kader. Und es ist eben nicht mehr wie früher, dass man sicher dabei bleibt.
Aber Sie haben es doch geschafft. War die Konkurrenz nicht so stark?
Üyüklüer: Entscheidend ist, dass wir eine gute Mischung im Team haben. Neben den Nachwuchsspielern gibt es auch einige erfahrene Akteure. Gute Spieler findet man auch bei den gegnerischen Teams. Am Ende hatten wir auch wegen der besseren Fitness unserer A-Jugendlichen die Nase vorn.
Können Sie mit dem Kader auch in der Kreisliga A bestehen? Und bleibt das Team so zusammen?
Üyüklüer: Der Großteil des Kaders bleibt zusammen. Aber natürlich müssen wir uns verstärken. Wir werden im Sommer auch die eine oder andere offene Trainingseinheit anbieten. Wer Interesse hat, bei uns zu spielen, ist gerne willkommen. Ansonsten glaube ich, dass wir mit der aktuellen Mannschaft in der Liga mithalten können.
Als Aufsteiger geht man mit dem Ziel ins Rennen, den Klassenerhalt zu schaffen. Oder stecken Sie sich andere Ziele?
Üyüklüer: Man soll den Mund ja nie zu voll nehmen. Darum bin ich mit Zielen vorsichtig. Wir wollen eine gute Rolle spielen. Es wird viele Spiele geben, die ihre eigenen Gesetze haben. Kleinigkeiten werden oft entscheiden. Und wir werden auch Lehrgeld zahlen. Gerade unsere jungen Spieler werden sich an eine härtere Gangart gewöhnen müssen.
Beim FCR gibt es ja das Konzept 2025...
Üyüklüer: ... das besagt, dass 2025 die 1. Mannschaft in der Oberliga und die Zweite in der Bezirksliga spielt.
Was bedeutet, dass es im ganzen Verein eine gute Zusammenarbeit zwischen den Mannschaften geben muss. Wie ist diese im Moment?
Üyüklüer: Die ist jetzt bereits schon prima. Die 2. Mannschaft soll auch Akteuren aus dem Landesligakader nach Verletzungen die Möglichkeit geben, wieder Spielpraxis zu sammeln. Das ist in der neuen Saison in der Kreisliga A viel sinnvoller, als in der B-Liga. Aber auch in dieser Saison war die Zusammenarbeit mit FCR-Coach Marcel Heinemann, seinem Co-Trainer Mike Kupfer und mit Mike Zintner sehr gut. Am Anfang der Saison hatten bereits Spieler aus dem Landesligakader bei uns ausgeholfen.
Klappt auch die Zusammenarbeit mit dem FCR-Vorstand?
Üyüklüer: Da läuft alles gut. Der Vorstand um Ralf Niemeyer und Thorsten Greuling unterstützt uns. Und ganz wichtig ist die Arbeit des FCR-Jugendkoordinators Stephan Kerkien gewesen.
Der FCR ist Ihre erste Trainerstation. Wie kam es überhaupt dazu?
Üyüklüer; Da hatte Harald Faßbender seine Hände im Spiel. Er wusste, dass ich Interesse hatte, im Trainerbereich zu arbeiten. Allerdings hätte ich es mir eher vorstellen können, das mit ihm zusammen zu machen. Dann rief er mich an und meinte, dass der FCR für seine 2. Mannschaft einen Trainer sucht und hat mir die Telefonnummer von Ralf Niemeyer gegeben.

Zur Person

Serdar Üyüklüer wurde am 17. April 1979 in Lennep geboren. Dort lebt er mit seiner zweiten Ehefrau in einer Patchwork-Familie mit Kindern. Üyüklüer ist Geschäftsführer und 1. Bevollmächtigter der IG Metall Remscheid-Solingen. Seine fußballerische Wiege hat beim BV 08 Lüttringhausen gestanden. Im Seniorenbereich hatte er einige Stationen. Unter anderem beim BV 10 Remscheid. Dort hat er in der Bezirksliga gespielt und war auch zuletzt aktiv.

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