Schwimmen

Willim kann Top-Form kaum unter Beweis stellen

Seine positive Art hat sich Yannis Willim auch in diesem von Absagen und Unsicherheiten geprägten Jahr 2020 nicht nehmen lassen. Foto: Ria Hennebach
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Seine positive Art hat sich Yannis Willim auch in diesem von Absagen und Unsicherheiten geprägten Jahr 2020 nicht nehmen lassen.
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Der Wermelskirchener schwimmt so schnell, wie kein anderer in Deutschland.

Von Fabian Herzog

Vielen Leistungssportlern fehlt in Corona-Zeiten vor allem eines: die Perspektive. Tagtäglich trainieren sie, wissen aber wegen der unsicheren Wettkampflage oft nicht, wann sie auf den Punkt topfit sein müssen. So ergeht es seit dem Ausbruch der Pandemie auch Yannis Willim. Der Wermelskirchener Spitzen-Schwimmer, der seit knapp einem Jahr für die SSG Leipzig startet und auch in der sächsischen Metropole lebt, tut sich schwer damit, zielgerichtet zu trainieren. „Man verliert die Sicherheit, auf einen Termin hinzuarbeiten“, sagt er.

Vor wenigen Tagen wäre er bei der Deutschen Meisterschaft in Berlin ins Wasser gestiegen. Aber auch die fiel kurzfristig aus. „Wir hatten uns schon drauf eingestellt, weil die Infektionszahlen immer weiter gestiegen sind“, erzählt der 21-Jährige. So hatte er bei Alternativwettkämpfen in Magdeburg und Dresden gemeldet, von denen der in der sächsischen Landeshauptstadt dann auch stattfand. „Man lernt es, zu schätzen, an Wettkämpfen teilzunehmen“, sagt Willim über den aufgrund der Rarität gestiegenen Stellenwert.

Sportlich lief es dann auch sehr zufriedenstellend, was schon verwunderte. Zum einen wegen der fehlenden Praxis der letzten Monate, zum anderen wegen der Tatsache, dass er seine beiden Disziplinen an einem Tag schwimmen musste. Zur Erklärung: Schwimmer steigern sich üblicherweise zum Nachmittag hin. Willim musste seine Paradestrecke 200-Meter-Brust schon am Vormittag abspulen.

Einen Tick schneller war der Wermelskirchener bei seinem zweiten Wettkampf seit Corona. Ende Juli schwamm er in Magdeburg über 100 und 200 Meter Brust extrem starke neue Bestzeiten. „Das hat echt super geklappt.“ Mit seinen Leistungen gehört er zur absoluten Spitze in Deutschland, mit der 200er-Zeit (2:13,36 Minuten) ist er sogar die derzeitige Nummer eins. „Die Rangliste ist aber mit Vorsicht zu genießen“, verweist Willim unter anderem darauf, dass Marco Koch, der Favorit über 200 Meter Brust, beim ISL-Meeting in Budapest derzeit nur auf der Kurzbahn schwimmt. „Deswegen bilde ich mir darauf auch nichts ein.“

Weltcup-Start in Berlin bleibt ihm pandemiebedingt verwehrt

Gedankenspiele um sein Level im nationalen wie internationalen Vergleich leugnet Willim nicht. Auch die Frage, was ohne Corona dieses Jahr möglich gewesen wäre, schießt ihm immer wieder in den Kopf. „Da denke ich ständig drüber nach“, gibt er zu. Fakt ist: Im Oktober hätte der 21-Jährige beim Weltcup in Berlin starten dürfen, hatte deswegen extra seinen diesjährigen Sommerurlaub – unter anderem bei seiner Familie in Wermelskirchen – verkürzt.

Verwehrten Chancen will Willim, der in Leipzig mittlerweile im Zentrum wohnt und dank digitaler Möglichkeiten weiterhin in Wuppertal Industriedesign studiert, nicht nachtrauern. Er richtet den Blick nach vorne und ist froh, als Kaderathlet weiter trainieren zu können. Auch wenn ihm aktuell eines fehlt: die Perspektive.

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