Im Gespräch

FCR will eingeschlagenen Weg weitergehen

Der FCR ist für den Vorsitzenden Ralf Niemeyer mittlerweile eine Herzensangelegenheit geworden.Foto: Andreas Dach
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Der FCR ist für den Vorsitzenden Ralf Niemeyer mittlerweile eine Herzensangelegenheit geworden.
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Der Vorsitzende Ralf Niemeyer spricht unter anderem über die Planungen am Jahnplatz.

Von Andreas Dach 

Sie kommen direkt von Burkhard Mast-Weisz zu uns zum Interview. Was gab es mit dem Oberbürgermeister zu besprechen?

Ralf Niemeyer: Ich war gemeinsam mit meinem Vorstandskollegen Thorsten Greuling bei ihm. Wir haben uns für seine Unterstützung bedankt. Herr Mast-Weisz ist ja auch stellvertretender Beiratsvorsitzender bei uns und hat das eine oder andere Sponsorengeschäft vermittelt.

Es gab doch sicherlich noch mehr Themen.

Niemeyer: Wir haben auch über die neu entstandene Situation bezüglich der Nutzung des Röntgen-Stadions gesprochen. Dadurch, dass sich der Bau des DOC weiter verzögert, haben wir ein bisschen bessere Planungssicherheit. Im Moment sieht es so aus, als könnten wir noch zwei Jahre dort Fußball spielen. Verbürgt ist das natürlich nicht.

Eine Prachtarena ist es nicht mehr. Der Zahn der Zeit hat am Röntgen-Stadion genagt.

Niemeyer: Weshalb wir uns auch vorgenommen haben, es in Eigenregie in einzelnen Teilen ein wenig aufzuhübschen. Wir denken da an die Kabinen und den 1908-Treff im Eingangsbereich.

Und was gibt es Neues vom Jahnplatz in Lüttringhausen? Dort sollte perspektivisch doch auch Hand angelegt werden. Sogar in größerem Umfang.

Niemeyer: Wir planen, am Jahnplatz ein neues Vereinsheim zu bauen. Zunächst einmal müssen alle Formalitäten erledigt werden, ehe wir weitersehen. Zudem würden wir gerne eine kleine Tribüne entstehen lassen. Wir haben uns viele Gedanken gemacht, die Pläne liegen vor. Auch über diese Themen haben wir mit dem Oberbürgermeister gesprochen.

Seit dem April 2020 sind Sie nach einigen Turbulenzen der 1. Vorsitzende des FC Remscheid. Mögen Sie ein kleines Fazit zu Ihrer bisherigen Amtszeit ziehen?

Niemeyer: Zunächst war es die wichtigste Entscheidung, Marcel Heinemann als Trainer zurückzuholen. Er hat von uns freie Hand bekommen, was die Spielerverpflichtungen anging. Natürlich im Rahmen des Etats, den wir vorgegeben hatten. Dann ging es darum, den Verein durch die finanzielle Misere zu bringen. Ich kann sagen, dass wir derzeit schuldenfrei sind. Schließlich galt der Blick der Jugend, mit welcher wir unbedingt eine engere Verknüpfung herstellen wollten. Das ist uns gelungen. Stephan Kerkien als Jugendvorstand und Markus Hosnjak als Jugendleiter leisten herausragende Arbeit. Die Jugend ist das Herz des Vereins, die 1. Mannschaft das Aushängeschild.

Bis vor zwei Jahren hatten Sie mit dem FCR wenig bis gar nichts zu tun. Jetzt sind Sie der Chef.

Niemeyer: Wenn mir das damals jemand gesagt hätte, hätte ich es nicht für möglich gehalten. Aber Zeiten ändern sich, und nach dem Rückzug von Lars Althoff und Acar Sar musste es ja weitergehen. Mein Team um mich herum macht einen hervorragenden Job, das hat es mir leichter gemacht zuzusagen. Selbst mein Vater, der den FCR ja seit Jahrzehnten mit großem Engagement begleitet, hat gesagt, dass er froh und glücklich ist, dass ich es mache. Mir ist der Verein mittlerweile sehr ans Herz gewachsen.

Als Sie angetreten sind, wurden die Agenda Oberliga 2025 aufgestellt. Ist das angesichts der Coronalage noch aktuell?

Niemeyer: Wir gehen davon aus, dass wir noch weitere Sponsoren dazubekommen. Wir wollen nicht von einigen wenigen abhängig sein. Sie werden kommen, wenn sie sehen, dass bei uns solide gearbeitet wird. Stück für Stück wollen wir uns breiter aufstellen. Zu der Agenda gehört übrigens auch, dass wir 2025 mit drei Jugend-Teams in der Niederrheinliga vertreten sein möchten. Ja, wir halten an unseren Zielen fest.

Im Moment führt der FCR die Landesligatabelle an. Was passiert eigentlich, wenn in dieser Spielzeit schon der Aufstieg gelingen würde?

Niemeyer: Dann würden wir das dankend und mit einer Portion Demut annehmen. Es wäre eine Aufgabe, der wir uns stellen würden. Wir würden den Weg mit jungen und hungrigen Spielern weitergehen, die mit viel Freude bei der Sache sind. Als die Einnahmen in der Coronazeit im Laufe des Jahres fehlten, waren sie sogar bereit, auf Gelder zu verzichten. Es sind charakterlich ganz starke Jungs, die wir im Kader haben.

Klingt alles sehr positiv. Gab es auch Rückschläge?

Niemeyer: Ja. Dass wir die 2. Mannschaft aus der Kreisliga A zurückziehen mussten, war ein echter Nackenschlag. Wir hatten gedacht, dass es dort läuft und müssen uns ankreiden lassen, dass wir zu spät reagiert haben. Jetzt sind bereits Kontakte geknüpft, damit wir in der kommenden Spielzeit wieder eine Zweite aufbieten können. Wir brauchen sie als Unterbau.

Wenn Corona es zulässt, findet am 8. Februar die Mitgliederversammlung des FCR statt. Machen Sie weiter?

Niemeyer: Wenn die Versammlung das wünscht, werde ich mich weiter der Verantwortung stellen und versuchen, den FCR auf noch stabilere Füße zu stellen.

Im Moment laufen sehr aufwendige Merchandising-Maßnahmen.

Niemeyer: Wir müssen zusehen, dass wir fehlende Zuschauereinnahmen ausgleichen. Deshalb verkaufen wir Trikots und Schals, vielleicht demnächst auch noch Poster. Die Fans nehmen das sehr gut an. Deutlich besser, als wir das erwartet hätten.

Abschließende Frage – und die muss sein: Wie ist eigentlich ihr Verhältnis zu Lars Althoff und Acar Sar, mit denen Sie ja mal gemeinsam das Vorstandsteam gebildet haben?

Niemeyer: Seit dem Rückzug hat es leider keinen Kontakt mehr gegeben. Ich möchte aber hervorheben, dass beide einen großen Anteil daran haben, dass der FCR gerettet wurde.

Persönlich

Ralf Niemeyer wurde am 19.8.1962 in Wuppertal geboren. Der Vater zweier Kinder aus früherer Ehe (Tobias/30, Lisa/28) ist mit seiner Lebensgefährtin in Wuppertal-Ronsdorf zuhause. Er ist Kaufmann und führt die Geschäfte eines Werkzeuggroßhandels (HENI) in Lüttringhausen. Seine fußballerische Laufbahn hat bei TuRa Süd begonnen, wo Hennes Marson sein Trainer war. Später war er im Betriebssport sehr aktiv bei der BSG Niemeyer, die rund acht Jahre lang Bestand hatte. Der viel im Außendienst tätige Niemeyer („Ich fahre 80000 Kilometer pro Jahr“) ist vor zwei Jahren 2. Vorsitzender des FC Remscheid geworden. Im April dieses Jahres hat er die Führung des Vereins übernommen.

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