Rollhockey

Wienberg sagt zum dritten Mal „ja“

Gibt es in der Rollhockey-Bundesliga ein besseres Trainergespann als das mit Marcell Wienberg, Timo Meier und Marcus Franken (v.l.)? Wohl kaum.
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Der neue Cheftrainer Marcell Wienberg, der neue Sportliche Leiter Timo Meier und Marcus Franken (v.l.), der sich erst einmal etwas zurückzieht. In der Vorsaison waren die Aufgaben bei der IGR noch anders verteilt.
  • Andreas Dach
    VonAndreas Dach
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Rollhockey: IGR besetzt die Position des Cheftrainers neu – Timo Meier ist jetzt Sportlicher Leiter

War er überhaupt jemals weg? Nein, Marcell Wienberg hat an der Entwicklung der IGR Remscheid in den vergangenen Jahren immer maßgeblich mitgewerkelt. Zweimal als Cheftrainer (2009 bis 2012, 2015 bis 2019), als Sportlicher Leiter, als Co-Trainer, als Torwart-Trainer, als Vorstandsmitglied, als Schiedsrichter und als Vorsitzender des Fördervereins. Eigentlich gibt es nichts, was der 45-Jährige bei seinem Herzensclub noch nicht erledigt hat. Wenn sein Typ gefragt ist, ist er da. Jetzt wird er wieder an vorderster Position gebraucht, übernimmt den Rollhockey-Bundesligisten in der kommenden Saison zum dritten Mal als Cheftrainer. „Ich habe Bock auf die Aufgabe“, sagt er.

Wissend, dass es eine Menge zu tun gibt. Nach dem Rückzug von Timo Meier und Marcus Franken hat sich der Verein auf Trainersuche begeben und ist nach vielen Gesprächen wieder bei Wienberg gelandet. „Gebt mir ein Wochenende Zeit zum Überlegen“, hatte der Lenneper gesagt und sich mit der Mannschaft ausgetauscht. Von ihr gab es einen Daumen, der nach oben zeigte. Bedeutet: Wienberg sagte zu und stürzte sich mit Feuereifer in seine Aufgabe. Als Mann, der sich eher „als Herzenstrainer“ sieht. Er sagt: „Ich komme über die emotionale Schiene.“

Dass Meier und Franken nicht mehr für das Traineramt zur Verfügung stehen, bedauert er sehr: „Sie haben fachlich total überzeugt und waren mit die Besten, die je bei der IGR in diesem Amt tätig waren.“ Meier wird auch weiter dem Verein zuarbeiten. Er ist neuer Sportlicher Leiter, war auch in die Gespräche mit Wienberg maßgeblich eingebunden. „Wir hätten Marcell gerne noch einen spielenden Co-Trainer zur Seite gestellt“, berichtet Meier. Die Gespräche mit einem Spanier sind allerdings gescheitert. Der 25-Jährige, der ausgeguckt war und mit dem es diverse Gespräche gegeben hatte, bleibt ein weiteres Jahr in der 1. französischen Liga. Aufgeschoben gilt in diesem Fall aber nicht als aufgehoben. Meier: „Wir werden in Kontakt bleiben.“

Wienberg wird seine Arbeit ohne Co-Trainer aufnehmen, nimmt stattdessen die Führungsspieler noch mehr mit in die Verantwortung. Mit ihnen wird es am 29. Juli eine Vorbesprechung geben. Dann wird der Plan für die Saison festgelegt, die einen ähnlichen Charakter hat wie die abgelaufenen Spielzeit. Die sechs Bundesligisten werden wieder jeweils dreimal aufeinandertreffen, ehe es im Anschluss zu den Play-offs kommt. Ob die IGR als Vize-Pokalsieger am CERS-Cup teilnimmt, also international spielen darf, ist seitens des Verbandes noch nicht geklärt.

„Irgendwann müssen die Jungs doch den Titel holen!“

Marcell Wienberg, IGR-Trainer

Der Kader bleibt weitgehend zusammen (auch Max Richter hat zugesagt) und soll kontinuierlich verjüngt werden. Aus der U17 beziehungsweise U20 werden Paul Durben, Arne Beck, Joel Halek, Henry Kulmer und Leo Schmidt mit Bedacht an die Bundesliga herangeführt. Wienberg macht Hoffnung: „Ich gehe davon aus, dass sie schneller ihr Debüt feiern als sie denken. Die Jungs werden ihre Chance bekommen.“ Zudem rückt Lenny Peters aus der 2. Mannschaft auf.

So gut wie nicht mehr zur Verfügung steht Torhüter Lasse Kaldasch, den es studienmäßig nach Hessen verschlagen hat. Er wird sich nur noch zur Verfügung stellen, wenn absolute Not am Mann ist. Was bei vier Schlussmännern, mit denen die IGR in die Saison geht (Jonas Langenohl, Moritz Kreidewolf, Ben Kessens, Paul Durben), möglicherweise eher selten der Fall sein wird.

Trainingsauftakt ist am 16. August. Es würde Sinn machen, wenn bis dahin ein neuer Betreuer gefunden wäre. Marc Ronge und Lukas Kuhn ziehen sich von ihren Positionen zurück. Wienberg: „Wir arbeiten dran.“ Als offizieller Delegierter fungiert Jochen Thomas. Bei einer Turnierteilnahme in Weil (2. bis 4. September) und beim Supercup (17. und 18. September) will man sich die nötige Wettkampfhärte holen. Die wird man brauchen, wenn am ersten Spieltag (24. September) gleich der Doublesieger SK Germania Herringen in Hackenberg zu Gast ist. Eine Woche später geht es zum RSC Darmstadt. Die Meisterschaftsentscheidung wird im Mai 2023 fallen.

Die IGR würde bei der Titelvergabe gerne wieder ein maßgebliches Wörtchen mitreden. Wienberg sagt: „Irgendwann müssen die Jungs doch mal den Titel holen. Wie müssen schauen, wo die fünf Prozent sind, die zuletzt immer gefehlt haben.“

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