Fußball

Wie Lewandowski: Scheben liegt vorne

Im Training schießt sich Alina Scheben aktuell schon einmal warm, um ab dem 13. März wieder auf Torejagd gehen zu können. Foto: Kurt Kosler
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Im Training schießt sich Alina Scheben aktuell schon einmal warm, um ab dem 13. März wieder auf Torejagd gehen zu können.
  • Fabian Herzog
    VonFabian Herzog
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Große Ehre für Wermelskirchener Fußballerin, die für Bezirksligist TSV Solingen am Fließband trifft.

In einer Rangliste mit Robert Lewandowski aufzutauchen und damit quasi in einem Atemzug mit dem Ausnahmestürmer des FC Bayern genannt zu werden, davon können viele Fußballerinnen und Fußballer nur träumen. Alina Scheben darf also, bei aller Bescheidenheit, welche die 20-jährige Angreiferin des Bezirksligisten TSV Solingen auszeichnet, verdammt stolz sein. Mit ihren 32 Toren, die sie in den bisherigen zwölf Partien (am ersten Spieltag fehlte sie urlaubsbedingt) erzielt hat, führt die Wermelskirchenerin im Kampf um die Torjägerkanone des Fachmagazins kicker. Dieser hat 2019 einen bundesweiten Wettstreit ins Leben gerufen, in dem der beste Torjäger und die beste Torjägerin nahezu aller Ligen bis weit runter in den Amateurbereich gesucht werden.

Während Lewandowski aktuell also auch in dieser Saison in der Bundesliga die Nummer eins ist, gibt es in ganz Deutschland derzeit keine Fußballerin in der sechsthöchsten Klasse, die häufiger als Scheben getroffen hat. „Das ist natürlich eine coole Sache“, sagt die 20-Jährige, die selbst zwar auch nicht damit gerechnet hatte, einmal im kicker zu landen, aber nicht so überrascht war, wie Freunde von ihr. „Mit denen rede ich sonst nicht so viel über Fußball oder erzähle ihnen von meinen Toren“, berichtet Scheben.

„Sogar ehemalige Lehrer haben sich bei mir gemeldet.“

Alina Scheben, Torjägerin

Als diese dann die Rangliste entdeckten, trauten sie ihren Augen nicht und schickten der Torjägerin direkt eine Nachricht. „Sogar ehemalige Lehrer vom Wermelskirchener Gymnasium haben sich gemeldet“, erzählt Alina Scheben, die in Köln im vierten Semester Französisch und Pädagogik auf Lehramt studiert und in naher Zukunft in die Domstadt ziehen will.

Trotzdem wird sie weiter für den TSV stürmen. Schließlich hat sie mit dem Spitzenreiter ein großes Ziel: den Aufstieg in die Landesliga. „Wir glauben alle ganz fest daran“, sagt die 20-Jährige, die beim Solinger SC 95/98 mit dem Fußballspielen angefangen und damit noch nie in ihrer Heimatstadt am Ball war. Weil es dort zu dieser Zeit keine reine Mädchen-Mannschaft gab und sie sich in der Klingenstadt gleich wohl gefühlt hat. So blieb sie dort am Ball. Auch als der SSC in Sportring und später in den TSV überging.

So sah sie aus, die Übersicht, als sie der kicker Ende vergangenen Jahres veröffentlichte.

Ihre Quote ist beeindruckend. Auch für ihren Coach René Langer: „Alina spielt trotz ihres Alters eine wichtige Rolle bei uns und ist die herausragende Stürmerin in der Liga. Ihre Fähigkeiten werden dabei nicht nur durch die Zahlen belegt, sondern sind in jedem Spiel und Training deutlich erkennbar. Ein Fest für jeden Trainer.“ Für die Angreiferin selbst ist die Erklärung für diesen Torreigen eine ganz einfache: „Ich versuche, mir nie Druck zu machen, sondern einfach Spaß am Spiel zu haben.“ Unter anderem schnürte die 20- Jährige bereits drei Viererpacks und zwei Hattricks.

Einer ihrer größten Fans ist Papa Stephan, der selbst früher hobbymäßig beim Dabringhauser TV gespielt hat. Nicht auszuschließen, dass auch er im Sommer dann doppelten Grund zur Freude hat. Wenn seine Tochter ihre beeindruckende Quote beibehält, könnte Alina Scheben neben dem Aufstieg auch die Torjägerkanone bejubeln. Vielleicht ja in etwa zeitgleich mit Robert Lewandowski. . .

Fokus

Am 13. März starten Alina Scheben und die Fußballerinnen des TSV Solingen – eine Woche zuvor, beim offiziellen Auftakt der zweiten Saisonhälfte, sind sie spielfrei – in das Pflichtspieljahr 2022. Wenn um 15 Uhr der Anpfiff auf der Kuno-Hendrichs-Anlage bei der TG Hilgen ertönt, dürften viele Blicke auf die Angreiferin gerichtet sein. Und das nicht nur wegen ihrer Torgefährlichkeit. Für sie selbst eine besondere Begegnung, ist sie doch mit der TGH-Spielerin Finja Schmidt befreundet. Scheben: „Auf die Partie freue ich mich ganz besonders.“

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