Handball

„Wie du trainierst, so spielst du auch!“

Zeigt vorläufig „nur“ die Richtung an und kann nicht aktiv ins Geschehen eingreifen: Roman Warland. Foto: Leon Krasniqi
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Zeigt vorläufig „nur“ die Richtung an und kann nicht aktiv ins Geschehen eingreifen: Roman Warland.
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Der verletzte Spielertrainer Roman Warland über die schwierige Situation bei der HSG Radevormwald/Herbeck

Von Andreas Dach

Diese erste Frage muss angesichts Ihrer Knieverletzung erlaubt sein: Wie geht es Ihnen?

Roman Warland: Kacke – um es mal platt auszudrücken. Es ist bitter, dass ich der Mannschaft in dieser schwierigen Situation nicht auf der Platte helfen kann. Wenn man überhaupt von einem positiven Aspekt sprechen kann, dann ist es der, dass es sich nicht um den zunächst befürchteten Kreuzbandriss handelt. Der Meniskus hat etwas abbekommen, weshalb die Ausfallzeit bei zweieinhalb bis drei Monaten liegen dürfte und nicht bei einem halben Jahr.

Sie sind aber nicht der einzige Langzeitverletzte.

Warland: Das ist das Problem. Sebastian Droste hat einen Kreuzbandriss. Pascal Jäschke dürfte bis Januar nicht zur Verfügung stehen. Bei ihm bereitet nach einem Mittelhandbruch die eingesetzte Platte Probleme. Sie muss operativ entfernt werden. Na ja, und dazu kommen noch die Spieler, die aus unterschiedlichen Gründen nicht immer zur Verfügung stehen.

Da klingen kritische Worte Ihrerseits durch.

Warland: Ich beobachte seit der Vorbereitung eine Abwärtsspirale, was das Engagement Einzelner angeht. Es hat viele Gespräche gegeben, doch die nackten Zahlen mit 6:6-Punkten haben halt eine deutliche Aussagekraft. Sie sind ein Spiegelbild dessen, was wir gerade erleben.

Ist Corona dafür verantwortlich, dass es bei der HSG trotz starken Kaders in dieser Spielzeit bislang nicht so fluppt?

Warland: Das ist schwierig zu beurteilen. Natürlich ist es nicht einfach, einer Mannschaft vor dem dritten Anlauf zum dritten Mal dasselbe zu erzählen. Aber ich kann für mich sagen, dass die Lust auf Handball und den Aufstieg nach der langen Pandemiepause unfassbar groß war. Sich darauf zu freuen, scheint nicht bei allen gleich ausgeprägt gewesen zu sein. Einige haben den Schalter nicht umgelegt bekommen.

Sie haben Gespräche angedeutet, die stattgefunden haben und werden die Betreffenden damit konfrontiert haben. Wie waren die Reaktionen?

Warland: Zwei oder drei Spieler haben zugegeben, dass sie das Mehr an Freizeit während der Coronapause schätzen gelernt haben. Damit haben sie ihre ehrliche Meinung gesagt. Das ist mir zwar immer noch lieber, als irgendwelche stupiden Ausreden zu hören, doch merkt man von Woche zu Woche mehr, dass der Funke irgendwie nicht so überspringt. Sie können sich sicher sein, dass ich mich auch selbst in Frage stelle.

Wirkliche Druckmittel stehen Ihnen nicht zur Verfügung.

Warland: Es gibt wenige Möglichkeiten, intern nachzuschießen. Die 2. Mannschaft braucht ihre Spieler selbst, A-, B- und C-Jugend gibt es nicht. Also: Was soll ich tun? Ich bin da manchmal echt ratlos. Es müssen also auch Spieler spielen, die vielleicht nicht regelmäßig trainiert haben.

Ihren Linkshänder Tobias Bonekämper haben Sie schon seit Wochen nicht gesehen.

Warland: Ihn habe ich schon gar nicht mehr auf der Liste. Tobi reagiert seit sieben Wochen nicht auf Anrufe und WhatsApps. Was soll ich dazu sagen?

Was muss passieren, damit die HSG Radevormwald/Herbeck am Saisonende doch noch als Aufsteiger in die Verbandsliga dastehen könnte?

Warland: Das hängt von der Einstellung eines jeden einzelnen Spielers ab. So, wie du trainierst, so spielst du auch. Wenn sich aber jeder mal hier eine Freiheit oder da eine Auszeit nimmt, dann entsteht daraus ein gefährliches Momentum, wie wir es gerade haben.

Dabei sah es am vergangenen Wochenende beim Spitzenspiel beim TSV Aufderhöhe II lange Zeit gar nicht schlecht aus.

Warland: Das bestätige ich gerne. 45 Minuten hat es gut geklappt. Dann sind wir wieder ins alte Muster verfallen, weil Einzelne aus dem Konzept ausgebrochen sind. Das gilt für vorne wie für hinten. Am Ende standen wir als Verlierer da.

Zur Person

Roman Warland wurde am 26. Januar 1990 in Menden geboren. Der Spielertrainer der HSG Radevormwald/Herbeck ist glücklich vergeben und lebt seit einem Jahr in Lennep. Beruflich ist er als als kaufmännischer Projektleiter bei einem Leuchtenhersteller in Hemer (Sauerland) tätig. Seine handballerische Laufbahn hat in Menden-Halingen begonnen. Es folgten Stationen in Soest, noch einmal Menden und in Volmetal. Inzwischen ist er im dritten Jahr bei der HSG.

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