Schwimmen

Wettkämpfe sind überlebenswichtig

Mann mit Hut und klaren Vorstellungen: Andreas Frie führte die SG Remscheid als Vorsitzender durch eine schwierige Zeit. Foto: af
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Mann mit Hut und klaren Vorstellungen: Andreas Frie führte die SG Remscheid als Vorsitzender durch eine schwierige Zeit.
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Andreas Frie, seit einem halben Jahr Vorsitzender der SG Remscheid, zur Situation der Schwimmer

Von Peter Kuhlendahl

Herr Frie, seit knapp einem halben Jahr bekleiden Sie das Amt des Vorsitzenden der SG Remscheid. Sie hatten sich die ersten Monate mit Sicherheit einfacher vorgestellt, oder?

Andreas Frie: Ich drücke es mal so aus: Ich dachte, es würden ganz andere Dinge auf der Agenda stehen.

Welche waren das? Und mit welchen Zielen sind Sie an den Start gegangen?

Frie: Wir hatten zunächst einmal das Glück, dass wir unsere Jahreshauptversammlung überhaupt noch über die Bühne bekommen haben. Mein erstes Ziel war, die SG nach dem am Ende verunglückten Ausflug nach Solingen unter das Dach der SG Bergisch Land, wieder in ein ruhiges Fahrwasser zu bringen. Aber dann kann aufgrund der Corona-Pandemie der Lockdown.

Und damit wurde es dann richtig ruhig. Aber natürlich ganz anders, als Sie es wollten. Wie ist denn der aktuelle Stand bei der SG, nachdem vor einigen Wochen wieder das Training im Sportbad am Park aufgenommen werden konnte?

Frie: Zunächst einmal waren alle unglaublich froh, dass sie wieder ins Wasser durften. Alle sind mit großem Ehrgeiz und Spaß bei der Sache.

Aber es gibt aufgrund der Hygienebestimmungen ja auch sicher Einschränkungen. Was nervt alle Beteiligten am meisten?

Frie: Am meisten nervt die Aktiven, dass man nach dem Training nicht duschen darf. Bevor man ins Wasser geht, muss man es natürlich machen.

Warum anschließend nicht?

Frie: Weil dazu die Kapazitäten der Duschen einfach nicht reichen und man dann auf nachfolgende Schwimmerinnen und Schwimmer treffen würde. So ist das auch in den Umkleiden. Die Aktiven ziehen sich um, nutzen aber die Spinde nicht, nehmen ihre Sachen dann mit ins Bad. Nach dem Training abtrocknen, ankleiden und weg.

Gibt es auch während des Trainings Einschränkungen?

Frie: Es ist derzeit verboten, ins Wasser zu springen. Normale Starts sind also nicht möglich. Im Wasser darf man sich nicht zu nahe kommen. Das ist bei den Aktiven in den Leistungsklassen auch kein Problem. Nicht ganz einfach ist es beim Nachwuchs. Aber wir haben das im Griff. Für die Trainer und Übungsleiter gibt es übrigens eine wesentliche Erleichterung. Sie müssen, wie zunächst gefordert, während des Trainings keinen Mund-Nasen-Schutz mehr tragen.

Das Training läuft also wieder, wenn auch unter besonderen Bedingungen. Wie ist es denn um die finanziellen Dinge der SG in Zeiten der Corona-Pandemie bestellt?

Frie: Da hängt viel entscheidend davon ab, ob wir, wie geplant, unsere Wettkämpfe im Herbst austragen können. Wenn die nicht stattfinden können, bekommen wir richtige Problemen.

Was steht denn auf dem Programm?

Frie: Am 26. und 27. September der BRSNW-Cup, am 3. und 4. Oktober die Verbandskurzbahn-Meisterschaften, am 24. und 25. Oktober das Schwimmen um die Pokale der Stadtsparkasse Remscheid und dann natürlich am 7. und 8. November die Deutschen Meisterschaften der Schwimmerinnen und Schwimmer mit Handicap.

Das Topereignis ist da die DM. Bis wann müssen Sie auch aus organisatorischen Gründen Klarheit haben, ob es klappt oder nicht?

Frie: Die Entscheidung liegt in erster Linie beim Deutschen Schwimmverband. Vier Wochen vor dem Termin muss diese gefallen sein. Da muss die Ausschreibung endgültig auf dem Tisch liegen.

Falls die Entscheidung positiv ist, müssen Sie entsprechende Konzepte erarbeiten, bevor Sie grünes Licht von den örtlichen Behörden bekommen, oder?

Frie: Natürlich. Und das haben wir für den kommenden Wettkampf, der Ende September geplant ist, auch längst getan. Wir haben vor wenigen Tagen die Erlaubnis für die Austragung bekommen.

Können Sie da Details nennen?

Frie: Entscheidend ist, dass nur 100 Personen gleichzeitig im Bad sein dürfen. Entsprechend müssen die Wettkampfpläne gestaltet sein. Außerdem werden wir außerhalb der Halle ein Zeltdorf errichten, in dem sich die Aktiven, Trainer und Betreuer aufhalten können.

Dies sind alles Dinge, an die Sie bei Ihrem Amtsantritt nicht im Entferntesten gedacht haben. Wie kam es überhaupt dazu, dass Sie den Vorsitz übernommen haben?

Frie (lacht): Wie das halt so ist. Man packt mit an, hilft, und irgendwann wird man gefragt. Unsere beiden Kinder schwimmen in der SG. Die sind den Verantwortlichen übrigens bei Schulwettkämpfen aufgefallen und angesprochen worden. Meine Frau und ich haben uns dann engagiert. Ich habe bereits Ende letzten Jahren sehr viel an einer neuen Satzung für die SG mitgearbeitet. So kam dann eins zum anderen.

Haben Sie selbst eine schwimmerische Vergangenheit?

Frie: Nein. Ich war Leichtathlet. Kugelstoßen und Diskuswerfen waren meine Disziplinen. Ich bin seit mehr als 40 Jahren Mitglied im Reinshagener TB. Dort habe ich als Jugendwart auch erste Erfahrungen als Funktionär gemacht. Später war ich bis auf Bundesebene aktiv.

Sie haben außerdem, um es mal so auszudrücken, noch ein ganz besonderes Hobby.

Frie: Ich habe mich zum Region-Gästeführer ausbilden lassen. Und da haben wir ja mit blauen Doppeldecker-Bus, der seit einigen Wochen Touren durch Remscheid, Solingen und Wuppertal macht, aktuell ein ganz tolles Projekt, das einen großen Anklang findet.

Zur Person

Andreas Frie wurde am 3. Dezember 1970 in Remscheid geboren. Dort lebt er mit seiner Ehefrau und den gemeinsamen beiden Kindern. Frie arbeitet als Technischer Projektleiter für das Land NRW. Der ehemalige Leichtathlet ist seit 40 Jahren Mitglied im Reinshagener TB. Bei der Jahreshauptversammlung der SG Remscheid haben ihn die Mitglieder im Februar zum 1. Vorsitzenden gewählt.

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