Fußball

Werner Hansch kommt nach Remscheid

Werner Hansch hat eine Menge aus seinem turbulenten Leben zu erzählen.Foto:
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Werner Hansch hat eine Menge aus seinem turbulenten Leben zu erzählen.Foto: Eduard Bopp/Imago
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Kultreporter Werner Hansch liest aus dem Buch „Einmal Hölle und zurück“. Das Thema ist sein Achterbahn-Leben.

Nach Langeweile sucht man im Leben von Werner Hansch vergeblich. Der langjährige Sportkommentator aus dem Pott ist eigentlich nie zur Ruhe gekommen. Auch heute noch nicht, mittlerweile 83-jährig. Das hat Gründe. Gute und weniger schöne.

Am Mikrofon war er eine Legende. Mit einer Stimme, die durch Mark und Bein ging. Ihm hörte man zu, liebte seine Leidenschaft, mit welcher er Fußballspiele und Pferderennen kommentierte. Fachkenntnis gehörte zu ihm wie der Humor ein Teil seiner Persönlichkeit war und ist. Aber es gab da auch eine andere Hansch-Seite. Die Spielsucht nahm von ihm Besitz. Mehr als ein Jahrzehnt setzte er in Wettbüros auf Pferde. Meist auf die falschen. Mir verheerenden Folgen: Der im Sternzeichen des Löwen in Recklinghausen geborene Kult-Journalist verzockte alles. Sein Vermögen, sein Haus, seine Liebe.

Ein Absturz sondergleichen. Werner Hansch wird davon ausführlich erzählen. Am Montag ist der 83-Jährige im Löf Eventlokal in der Theodor-Körner-Straße 6 zu Gast. Dort wird er den Gästen seine Geschichte schonungslos nahebringen. In Begleitung von Hermann Beckfeld, langjähriger Sportjournalist und Autor des Buches „Einmal Hölle und zurück“. Darin wird der Absturz in die Spielsucht genauso beschrieben wie die erfolgreiche Therapie und wie der Sieg im Promi-Big-Brother-Haus. Aus der achten Staffel ging Hansch im August 2020 als Gewinner hervor.

Die „Stimme des Ruhrgebiets“ will am Montag nichts verschweigen, keine Details auslassen. Auch nicht die, die ihm besonders wehgetan haben. Man darf davon ausgehen, dass es jeden einzelnen Gast emotional in den Bann ziehen wird, wenn Hansch berichtet, wie die Krankheit seine Scham und seine Würde aufgefressen hat.

Er, der immer hofiert wurde, muss plötzlich um seinen Ruf fürchten. Weil er in seiner Not lügt und betrügt. Erst setzt er in den Zockerbuden 20 oder 30 Euro am Tag. Als er später der Kassiererin bis zu 5000 Euro täglich zuschiebt, ist es längst zu spät. Hansch hat den Boden unter den Füßen verloren. Er bekommt bei den Banken keinen Kredit mehr, zieht Freunde und Bekannte über den Tisch. Es ist ein Kreislauf, der immer übler wird.

Werner Hansch hat den Weg heraus aus dem Sumpf geschafft und nimmt seine Aufgabe als Botschafter des Fachverbandes Glücksspielsucht sehr, sehr ernst. Auch das ist Hansch, der sich auf die Lesung in Remscheid freut. Auf die Menschen, die ihn mögen. Mit denen er gewiss auch in den verbalen Austausch eintreten wird.

„Ich möchte noch einmal einen blauen Himmel sehen!

Werner Hansch, Kultreporter

Am Ende seines Buches steht der Satz: „Ich möchte noch einmal einen blauen Himmel sehen.“ Ob ihm das Bergische Land den am Montag bieten wird, sei dahingestellt. Aber es ist ein gutes Pflaster für ihn. Hier war und ist er immer willkommen. Wie im Jahr 1998, als er das Bergische Sportpressefest in der Sporthalle Neuenkamp moderierte. Vor über 1000 Zuschauern. Ja, das waren Zeiten. Oder einige Jahre später, als Hansch seine sonore Stimme im Röntgen-Stadion präsentierte. Beim Spiel der Traditionsmannschaften von FC Remscheid und FC Schalke 04.

Gut zu wissen

Einlass im Löf Eventlokal ist am Montag (11.4.) um 18.30 Uhr. Die Lesung („Einmal Hölle und zurück“) und der Talk mit Werner Hansch beginnen um 19 Uhr. Der Eintritt beträgt zehn Euro. Schon im Vorverkauf kann man sich Tickets organisieren. Im Rack n Roll Billard Café (Daniel-Schürmann-Straße 41) und in der RTV-Geschäftsstelle (Theodor-Körner-Str. 6).

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