Schwimmen

Willim peilt die nächsten Meilensteine an

Bei der SSG Leipzig fühlt sich Yannis Willim pudelwohl. Foto: T. Wilsdorf
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Bei der SSG Leipzig fühlt sich Yannis Willim pudelwohl.
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Wermelskirchener Spitzenschwimmer möchte die Leistungen des Vorjahres noch einmal steigern.

Von Fabian Herzog

Wermelskirchen. Die eine oder andere Redewendung hat er sich unbewusst schon angeeignet. Was nur bedingt verwundert, schließlich lebt Yannis Willim schon zweieinhalb Jahre in Leipzig und fühlt sich in der sächsischen Kultur-Metropole extrem wohl. „Das ist meine Heimat geworden“, sagt der 22-jährige Spitzen-Schwimmer, der zwar unverändert gerne seine Familie in Wermelskirchen besucht, das dann aber „mehr als Urlaub“ empfindet. Eines wird im Gespräch mit Willim aber deutlich: Den sächsischen Dialekt hat er sich noch nicht angeeignet. „Den weise ich noch souverän von mir“, sagt er lächelnd. „Es gibt schließlich Schöneres, als den zu erlernen.“

Sprachlich ist Yannis Willim also (noch) nicht komplett in der Universitätsstadt angekommen, sportlich dagegen sehr wohl. Der Schritt, im September 2019 zur Schwimm-Startgemeinschaft Leipzig zu wechseln, hat sich für ihn voll bezahlt gemacht. Vergangenes Jahr gewann er sowohl auf der langen Strecke in Berlin als auch auf der Kurzbahn in Wuppertal den Deutschen Meistertitel und setzte mit der Teilnahme am Weltcup in Berlin einen weiteren Meilenstein seiner noch jungen Karriere.

In 2022 können und sollen weitere dazukommen. Neben den nationalen Titelkämpfen hat der Wermelskirchener vor allem ein Event ins Auge gefasst, bei dem er aufgrund seines Studiums (Industrie-Design) teilnahmeberechtigt ist. Die Universiade, auch Welthochschulspiele genannt, ist das Olympia für Studentinnen und Studenten. Im vergangenen Jahr musste die Großveranstaltung coronabedingt verschoben werden, in diesem Sommer soll sie vom 26. Juni bis 7. Juli im chinesischen Chengdu über die Bühne gehen. „Die würde ich schon gerne mitnehmen“, sagt Willim.

Die Chancen stehen nicht schlecht. Bis sie im vergangenen Jahr verlegt werden musste, lag die Norm auf Willims Paradestrecke 200 Meter Brust bei 2:12,20 Minuten. Dass er diese drauf hat, bewies er beim Wettkampf in Berlin, wo der 22-Jährige damals seine Jahresbestleistung schwamm, nach 2:12,22 anschlug und damit nur zwei Hundertstel über der geforderten Zeit blieb.

Auch dieses Jahr gilt es für den Wermelskirchener, in der Bundeshauptstadt auf den Punkt topfit zu sein. Die Swim Open am kommenden Wochenende vom 8. bis 10. April gelten als bedeutendster Quali-Wettkampf der Saison, um die Normen für die anstehenden Höhepunkte anzugreifen. Um dort das komplette Leistungsvermögen abzurufen, verfolgt Willim einen klaren Zeitplan.

Eingetaucht: Yannis Willim ist in den vergangenen Jahren in die nationale Spitze geschwommen und sieht seine Entwicklung noch nicht abgeschlossen.

Anfang März ging es ins Trainingslager nach Ägypten. Zweieinhalb schweißtreibende Wochen lang wurden täglich über mehrere Stunden an den Grundlagen für die Saison gearbeitet. „Die Bedingungen waren ganz gut“, berichtet Willim von perfekten Temperaturen um 25 Grad und optimalen Trainingsmöglichkeiten. Diese wurden in Gänze ausgekostet. „Außer dem Becken, dem Fitnessraum, Restaurant und meinem Zimmer habe ich nichts anderes gesehen“, verdeutlicht Willim die Intensität. „Aber wir wussten ja, warum wir das machen.“

Mit den sächsischen Meisterschaften stand kurze Zeit später auch der Einstieg in die Wettkampfsaison an. Über 100 und 200 Meter Brust holte sich Willim unangefochten den Titel, was angesichts fehlender Konkurrenz zu keinen Jubelsprüngen führte. „Alles andere“, sagte der zweifache Deutsche Meister, „hätte mich extrem zweifeln lassen.“ Mit seien Zeiten konnte er für den Einstieg zufrieden sein, in Magdeburg eine Woche später und an diesem Wochenende in Heidelberg konnte Willim diese schon steigern. Nun gilt es, nächste Woche in Berlin den letzten Schritt zu schaffen.

Zu gerne würde Yannis Willim ein Leistungslevel erreichen, das ihm weitere Saisonhöhepunkte ermöglichen würde. Die European Games im polnischen Krakau vom 21. Juni bis 2. Juli beispielsweise oder die EM im August (11. bis 21.) in Rom. Die Weltmeisterschaft im japanischen Fukuoka spielt in seinen Gedanken dagegen keine Rolle. „Da ist die Pflichtzeit schneller als für Olympia“, erzählt er.

Werdegang

Mit neun Jahren begann der gebürtige Dabringhausener beim Wermelskirchener TV mit dem Schwimmen. 2013 wechselte Yannis Merlin Willim, wie er mit komplettem Namen heißt, zur SG Bayer Wuppertal. Den absoluten Karrieresprung erlebte er dann nach seinem Wechsel nach Leipzig.

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