Fußball

In Wermelskirchen ist Musik drin

Sturmtank Sascha Willms (r.) schlug viermal zu und zeigte, dass er eine echte Verstärkung sein kann. Foto: Leon Krasniqi
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Sturmtank Sascha Willms (r.) schlug viermal zu und zeigte, dass er eine echte Verstärkung sein kann.

Hoher Sieg und hohe Niederlage für die Fußball-Landesligisten in Testspielen.

Von Andreas Dach und Fabian Herzog

SV 09/35 Wermelskirchen – VfR Marienfeld 14:0 (7:0). Da war Musik drin! Was für den benachbarten Biergarten des Haus Eifgen galt, wo ein Jazz-Konzert die Zuschauer unterhielt, traf auch auf das Stadion zu. Dort spielte Landesligist SV 09/35 zwar nicht mit Instrumenten, dafür aber mit dem von Stefan Brandt trainierten B-Kreisligisten aus Much. Sebastian Pichuras Mannschaft traf dabei nahezu jeden Ton und durch Sascha Willms (4), Eren Eryürük, Nick Salpetro (je 2), Pascal Schmid, Betim Beqiri, Alexander Kelm, Aleksandar Stanojevic, Yannik Wylezol und Jan-Niklas Bartels in die Maschen.

Letztgenannter war einer von zwei Leihspielern, der zuletzt beim SV Schlebusch II in der Kreisliga A am Ball gewesen und 20 Jahre alt ist. Er machte seine Sache nicht nur wegen des Tores sehr ordentlich. Den Zweiten, Ben Kaul, würden die Verantwortlichen mit Kusshand nehmen. Der Wuppertaler spielte in der Innenverteidigung trotz seiner erst 18 Jahre einen ganz starken Part und überzeugte nicht nur seinen Vater Michael auf der mit rund 60 registrierten Zuschauern besetzten Tribüne.

Der frühere WSV- und Zweitligaspieler (MSV Duisburg, FSV Salmrohr) schaute genau hin, wie es seinem Sohn bei seinem ersten Tag in Wermelskirchen erging. Sein Fazit: „Der Verein und speziell der Trainer haben auf uns einen sehr positiven Eindruck hinterlassen.“ Bis zum Ende der Woche wird Ben Kaul, der beim WSV und VfB Hilden in der Jugend Niederrheinliga gespielt hat, beim SV 09/35 mittrainieren.

Sonstige Erkenntnisse eines für die Akteure des Landesligisten anstrengenden Wochenendes, an dem Samstag und auch Sonntag vor dem Spiel „sehr intensiv“ (Pichura) trainiert worden war? Umut Demir könnte der neue Spielgestalter des Pichura-Teams werden. Er brillierte auf der Sechserposition mit mehreren Sahne-Zuspielen. „Ich fühle mich da sehr wohl“, gab der bisherige Außenspieler zu. Mitspieler Ferat Sari geriet gar ins beinahe fatale Schwärmen. „Das ist der beste Sechser, den ich je gesehen habe.“ Um dies nach einem Blick seines Trainers, vergangene Saison noch dort am Ball, sofort zu relativeren. „Der Beste nach Pichura.“

Westfalia Herne – FC Remscheid 7:1 (0:1). Einfach so abhaken wollte man die Niederlage beim FCR nicht. Dass ein Landesligist bei einem Oberligisten nach einer ganz schwachen zweiten Hälfte mit sieben Toren innerhalb von 31 Minuten deutlich verliert, kann passieren. Muss es aber nicht. Dessen war sich auch Trainer Marcel Heinemann bewusst, der nach 90 fordernden Minuten im altehrwürdigen Stadion Schloss Strünkede sagte: „Erste Halbzeit top, zweite Halbzeit flop.“ Kommt hin!

Es beeindruckte, wie gut die Gäste in den ersten 45 Minuten gegenhielten, immer wieder Nadelstiche setzten und durch einen herrlichen Fernschuss von Amer Shavershyan (38.) sogar in Führung gingen.

Für den FCR gab es ein Wiedersehen mit Heiner Düssel und Christian Knappmann (v.l., beide Westfalia Herne).

Da war Herne nach dem 1:1-Test vom Vortag bei Alemannia Aachen noch ein wenig müde, regelrecht geschockt. Zumal der FCR defensiv gut stand und in Torhüter Kerim Senderovic einen höchst aufmerksamen Schlussmann hatte.

Der blieb in der zweiten Hälfte draußen. Wie auch Adis Babic und Tristan Maresch. Bedenkt man dazu noch, dass potenzielle Stammkräfte wie Patrick Posavec, Ahmed Al Khalil und Toni Angelov komplett fehlten, erklärt sich ein wenig die weit auseinanderklaffende Leistungsschere.

Es ging nichts mehr, gar nichts. Herne drehte auf, der FCR geriet von einer Verlegenheit in die nächste. Die blutjunge Truppe konnte einem fast schon leid tun. „Die erste Hälfte hat mir sehr gefallen“, sagte der frühere FCR-Manager Jürgen Wellmann, der nur einen Steinwurf vom Stadion entfernt wohnt. „Aber ein Spiel dauert halt 90 Minuten.“

So war dann auch Westfalias Trainer Christian Knappmann zufrieden: „Nach der Pause sind wir in einen regelrechten Flow gekommen.“ Was man wissen muss: Er hat einst Tore für den FCR (und später für den WSV) geschossen. Mit Pascal Königs stand im ersten Abschnitt ein früherer Remscheider Spieler im Tor. Dass Heiner Düssel (einst FCR-Funktionär) und Freddy Streit (hat schon für beide Clubs gespielt) der Partie als Zuschauer beiwohnten, machte den „Familiennachmittag“ so richtig rund. Nur das Ergebnis hätte aus Remscheider Sicht nicht ganz so deutlich sein müssen. Am Mittwoch tritt der FCR um 20 Uhr zu seinem nächsten Testspiel beim SSV Bergisch Born an.

SSV Bergisch Born

Ohne echte Chance blieb der Bezirksligist im Test beim ambitionierten Landesligisten SV Schlebusch, Dritter der Vorsaison. „Wir waren zu passiv“, bilanzierte Co-Trainer Domenico Cozza nach dem 0:6 (0:3). Er hatte „Chef“ Sascha Odina vertreten, der seinen 40. Geburtstag feierte. „Die Borner haben es aber gut gemacht“, lobte der frühere Hilgener Kristian Fischer als Schlebuscher Co-Trainer.

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