Fußball

FCR und VfB werden strikt getrennt

Auch für Staffelleiter Reinhold Dohmen wird sich in der Saison 2020/21 einiges ändern. Foto: Peter              Kuhlendahl
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Auch für Staffelleiter Reinhold Dohmen wird sich in der Saison 2020/21 einiges ändern.
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Der Neusser Reinhold Dohmen ist einer der Staffelleiter der Fußball-Landesligen.

Von Peter Kuhlendahl 

Herr Dohmen, Sie sind seit vielen Jahren Staffelleiter einer Landesliga-Gruppe. Eine vergleichbare Situation wie aktuell hat es auch für Sie noch nie gegeben, oder?

Reinhold Dohmen: Das kann man ohne Wenn und Aber so sagen. Die Corona-Pandemie mit ihren Folgen und Auswirkungen wird uns noch lange begleiten. Meiner Meinung nach bis zu dem Zeitpunkt, bis es einen Impfstoff gibt oder ein Medikament, das nach einer Ansteckung Heilung verspricht.

Welche Auswirkungen hat das auf den Amateur-Fußball und einen möglichen Start in die neue Saison?

Dohmen: Alle Beteiligten müssen sich grundsätzlich darüber im Klaren sein, dass Vieles nicht mehr so sein wird, wie es mal war. Und mit allen meine ich sowohl die Vereine als auch die Verbands-Funktionäre. Wir müssen alle Umdenken und uns der Situation anpassen. Die Durchführungsbestimmungen, die mal aufgestellt worden sind, sahen den Fall einer solchen Pandemie nicht vor. Warum auch? Es konnte sich keiner vorstellen.

Dann lassen Sie uns konkret werden. Wann soll die Saison starten?

Dohmen: Am ersten September-Wochenende soll es losgehen. Sprich am 5. und 6. September. Aber darüber schwebt natürlich die Unsicherheit, wie sich die Pandemie entwickelt. Wenn ich da an die aktuellen Bilder vereinzelter deutscher Urlauber auf Mallorca blicke, habe ich Zweifel.

Wenn es am 5./6. September losgehen sollte: Wie viele Landesligastaffeln wird es geben? Bei aktuell 43 Teams, die einen Platz sicher haben und bisher zwei Staffeln, könnte ein Mammutprogramm drohen.

Dohmen: Für uns Funktionäre war von Anfang an klar, dass die Entscheidung nur gemeinsam mit allen Vereinen getroffen wird. Am Dienstagabend gab es eine Videokonferenz mit allen Teams. Verschiedene Modelle wurden präsentiert, die zur Abstimmung kamen. Die Mehrheit hat sich nun dafür entschieden, dass wir in der neuen Saison mit drei statt zwei Landesligagruppen an den Start gehen.

Was bedeutet dieses Abstimmungsergebnis nun für den Verband?

Dohmen: Erstmal bedeutet es nicht, dass dies auch so umgesetzt wird. Der nächste Schritt ist eine Videokonferenz mit allen 120 Bezirksligisten. Auch dabei wird es um die Anzahl der Staffeln gehen. Bisher waren es sechs. Die beiden Ligen sollen aufeinander abgestimmt werden.

Wann soll dann die endgültige Entscheidung fallen?

Dohmen: Am 24. Juli wird es eine Konferenz geben. Dann wird es eine endgültige Einteilung der Ligen geben.

Bei allen Unwägbarkeiten, die wir bereits besprochen haben, bedeutet dies natürlich nicht, dass dann alles in normalen Bahnen läuft.

Dohmen: Wir können nicht davon ausgehen, dass alles von Beginn bis zum Ende glatt läuft. Wir müssen auch gewappnet sein, dass es im Fall der Fälle auch wieder Unterbrechungen gibt. Alleine schon aus diesem Grund sollten sich alle auch darauf einstellen, dass es möglicherweise eine Winterpause wie bisher nicht mehr geben wird. Die Spieltage könnten bis Mitte Dezember laufen. Und Mitte Januar geht es dann weiter.

Hatte es, bevor es die Entscheidung per Votum durch die Vereine gegeben hat, Kontakt zu den Clubs gegeben?

Dohmen: Nein, direkten Kontakt zu einzelnen Teams hat es keine gegeben. Allerdings hat sich das Verhältnis der Teams zu den Funktionären in den vergangenen Jahren stark verbessert.

Woran liegt das?

Dohmen: Weil wir versuchen, die Vereine in Entscheidungen mit einzubinden. Natürlich kann man es nie allen Recht machen. Aber bei keinem besteht mehr das Gefühl, dass die da oben irgendeine Entscheidung gefällt haben. So war es auch konkret vor einigen Wochen beim Abbruch der vergangenen Saison und aktuell bei der Staffelaufstellung.

Apropos Staffelaufstellung: Ein großes Problem in den vergangenen beiden Jahren waren die Derbys des FC Remscheid gegen den VfB Solingen. Drohen jetzt auch wieder Geisterspiele?

Dohmen: Die wird es aus dem Grund nicht geben, weil beide Teams in getrennten Staffeln spielen werden. Dies sollte ja auch in der letzten Saison so sein. Das ist damals leider schief gegangen, weil ich im vergangenen Jahr bei der endgültigen Einteilung in Urlaub war. Dabei will ich aber noch mal betonen, dass der VfB alles versucht hat, das Spiel in Solingen über die Bühne zu bringen. Aus Sicherheitsgründen hatten sich da aber Polizei und Stadt quergestellt. Da es in Remscheid noch ein Stadion gibt, das den Sicherheitsauflagen entspricht, konnte da noch gespielt werden.

Stichwort Auflagen: Die wird es ja bezüglich der Anzahl der Fans auch zunächst in der neuen Saison geben.

Dohmen: Da haben wir aber zum Glück nichts mit zu tun. Die jüngste Verordnung der NRW-Landesregierung lässt ja auch wieder 300 Zuschauer zu. Allerdings müssen die Vereine auch beachten, dass dies aufgrund der Größe ihrer Anlage, von jeder Stadt anders umgesetzt wird und werden muss. Es gibt so kleine Anlagen, auf denen 300 Personen mit den nötigen Sicherheitsabständen nicht untergebracht werden können.

Zur Person

Reinhold Dohmen wurde am 5. Oktober 1951 geboren. Der Pensionär war Beamter in leitender Funktion beim Landeskriminalamt und lebt in Neuss. Sein Heimatverein ist die DJK Germania Hoisten, ein Stadtteil von Neuss. Dohmen hat selbst gespielt, war Schiedsrichter und wurde dann Mitglied des Fußball-Ausschusses des Fußball-Verbandes Niederrhein.

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