Judo

Jannik Wenzels internationale Medaillenjagd

In 23 Ländern hat Jannik Wenzel als Judoka Medaillen erkämpft. Damit hat er fast die Hälfte seines Ziels erreicht. Fotos: Anna Solntseva
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In 23 Ländern hat Jannik Wenzel als Judoka Medaillen erkämpft. Damit hat er fast die Hälfte seines Ziels erreicht.
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Der gebürtige Hückeswagener hat sich zum Ziel gesetzt, in 50 Ländern Edelmetall zu gewinnen.

Von Fabian Herzog

In Deutschland, Belgien und den Niederlanden waren es schon so viele Medaillen, dass es sich kaum noch lohnt, diese zu zählen. Auch in England hat Jannik Wenzel schon sechsmal zugeschlagen und von einem Judo-Turnier Edelmetall mit in die bergische Heimat gebracht. „Mittlerweile habe ich Medaillen in 23 Ländern gewonnen“, erzählt der gebürtige Hückeswagener, der mittlerweile in Lüttringhausen wohnt und sich ein außergewöhnliches Ziel gesetzt hat: „Ich möchte auf 50 verschiedene Länder kommen.“

Mit spektakulären Aktionen wie dieser Selbstfalltechnik hat sich Jannik Wenzel (unten) in Belgien Platz drei erkämpft.

Zuletzt hat der 24-Jährige an einem internationalen Wettkampf im Westen Belgiens teilgenommen. Genauer gesagt: in Ingelmunster. „Da war ich im März 2020 schon einmal am Start. Wenige Tage, bevor die Welt durch Corona lahmgelegt wurde“, berichtet Wenzel. Damals wie heute erkämpfte er sich in der Gewichtsklasse bis 73 Kilogramm Bronze, was im aktuellen Fall vergleichsweise hoch einzuschätzen ist. Denn das Feld war diesmal noch hochkarätiger besetzt. „Vor allem die Franzosen waren stark.“ Wenzel hatte aber nicht nur mit seinen Kontrahenten zu kämpfen.

„Die internationalen Turniere habe ich zu meiner Leidenschaft gemacht.“

Jannik Wenzel, Judoka

In seinem ersten Duell lag er gegen einen Niederländer zurück, schaffte es aber, diesen durch einen Würgegriff zur Aufgabe zu zwingen. So weit, so gut. Doch plötzlich legte sein Kontrahent Einspruch ein und behauptete, er hätte nicht aufgegeben. Überraschend bekam er sogar recht – und Wenzel musste in die Trostrunde. „Dabei wollte ich doch Gold holen.“ Den Ärger wandelte er in positive Energie um, gewann seine anschließenden drei Duelle vorzeitig und sicherte sich den dritten Rang. Ein versöhnlicher Abschluss, der durch einen Tagesausflug nach Brügge gekrönt wurde. Wenzel: „Das ist für mich eine der schönsten Städte Europas.“

Und davon hat der Judoka schon so einige gesehen. Wenzel hat für sich herausgefunden, dass eben genau das Messen mit Gegnern aus der ganzen Welt sein Ding ist. „Das habe ich zu meiner Leidenschaft gemacht“, erklärt der Hückeswagener und erläutert, was ihn so daran reizt: „Ich bin auf diesen Turnieren total unabhängig, muss keinem Trainer etwas beweisen und kann den Judosport so viel mehr genießen.“ Auf Mannschaftsebene sei ihm dieses Gefühl zuletzt immer mehr abhandengekommen, weshalb er dem RTV-Judoteam, mit dem er vergangenes Jahr in die 1. Bundesliga aufgestiegen ist, den Rücken gekehrt hat. „Das war nicht mehr so meins“, sagt er. Stattdessen hat sich Wenzel dem Verbandsligisten SC Wuppertal angeschlossen. Mit Peter Frese, dem früheren Präsidenten des Deutschen Judo-Bundes, habe er dort „einen super Trainer“. Auch die geografische Lage passt für den Wahl-Lüttringhauser.

Auch seine privaten Pläne für dieses Jahr lassen sich nicht so gut mit einem Judo-Erstligisten vereinbaren. Weil Wenzel, der nach abgeschlossenem Studium zuletzt in der Albert-Einstein-Schule als Vertretungslehrer gearbeitet hat, erst im November sein Referendariat anfangen wird, möchte er die Zeit bis dahin für eine weitere Abenteuerreise nutzen. Im Mai geht es nach Peru, wo er an einer deutschen Schule ein viermonatiges Praktikum absolvieren möchte. Genauer gesagt: in Arequipa, im Süden des Landes in Südamerika. „Ich habe mich in Peru verliebt, als ich nach meinem Abitur zum ersten Mal dort war“, betont er.

Diese Fern-Beziehung möchte er nun nicht nur mit dem Praktikum intensivieren, sondern hat auch darüber hinaus gehende Träume. „Ich würde gerne einen Auslandsdienst in Peru machen.“ Voraussetzung dafür ist, dass er verbeamtet ist. Bis dahin gilt es, das Spanisch zu verbessern. Auch deshalb ist für Ende März eine Reise nach Galizien geplant. Logisch, dass Wenzel diese mit einem sportlichen Wettkampf verbindet. Bei der „Copa del Espana“, einem spanischen Sichtungsturnier in der Stadt Marin, will er zum voraussichtlich starken Teilnehmerfeld gehören. Schließlich hat der Medaillenjäger aus dem Bergischen Land noch lange nicht genug.

Länder

Jannik Wenzel führt Statistik darüber, in welchen Ländern der Welt er schon bei einem Turnier einen der ersten drei Plätze belegen konnte.

Mehr als zehn Medaillen: Deutschland, Belgien, Niederlande

Sechs Medaillen: England

Drei Medaillen: Peru, Luxemburg

Zwei Medaillen: Frankreich, Österreich, Schweiz, Australien, Slowenien, Mexiko

Eine Medaille: Italien, Kroatien, Rumänien, Spanien, Panama, USA, Norwegen, Slowakei, Schottland, Lettland, Schweden

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