Judo

Wenzel holt sich in Uruguay den 24. Länderpunkt

Jannik Wenzel (2.v.l.) als stolzer Sieger mit den Konkurrenten des Turnier in Uruguay.
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Jannik Wenzel (2.v.l.) als stolzer Sieger mit den Konkurrenten des Turnier in Uruguay.
  • Fabian Herzog
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Judoka aus Lüttringhausen setzt seine außergewöhnliche Medaillenjagd fort.

Von Fabian Herzog

Manch einer mag ihn, im positivsten Sinne, als verrückt bezeichnen. Als durchgedreht. Oder mindestens als extravagant. Wahrscheinlich trifft auf Jannik Wenzel von allem ein bisschen zu. Fakt ist: Der Judoka aus Lüttringhausen, der aus Hückeswagen stammt und schon für den JC Wermelskirchen und zuletzt den Remscheider TV gekämpft hat, gehört zu den außergewöhnlichsten Sportlern der Region. Er hat mit regulären Vereinsgeschehen abgeschlossen und für sich zum Ziel gesetzt, bei Veranstaltungen in 50 verschiedenen Ländern eine Medaille zu erringen.

Fast die Hälfte hat Wenzel schon geschafft. Gerade sammelte er in Uruguay seinen 24. Länderpunkt, musste dafür aber nicht nur sportlich einige Strapazen auf sich nehmen.

In Peru absolviert der 25-Jährige, der nach seinem Lehramtsstudium zuletzt an der Albert-Einstein-Schule als Vertretungslehrer gearbeitet hat und im November sein Referendariat anfangen wird, seit Mai ein Praktikum. An der deutschen Max-Uhle-Schule in Arequipa. Nachdem diese ihm die Erlaubnis erteilte, einen Tag frei zu machen, um an einem Turnier im 3000 Kilometer entfernten uruguayischen Paysandu teilzunehmen, konnte das Abenteuer beginnen. Erst ging es mit dem Flugzeug in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires, dann von dort mit dem Bus bis nach Colon, an die Grenze zu Uruguay.

Dann wurde es kurios. „Der Grenzübergang gestaltete sich schwierig, da der offizielle Transport seit der Pandemie ausgesetzt wurde“, erzählt der Hückeswagener, der sich deshalb mit dem Turnierausrichter in Verbindung setzte und so Kontakt zu einem argentinischen Judo-Club aus Concordia herstellte. Dieser gabelte ihn auf dem Weg nach Uruguay auf und nahm ihn mit. „Da es aber wohl Probleme geben könnte, wenn man einen Ausländer in seinem Auto über die Grenze bringt, musste ich vor der Grenze aussteigen, zu Fuß durch die Grenzkontrolle gehen und stieg nach der Grenze in Uruguay wieder ins Auto ein“, berichtet Wenzel.

Deutlich unproblematischer erlebte er das Turnier selbst. „Das war super organisiert und lief zeitlich optimal ab.“ Im Viertelfinale setzte sich Wenzel vorzeitig gegen einen Lokalmatadoren durch, der später noch Bronze gewinnen sollte. Ähnlich überzeugend schlug er im Halbfinale einen Argentinier und zog ins Finale ein. Dort wartete ein weiterer „Uru“ auf ihn. „Der war unangenehm zu kämpfen“, erzählt der Judoka, der aber auch dieses Duell für sich entschied. Mit einem schönen Wurf holte sich Wenzel nach 1:20 Minuten den Titel. Jannik Wenzel: „Ich habe mich sehr über die Ländermedaille Nummer 24 gefreut.“

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