Sportlicher Adventskalender

Wenn der Bruder schon die 16 auf dem Rücken trägt . . .

Eigentlich war die 16 mal eine Verlegenheitslösung für Alina Eigenbrod. Inzwischen fühlt sich die Torhüterin pudelwohl damit. Foto: AE
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Eigentlich war die 16 mal eine Verlegenheitslösung für Alina Eigenbrod. Inzwischen fühlt sich die Torhüterin pudelwohl damit.
  • Andreas Dach
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Wir öffnen das nächste Türchen im Rückennummer-Adventskalender des RGA-Sports – mit Alina Eigenbrod

Der Name verpflichtet. Wer Eigenbrod heißt, wird Handball-Torhüter(in). Zumindest dann, wenn er aus der bergischen Region stammt. Bei Vater Markus war das so, der in Radevormwald ein exzellenter Torhüter war, ehe er später die Trainerkarriere eingeschlagen hat. Und auch bei Bruder Robin ist das nicht anders. Er hütet das Tor beim Drittligisten Bergische Panther. So erübrigt sich bei Alina Eigenbrod die Frage nach der Position. Sie hütet den Kasten – bei den erfolgreichen Frauen des Wermelskirchener TV II, die als Aufsteiger gleich die Tabelle in der Landesliga anführen. Und trägt die Nummer 16 auf dem Rücken. Wie kommt es dazu?

„Als ich vor vier Jahren aus Rade zum WTV gewechselt bin, war die Nummer 1 besetzt“, erinnert sie sich. Also entschied sie sich für die 16. Und zwar aus gutem Grund. „Die trägt Robin auch“, sagt die Bedienstete des Ordnungsamts Wuppertal, die in Radevormwald in einer Partnerschaft lebt. „Eigentlich ist mir die Zahl aber gar nicht so wichtig.“

Glück gebracht hat sie der 27-Jährigen, die mit ihrem zwei Jahre älteren Bruder quasi in der Sporthalle aufgewachsen ist, trotzdem. Ihre Eltern – Mutter Sonja war auch Handballerin – schleppten sie überall mit hin. Zum Training und zu den Spielen. So etwas prägt. Und verleiht Stallgeruch. „Ich bin mit dem Handball groß geworden“, erklärt Alina Eigenbrod, „und hatte von Anfang an Bock darauf.“

Dass sie im Tor gelandet ist, hatte neben den familiären Genen noch einen anderen Grund: „In der Jugend wollte mal niemand ins Tor. Da habe ich gesagt, dass ich es mache.“ Eigenbrod ist gekommen, um zu bleiben. Beim WTV ist sie die trotz der 16 auf dem Rücken mittlerweile die Nummer eins im Kasten. Gleichzeitig auch die einzige Torhüterin der 2. Mannschaft. Lisanne Diehr, seinerzeit die Stammkeeperin, ist vor zwei Jahren aufgerückt in die Erste. Seitdem ist Alina Eigenbrod alleine zuständig beim WTV II. Und wenn mal etwas passiert? Sie sich verletzt oder eine rote Karte sieht? Die städtische Angestellte antwortet lachend: „Dann haben wird doch Vossi. Sie ist mein Backup.“ Hinter dem Spitznamen verbirgt sich Annika Grugel. Eigentlich eine starke Feldspielerin, die aber durchaus auch im Tor ihre Qualitäten hat.

Der große Zusammenhalt – vielleicht oder sogar wahrscheinlich der Grund für die Erfolgsgeschichte des WTV II. „Bei uns wird ohnehin im Frauenbereich sehr zusammengehalten“, sagt Alina Eigenbrod. Und bezieht auch die 1. Mannschaft mit in ihre Überlegungen ein. Keinesfalls zufällig helfen auch immer mal wieder Spielerinnen der Zweiten beim Verbandsligisten aus, der fett im Abstiegssumpf steckt und dort raus will.

Und wie schaffen es die Eltern, ihre anfeuerungstechnische Unterstützung auf beide Kinder gleich zu verteilen? „Das ist doch kein Problem“, findet Alina Eigenbrod. „Wir spielen doch meist am Sonntagmittag und Robin mit den Panthern meist abends.“ Groß umzustellen brauchen sich Markus Eigenbrod und seine Sonja dann auch nicht. Beide Kinder tragen die Nummer 16 auf dem Rücken. Und haben einst im Kinderzimmer gemeinsam trainiert. „Da hat mir Robin immer den Hürdensitz gezeigt“, sagt Alina Eigenbrod. Eine 16 half der anderen . . .

Türchen 16.

Serie

In unserem Rückennummer-Adventskalender kamen bislang der Reihe nach die Fußballer Sebastian Weber (SV 09/35), Yusuf Kaya (Dabringhauser TV) und Antonio Angelov (FC Remscheid), Handballer Jens Reinarz (Bergische Panther), Erik August (Fußball-Bezirksligist VfB Marathon), Moritz Mettler von Handball-Landesligist ATV Hückeswagen, Fußballer Dennis Dossmann (Bergisch Born II), Footballer Tommy Le, Handballer Ben Vornehm (Bergische Panther II), Anis Geus vom Fußball-Bezirksligisten SSV Bergisch Born, Max Richter von Rollhockey-Bundesligist IGR Remscheid, Fußballerin Melina Stratemeyer (SG Hackenberg) und Handballerin Anke Görke (Lüttringhauser TV) vor.

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