Kegeln

Weltmeister hält Kegelbahnen in Schuss

André Laukmann am Werk: Die Kegelbahnen am Fürberg tragen die Handschrift des Fachmanns.Foto: P. Brinkmann
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André Laukmann am Werk: Die Kegelbahnen am Fürberg tragen die Handschrift des Fachmanns.

André Laukmann ist 16-facher Titelträger und wartet die Anlage beim Deutschen Meister am Fürberg.

Von Peter Brinkmann

Die Sportkeglerinnen des RSV Samo feierten vor wenigen Wochen mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft den größten Erfolg ihrer Vereinsgeschichte (der RGA berichtete ausführlich). Vor allem die heimische Kegelanlage des Remscheider SV am Fürberg war dabei eine uneinnehmbare Festung. Alle Heimspiele wurden glatt mit 3:0 gewonnen.

Auf den ersten Blick für den Außenstehenden kurios, aber hier kommt André Laukmann ins Spiel. Der 35-Jährige ist nämlich mit seinem Kegelbahn-Service für den optimalen Zustand der vier Kegelbahnen im Sport- und Freizeitpark zuständig. Und die Bundesliga-Keglerinnen sind voll des Lobes über die Ausführung von Laukmann, der in Troisdorf geboren wurde und in Frechen wohnhaft ist. „Man hat über die ganze Saison gesehen, dass die Kegelbahnen bestens präpariert sind und wir daher auch unseren Heimvorteil voll ausnutzen konnten“, äußert Samo-Teamsprecherin Carmen Ziemke ihre große Anerkennung.

„Die Anlage am Fürberg gehört zu den Besten der Welt.“

André Laukmann, erfahrener Sportkegler

Vor jedem Training und vor jedem Spieltag ist der Experte vor Ort, um die Bahnen und die Anlaufflächen entsprechend zu bearbeiten. „Die Prozedur dauert rund fünf Stunden. Neben Reinigen, Wachsen und Polieren werden auch die Seile und Kegel gewartet“, verrät André Laukmann. Neben Remscheid hat er noch rund 30 weitere Anlaufstellen in Wuppertal, Herne, Köln und dem Rhein-Sieg-Kreis. Seit 2008 ist er im Betrieb seines Vaters beschäftigt und nimmt es mit einem Schmunzeln zur Kenntnis, wenn die Sportler bei Misserfolgen den Bahnwart zur Verantwortung ziehen wollen: „Die Kegler sind bei Fehlwürfen ja nie selber schuld. Mein Vater hat sich früher darüber immer richtig aufgeregt.“

Und wie kam der 35-Jährige zum Fürberg? 2019 bei der Weltmeisterschaft in Langenfeld wurde er von Bernd Bock, Vater der Keglerinnen Maike Killadt und Tanja Bock, angesprochen. Kurz danach begann die erfolgreiche Zusammenarbeit. Apropos Erfolg: André Laukmann hat insgesamt 16 Weltmeister-Titel im Sportkegeln errungen. Viermal im Einzel, fünfmal mit dem Team Deutschland, sechsmal im Männer-Tandem, und einmal (2008) konnte er den Junioren-Titel ergattern. 2013 gewann er bei der Weltmeisterschaft in Luxemburg seinen ersten Senioren-Titel. „Deutschland war immer eine Kegelhochburg, aber 2013 war das erste Mal seit Beginn der Titelkämpfe im Jahr 1953, dass ein Deutscher Einzel-Weltmeister wurde“, blickt er zurück.

Ende März hat Laukmann es den RSV-Frauen nachgemacht und ist auch Deutscher Meister geworden. Mit seinem Team SK Heiligenhaus, wo er seit vier Jahren aktiv ist, wurde der erste Meistertitel der Vereinsgeschichte gefeiert. Seine Lebensgefährtin Corinna geht im Kegelsport ebenfalls voll auf. Sie ist Nationalspielerin und kegelt in Wuppertal beim ansässigen KSF in der Bundesliga, hatte also auch schon Duelle mit den Frauen des RSV Samo zu bestreiten, wobei sie zur viertbesten Einzelspielerin in der abgelaufenen Saison avancierte.

Die Anlage am Fürberg wiederum nimmt für Laukmann eine Sonderstellung ein. „Es gibt viele Kegelbahnen, aber diese Anlage gehört zweifellos zu den Besten der Welt.“ Und er muss es wissen, schließlich hat der 35-Jährige schon Titelkämpfe in Brasilien, Argentinien, Belgien, Luxemburg, Frankreich und den Niederlanden absolviert.

Rekord

André Laukmann hat im Oktober 2021 in Remscheid am BKSA-Kegeln teilgenommen. Dabei handelt es sich um das Sportabzeichen im Bundeskegeln. Laukmann hat dabei groß aufgetrumpft und ganz nebenbei einen neuen Deutschen BKSA-Rekord aufgestellt: Bei 100 Wurf hat er 92-mal alle Neune abgeräumt.

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