Videospiele

Die Welt des E-Sports bleibt unverändert geheimnisvoll

Bakr Fadl stellte vielen Interessierten die Besonderheiten des E-Sports vor. Es konnte bei der Veranstaltung der Junior Uni Wuppertal erwartungsgemäß aber nicht alle Fragen beantwortet werden. Foto: Gerhard Bartsch
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Bakr Fadl stellte vielen Interessierten die Besonderheiten des E-Sports vor. Es konnte bei der Veranstaltung der Junior Uni Wuppertal erwartungsgemäß aber nicht alle Fragen beantwortet werden.

Familienvortrag an der Junior Uni soll Fragen beantworten.

Von Leslie Jil Stracke

Ist das Spielen von Videospielen Sport? Und welche Auswirkungen können Videospiele auf Menschen haben? Unter anderem mit diesen Fragen hat sich Bakr Fadl, Leiter des Wissenschaftstransfers der Universität Hamburg, in seinem Familienvortrag „E-Sport - der Sport des 21. Jahrhunderts?“ in der Junior Uni Wuppertal auseinandergesetzt.

Anfänglich für März geplant, musste der Vortrag coronabedingt verschoben werden und fand nun als Livestream über Instagram statt. „E-Sport ist wettbewerbsorientiertes Videospielen“, erklärte Fadl. Einzeln oder im Team werde so „unter fairen Regeln und gleichen Bedingungen um ein Preisgeld in einer Liga oder bei einem Turnier“ gespielt. Gespielt werden verschiedene Spiele- etwa Sportspiele oder sogenannte Shooter. E-Sport bringe sowohl negative als auch positive Eigenschaften mit sich: „Es wird wird viel über negative Auswirkungen gesprochen. Bei übermäßigem Konsum haben diese auch ihre Relevanz. Das möchte ich nicht schönreden“, erläuterte Fadl.

Negative Auswirkungen seien etwa der Rückgang schulischer Leistungen oder eine soziale Isolation. „Es gibt aber auch positive Eigenschaften, die mit Videospielen in Verbindung gebracht werden. Wenn Sie zum Beispiel regelmäßig Videospiele nutzen, stärkt das die räumlichen und visuellen Fähigkeiten, weil Sie sich in verschiedenen Videospielen neu orientieren müssen.“ Weitere positive Auswirkungen seien unter anderem eine Steigerung der Problemlösungsfähigkeit und ein besserer Umgang mit Herausforderungen und Frustration.

„Ist E-Sport Sport? – das ist die klassische Frage“, so Fadl. Sowohl für „Ja“ als auch „Nein“ gebe es „gute Argumente“. Dafür spreche, dass man beim E-Sport mit einem Controller oder mit einer Tastatur und Maus „sehr interaktiv agieren“ müsse. „Das bedeutet, natürlich haben Sie eine gewisse Feinmotorik.“ Vergleichsweise im Motorsport oder im Schach als Denksport werde ebenso mehr die Feinmotorik und weniger die Grobmotorik angesprochen.

Gegen den Status Sport spreche hingegen, dass man, im Gegensatz etwa zum Fußballspielen, bei den meisten Videospielen sitzt, somit keine grobmotorischen Fähigkeiten einsetze und beispielsweise in Sportspielen Bewegungen und Aktionen nur simuliere. Ob E-Sport nun Sport ist oder nicht, müsse man für sich selbst entscheiden: „Das ist das Charmante in der Wissenschaft. Die Antwort auf viele Fragen ist ‚Es kommt darauf an’ - wollen Sie Sport weit oder eng definieren?“

Im Gespräch mit Ariane Staab, Geschäftsführerin der Junior Uni, beantwortete Fadl am Ende seines Vortrags Fragen der Zuschauer, etwa zu beruflichen Chancen im Bereich des E-Sports. Den Vortrag gibt es online auf dem Instagram-Kanal der Junior Uni.

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