Advenskalender: Türchen 1

Weber ist Wermelskirchens Nummer 1

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Erstes Türchen im Adventskalender des RGA-Sports mit dem Keeper des Fußball-Landesligisten SV 09/35

Von Fabian Herzog

Der vergangene Donnerstagabend. Draußen ist es ungemütlich. Nass. Kalt. Usselig. November-Wetter eben. Die perfekten Bedingungen, um es sich auf der Couch bequem zu machen und die Beine hochzulegen. Für Sebastian Weber kommt das überhaupt nicht infrage. Der Lenneper schaut sich viel lieber das vorgezogene Fußballspiel in der Kreisliga A zwischen der SG Hackenberg und dem SV 09/35 Wermelskirchen II an. Schön auf dem altehrwürdigen Aschenplatz, wo er selbst lange gekickt hat und sich nun über einen glatten 3:0-Heimsieg seines Stammvereins freuen kann. Oder etwa nicht? „Ich muss ja aufpassen, was ich sage“, meint der Torhüter der Wermelskirchener Landesliga-Mannschaft lächelnd. „Aber die Zweite steht ja auch gut da und wird die Klasse halten.“

Seit knapp einem Jahr schlagen zwei Herzen in Webers Brust. Mit dem Wechsel ins Eifgen hat sich der 27-Jährige einen Traum erfüllt und von Beginn an wohlgefühlt. Obwohl es günstigere Momente gibt, um sich einem neuen Team anzuschließen. Mitten im zweiten Corona-Lockdown wagte er den Schritt von Bezirksligist SC 08 Radevormwald zum Landesligisten SV 09/35. „Zuerst habe ich alle nur per Video-Konferenz kennengelernt“, sagt Weber rückblickend. Dennoch hatte es etwas von Liebe auf den ersten Blick. Weber und die Wermelskirchener – das passt.

Sebastian Weber trägt das Trikot des SV 09/35 mit Stolz.

Womit wir bei der Rückennummer-Thematik wären. Auch wenn die SG Hackenberg, wo Vater Joachim 1. Vorsitzender, Mutter Irene Pächterin des Vereinsheims und er selbst wie die ältere Schwester Jessica passive Mitglieder sind, in seiner Gunst wohl ein Leben lang die Nummer eins sein dürfte – sein aktueller Verein kommt nach wenigen Monaten schon sehr nah dran. „Ich fühle mich da extrem wohl“, sagt der Schlussmann des Landesligisten, der sich den Status als unangefochtene Nummer eins mit starken Leistungen verdient hat.

Angesprochen auf Weber, gerät Trainer Sebastian Pichura ins Schwärmen: „Wir sind mehr als zufrieden mit ihm. Charakterlich einwandfrei, dazu sportlich eine Bereicherung. Wir wussten ja, was er kann. Bei uns hat er aber noch einmal einen Riesenschritt gemacht.“ Ein Erfolgsgeheimnis verrät der Coach auch. Mit einem Augenzwinkern: „Sebastian hat unfassbar große Füße. Damit hat er schon den einen oder anderen Ball gehalten.“

Wer eine solche Hinrunde spielt, der muss eigentlich auch aufsteigen.

Sebastian Weber über seinen Heimatverein SG Hackenberg
Wenn er gebraucht wird, ist Sebastian Weber zur Stelle. Seit dieser Saison sorgt er für Konstanz zwischen den Pfosten der Wermelskirchener.

Der 1,86 Meter große Keepers profitiert auch davon, wie ein Feldspieler denken zu können. Damit ist streng genommen auch Basti Weyer mit für sein Können verantwortlich. Denn als Weber bei der SG Hackenberg aus dem Jugend- in der Seniorenbereich wechselte, war bei der 1. Mannschaft im Tor kein Platz für ihn. Also ging der Linksfuß ins Feld, machte sich als Außenverteidiger oder Sechser auch nicht schlecht und schoss in der Kreisliga A sogar einige Tore. Erst als Weyer nach Rade wechselte, kehrte Weber bei den Hackenbergern zwischen die Pfosten zurück.

Lange lebte er das Prinzip „Einmal SGH, immer SGH.“ Von Ambitionen, mal in einer höheren Spielklasse sein Glück zu versuchen und auszureizen, wie weit es gehen kann, keine Spur. „Erst in Rade hat sich mein sportlicher Ehrgeiz entwickelt“, erinnert sich Sebastian Weber. Zur Saison 2018/19 kam er in die Bergstadt und erlebte gleich eine besondere Spielzeit mit dem emotionalen Relegations-Klassenerhalt gegen Kevelaer. Unvergessen aber auch das Heimspiel gegen Vohwinkel am 16. Februar 2020. Beim Stand von 1:2 eilte der Schlussmann bei einem Standard mit nach vorne und köpfte zum Punktgewinn ein. „Das war auch noch in der Tabelle so wichtig“, schwärmt Weber, „damit sind wir über den Strich gesprungen.“

Getroffen hat er für den SV 09/35 bislang (noch) nicht. Ähnlich viele Glücksgefühle verspürte er aber im Auswärtsspiel beim VfB Frohnhausen. Beim Stand von 0:0 hielt Weber 20 Minuten vor Schluss einen Foulelfmeter und stellte damit die Weichen für den 2:0-Auswärtssieg. Die Kehrseite der Torwart-Medaille erlebte er auch schon – allerdings nur in der Vorbereitung. Gegen Oberligist Monheim (0:2) patzte er zweimal arg. „Das hat sich nicht ganz so gut angefühlt“, sagt er.

Aber auch das gehöre zum Torhüter-Dasein. Wobei Weber das klassische Klischee des ausgeflippten Keepers oder Linksaußen nicht erfüllt. „Ich bilde da eher die Ausnahme“, sagt der im technischen Vertrieb der Lüttringhauser Räumwerkzeuge-Firma August Berghaus Angestellte. Er besticht eher durch seine ruhige, besonnene, bodenständige Art. Mit der hat er es in die Landesliga geschafft – und weiter? „Ich möchte erst einmal eine komplette Saison in dieser Klasse spielen“, sagt er über seine Ziele. Der Aufstieg, für ihn persönlich wie für den Verein, käme seiner Meinung nach zu früh.

Ganz im Gegensatz zu seiner SG Hackenberg. „Ich kann da ja mal ein bisschen Druck aufbauen“, betont der Lenneper mit einem breiten Grinsen. „Wer eine solche Hinrunde spielt, muss eigentlich auch aufsteigen.“ Sebastian Weber hätte auf jeden Fall nichts dagegen und würde sich auch in der Bezirksliga nur zu gerne ein Nachholspiel der SGH anschauen. Ganz egal bei welchem Wetter.

Serie

Mit diesem Teil startet unser Rückennummer-Adventskalender. Bis zum 24. Dezember stellen wir jeden Tag eine Sportlerin oder einen Sportler vor, der die entsprechende Zahl auf dem Trikot trägt. Den Anfang macht Sebastian Weber, der Torhüter des Fußball-Landesligisten SV 09/35 Wermelskirchen, der die unangefochtene Nummer 1 ist.

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