Handball

Walbrecht richtet den Blick wieder nach vorne

Nils Walbrecht (l.) mit dem norwegischen Koch-Kollegen Christian Karlsson bei der Handball-WM in Ägypten. Foto: Sacha Klahn/DHB
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Nils Walbrecht (l.) mit dem norwegischen Koch-Kollegen Christian Karlsson bei der Handball-WM in Ägypten.
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Die WM ist eine neue Erfahrung.

Von Andreas Dach

Das relativ enttäuschende Abschneiden der deutschen Handball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Ägypten (Platz 12) ist längst Geschichte. Mögliche Fehler und Versäumnisse sind erkannt und aufgearbeitet, man schaut positiv in die Zukunft. Das gilt auch für Nils Walbrecht. Der Koch des Nationalteams bleibt an Bord, wird im März wieder zur Mannschaft stoßen, wenn es in Berlin um die Qualifikation für die Olympischen Spiele geht.

Dann erwarten ihn bessere Arbeitsbedingungen, als dies zum Teil in dem nordafrikanischen WM-Ausrichterland im Januar der Fall gewesen ist. Vor allem den Beginn wird der Wermelskirchener nicht vergessen. Da nämlich durfte er seiner beruflichen Leidenschaft nicht nachgehen – dem Kochen.

Was in den Boulevardmedien für einen ziemlichen Wirbel sorgte. „Arbeitsverbot für deutschen Handball-Koch“ war unter anderem zu lesen. Wegen einer angeblich fehlenden Lizenz des ägyptischen Gesundheitsministeriums durfte Walbrecht die Küche nicht betreten. Was in der Delegation eine erhebliche Verunsicherung verursachte.

Längst hatte sich in der Vergangenheit die Zusammenarbeit mit dem gebürtigen Wuppertaler mehr als bewährt. Dass er jetzt nicht den Kochlöffel schwingen konnte, sorgte auch in den Köpfen für Verunsicherung. „Das ist auch eine mentale Sache“, erklärte Walbrecht nach seiner Rückkehr. „Jeder reagiert zum Beispiel anders auf Aromen – da ist es doch klar, dass eine gewisse Vorsicht da ist.“ Wie werden die Produkte verarbeitet? Welches Wasser wird genutzt? Muss man am Büfett vorsichtiger sein?

Nach Beendigung der Vorrunde zog das deutsche Team innerhalb von Kairo planmäßig in ein anderes Hotel. Und fand dort – bezogen auf die Küche – bessere Arbeitsbedingungen vor. „Dort gab es einen deutschen Hoteldirektor“, sagte Walbrecht. Entsprechend pünktlich stand das Essen auf dem Tisch. Was vorher nicht immer der Fall gewesen war. Und er konnte seinen Aufgabenbereich gewohnt akribisch ausfüllen.

Die Zusammenarbeit mit Norwegen bewährte sich

Wichtig zudem: Auch das norwegische Team hatte erstmals einen eigenen Koch zu einer solchen Endrunde mitgebracht. Ihm waren anfänglich ähnliche Knüppel vor die Füße geworfen worden. Dass die beiden Handball-Nationen gegenüber dem Ausrichter gemeinsam Druck machten, sollte sich nicht als nachteilig erweisen.

Was Walbrecht wichtig war zu betonen: „Es hat innerhalb der deutschen Delegation keinerlei Disharmonien gegeben. Ich kann nicht verstehen, warum das von einigen Medien so dargestellt wurde.“

Er selbst hatte das Vergnügen, eine Partie sogar live sehen zu können – das abschließende Remis gegen Polen. Danach gab es für alle wieder lecker etwas auf die Gabel. Unter der Aufsicht des 39-jährigen Wermelskircheners Nils Walbrecht, der sich in Ägypten einem täglichen Coronatest unterziehen musste.

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